Freitag, 25. Mai 2012

Spiel des Tages


Den Kampf ums Weiterkommen im Pokal hat Enzweihingen gegen Aurich mit 2:1 gewonnen.
Den Kampf ums Weiterkommen im Pokal hat Enzweihingen (schwarze Trikots) gegen Aurich mit 2:1 gewonnen. Foto: Wirth

Aurich (ev) – Hans-Ulrich Rähmer hat nur eins im Kopf: das Punktspiel in der Kreisliga C5 gegen Iptingen II. Das Pokalspiel gegen den B-Ligisten kam dem neuen Auricher Trainer da gerade zum Testen recht. Fast hätte es seine Mannschaft sogar geschafft, den Favoriten stolpern zu lassen. Enzweihingen setzte sich aber mit 2:1 durch.
Hans-Ulrich Rähmer macht es seiner Familie nicht gerade leicht. Seit einer Woche trainiert Rähmer den TSV Aurich. Zuvor hatte er in Enzweihingens zweiter Mannschaft ab und zu als Spieler ausgeholfen. Seine Familie war sich nun gestern nicht sicher, welcher Mannschaft sie eigentlich die Daumen drücken soll. Die Kinder machten es diplomatisch: „Wir sind für niemanden“, sagten sie vor der Pokalpartie.
Also musste Papa Rähmers Mannschaft ohne Daumendrücken bestehen. Für Rähmer war das Spiel ohnehin eher ein Test für das Punktspiel gegen Iptingen II am kommenden Sonntag, denn wenn Aurich gegen den Tabellenführer verliert, hat die Mannschaft keine Chance mehr, im Aufstiegsrennen mitzumischen. „Bis Sonntag können wir die Fehler noch ausbügeln“, sagte Rähmer. Und wann? „Na, am Sonntagmorgen. Da treffen wir uns noch für eine kleine Trainingseinheit.“
Und aufschlussreich war das Spiel: Zum Beispiel weiß Rähmer nun, dass seine Mannschaft gerne den Spielbeginn verpennt. So war es auch gestern. Die Enzweihinger zeigten von Beginn an, weshalb sie eine Liga weiter oben spielen, auch wenn gestern einige Akteure fehlten, die noch vergangene Woche auf dem Platz gestanden haben. Dafür hatte Trainer Denis Klaric einige A-Jugendspieler dabei, die er langsam aufbauen will.
Mit dabei war aber Torgarant Fatmir Umeri. „Den hätten sie ruhig schonen können“, meinte Rähmer vor dem Spiel und er wusste, wieso er das sagte. Seine Mannschaft bekam Umeri einfach nicht in den Griff. Der Stürmer dribbelte, tanzte und traf. Nach 16 Minuten zum ersten Mal. Freistehend vor dem Gehäuse schob Umeri den Ball ganz ruhig am Torwart vorbei. Nur sechs Minuten später folgte sein zweiter Streich. Nachdem er sich durch die Abwehr gewunden hatte, landete der Ball wieder im Netz. Das war es dann aber langsam auch, denn nach einer halben Stunde machten die Schützlinge von Denis Klaric nicht mehr sehr viel. Kein Wunder, dass der Trainer in der Halbzeit schimpfte: „Eigentlich brauchen wir gar keine Pause, wir haben uns doch in den letzten 20 Minuten ausgeruht.“
Vor allem das defensive Mittelfeld der Enzweihinger offenbarte in der Phase vor der Halbzeit seine Schwächen. Aurich war zwar bemüht, doch die Abschlussversuche waren nicht zwingend genug.
Nach dem Seitenwechsel änderte sich zunächst nicht viel an diesem Bild, auch wenn Enzweihingen in der 53. Spielminute eine Riesenchance zum 3:0 hatte. Das nächste Tor schossen aber die Auricher, genauer gesagt Elmedin Redzic. Das Spiel wurde nun munterer, auch wenn Enzweihingen immer noch nicht zur Stärke der ersten Halbzeit zurückfand. Verwirrung gab es als Hans-Ulrich Rähmer in der 86. Minute erneut auswechselte, denn es kam die Nummer elf. „Die war doch vorher schon auf dem Platz“, wurde gemunkelt. Stimmt, aber da steckte noch Fabian Strecker drin. Jetzt trug es Ersatztorhüter Martin Hvasta. „Nachdem sich Friedemann Budday verletzt hatte, musste ich ja wechseln, aber ich habe kein Trikot mit der Nummer 16“, erklärte Rähmer.
Nach dem Anschlusstreffer waren die Auricher nahe dran, den Ausgleich zu erzielen. Die beste Chance hatte Elmedin Redzic in der 88. Minute. Sein Freistoß landete aber am Pfosten. Damit war das Spiel gelaufen und Enzweihingen ist durch den 2:1-Sieg eine Runde im Bezirkspokal weiter. Trainer Denis Klaric fehlten nach dem Spiel die Worte: „Gott sei dank“, war der einzige Satz, den er über die Lippen brachte.
Und Hans-Ulrich Rähmer? Der war in Gedanken schon ganz bei seinem Topspiel gegen Iptingen II.

TSV Aurich: Zimmermann – Krentz, Gayer, Timothy Holzhäuer, Öhler, Heyd, Dzemal Redzic (46. Budday, 80. Hvasta), Benjamin Bauz, Karacaköylü (10. Beck), Elmedin Redzic, Strecker (75. Vogel).
 
TSV Enzweihingen: Friedel – Karabas, Holzer, Max (46. Chinzi), Rongisch, Mestan, Wolfgang Held, Osman, Umeri, Jürgen Held, Arslan (46. Uyar).


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