Freitag, 25. Mai 2012

Mit einem eigenen Wettkampf die Furcht nehmen




26/05 2010

Mit einem eigenen Wettkampf die Furcht nehmen

LA
Knapp 40 Kinder haben sich in den Disziplinen Ballwurf, Weitsprung und Sprint beim 1. Sersheimer Sportfest gemessen. Fotos: Nachreiner

Sersheim (nac). Jeder, der einmal einen sportlichen Wettkampf absolviert hat, kennt das Gefühl: die Nervosität vor dem ersten Start oder dem ersten Einsatz. Um den Nachwuchsleichtathleten aus der Region diese Angst zu nehmen, hat der TV Sersheim sein 1. Leichtathletik-Sportfest veranstaltet.

Für einige der Sersheimer, Oberriexinger und Enzweihinger war das Sersheimer Sportfest der erste Start bei einem Leichtathletikwettkampf. „Sie sollen einmal bei einem Wettbewerb reinschnuppern“, erklärt Tobias Sigl, Übungsleiter beim TV Sersheim und Organisator des Sportfestes. „Vor dem ersten Wettkampf hat man immer Respekt. Aber wenn der da stattfindet, wo man sonst selbst trainiert, dann fühlen sich die Kinder und Jugendliche heimisch.“ Und von einigen Betreuern und Trainern des TSV Oberriexingen sei die Rückmeldung gekommen: „Es ist gut, dass wir hier einen nicht so großen Wettkampf haben. Da erzielen die Kinder bessere Ergebnisse von den Platzierungen her.“ Und das, ergänzt Sigl, hilft wiederum dabei, die Scheu vor Wettbewerben abzubauen und das Selbstvertrauen zu stärken. Sigl: „Es ist doch nur ein Leistungsvergleich.“

Die Leistungen standen dagegen für alle im Vordergrund. „Mami, ich bin in meinem dritten Versuch 3,62 Meter weit gesprungen“, erzählte einer der Nachwuchsleichtathleten seiner verwunderten Mutter. Die wollte es kaum glauben, dass ihr Sohn in seinem Alter schon die Drei-Meter-Marke geknackt hatte. Einige der Älteren in der Schüler-B-Klasse analysierten bereits eigenständig ihre Leistungen. „Mist, ich habe abgestoppt“, kommentierte ein Oberriexinger seinen Versuch beim Wettsprung, kaum dass er in der Sandgrube gelandet war. „Sieh doch auch mal, wie du gelandet bist“, sah auch seine Trainerin den Sprung kritisch. Beim Ballwurf wiederum gaben die Trainer Tipps, wie die Nachwuchsathleten ihre Leistung steigern können. Du musst den Arm durchstrecken und von ganz hinten durchziehen, deutete eine Oberriexinger Übungsleiterin durch Gesten an.

Die Jüngsten der Altersklasse der Schüler D hatten dagegen ganz andere Sorgen. Beim 50-Meter-Sprint die richtige Startposition zu finden, bedurfte noch der Hilfe der Trainer und Eltern. Mit dem vorderen Bein war der Startblock zwei Fußlängen von der Startlinie entfernt, mit dem hinteren drei. „Ist das gut so für dich“, fragte eine der Betreuerinnen bei den acht Jahre alten Sprinterinnen und fuhr fort: „Du musst aber darauf achten, dass beide Knie beim Start innerhalb deiner Arme sind.“ Bei anderen, die schon etwas mehr Erfahrung hatten, gingen die Tipps mehr ins Detail. „Du musst den Kopf beim Start heben und nach vorne schauen“, lautete der Rat eines Vaters an seine Tochter.

Für den TV Sersheim war es ein erfolgreiches Sportfest. „Die Teilnehmer und Eltern, aber auch ich waren zufrieden“, berichtete Sigl. „Es hat alles super geklappt.“ Und die familiäre Umgebung des Sersheimer Sportgeländes schien allen Nachwuchsathleten die erhoffte Sicherheit zu geben. Sigl: „Viele – zumindest vom TV Sersheim, bei denen ich einen Einblick habe – haben sich verbessert.“ Generell seien die Leistungen „ganz gut“ (Sigl) gewesen.
Die Leichtathletikabteilung des TV Sersheim besteht erst seit wenigen Jahren. Vor rund drei übernahmen Sigl und Florian Wenz die Gruppe, nachdem der bisherige Übungsleiter aus beruflichen Gründen ausgestiegen war. „Ich habe selbst mit sechs Jahren mit der Leichtathletik in Sersheim angefangen. Als die Gruppe aufgelöst wurde, wechselte ich zum TV Vaihingen“, berichtet Sigl. „Ich habe es aber immer schön gefunden, in Sersheim zu trainieren. Als die Anfrage kam, habe ich gar nicht lange überlegt.“ Beim TV gibt er nun das an die Kinder weiter, was er vor allem beim TV Vaihingen selbst gelernt hat.




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