Freitag, 25. Mai 2012

Der erste Pokal steht in der Vitrine




22/05 2010

Der erste Pokal steht in der Vitrine

Tanz
Inmotion (oben) bei den 15- bis 18-jährigen Juniores II und Pirates bei den neun- bis zwölfjährigen Kids (unten) haben die Wertungsrichter überzeugt. Fotos: privat

Vaihingen (nac). Es ist ihr erster Titel in der kurzen Wettkampfhistorie – wenn auch ein inoffizieller. Die beiden Tanzgruppen Inmotion und Pirates der Vaihinger Tanzschule Rank sicherten sich den zweiten Platz bei der süddeutschen Meisterschaft im Videoclipdancing. Außerdem gab es noch einige Podestplätze in den Solowettbewerben.

Eigentlich sind sie alte Hasen. Obwohl es die Wettkampfformation Inmotion, eine Gruppe von 16 Tänzerinnen und einem Tänzer zwischen 13 und 19 Jahren, erst seit Anfang 2009 gibt, waren sie bereits bei der süddeutschen Meisterschaft (Platz drei) und den nationalen Titelkämpfen (Platz fünf) im vergangenen Jahr erfolgreich. Dennoch war die Vizemeisterschaft etwas Besonderes. „Wir hatten eine neue Choreografie und neue Tänzer integriert“, berichtet die 14-jährige Laura Engelhardt aus Kleinglattbach. „Am Anfang war es schwierig, da wir nicht so viel miteinander geredet haben. Aber am Ende war es ein guter Zusammenhalt.“ Und die 16 Jahre alte Nina Salzmann, ebenfalls aus Kleinglattbach, ergänzt: „Man muss sich erst reinfinden.“ Aus der Truppe des vergangenen Jahres waren nur neun Tänzer geblieben. Mit ihnen und acht neuen musste Trainerin Sabrina Schreiber erst eine Einheit formen.

Der Ehrgeiz und die harte Arbeit in den wöchentlichen Trainingseinheiten haben sich ausgezahlt. „Bei der Siegerehrung flossen Tränen“, sagt Salzmann. Vor Freude und Erleichterung. Denn nach der obligatorischen Sichtungsrunde waren die Vaihinger noch geknickt. Trainerin Schreiber: „In der Sichtungsrunde haben sie nicht so gut getanzt. Ich habe sie dann erst einmal zusammengeholt und ihnen gesagt: Ich weiß, dass ihr das viel, viel besser könnt. Das war teilweise eine harte Ansprache.“ „Das haben wir aber auch gebraucht“, schiebt die 16-jährige Salzmann gleich nach. „Wir waren nach der Sichtung nicht wirklich gut drauf.“ Umso besser hat Inmotion dann im Finale getanzt. Die Vaihinger waren in ihrer Altersklasse Juniors II in die höchste Wertungsklasse Masters in die Kategorie Hip-Hop eingestuft worden. „Nach dem Finale habe ich erst ein bisschen Zeit gebraucht, um wieder zurückzukommen. Körperlich war ich ziemlich müde, aber das Gefühl war super“, berichtet Salzmann. Die 14 Jahre alte Kleinglattbacherin Michelle Arnold ergänzt: „Wir wussten, wir haben alles gegeben. Da war es eigentlich egal, welchen Platz wir belegen würden.“

Fast noch erstaunlicher ist der Aufstieg der jüngeren Formation Pirates. Erst seit November 2009 gibt es diese Wettkampftruppe. Dementsprechend aufgeregt waren die 14 sieben bis 13 Jahre alten Tänzerinnen. „Ich habe vor dem Auftritt gezittert“, erinnert sich die zwölfjährige Roxana Ritter aus Gündelbach. „Ich dachte nur, hoffentlich verpasse ich den Einsatz nicht.“ Ganz abgebrüht gibt sich dagegen Amelie Schreiber. „Es hat Spaß gemacht, vor so vielen Leuten zu tanzen. Aufgeregt war ich nicht“, sagt die acht Jahre alte Rieterin. „Wir haben bestimmt mehr mitgelitten als die Jüngeren. Wir sind eine große Familie geworden“, erklärt Salzmann, die zusammen mit dem Rest von Inmotion und den Vaihinger Fans (Sabrina Schreiber: „Die waren teilweise so laut, dass ich dachte, hören die auf der Bühne die Musik überhaupt noch.“) die Pirates anfeuerte. Auch die jüngere Formation wurde in ihrer Altersklasse Kids in die Masterklasse eingestuft.

Doch nicht nur die Formationen verbuchten gute Ergebnisse. Julia Hinterthür und Arnold zogen ins Finale der Masterklasse im Solowettbewerb der Juniors ein und ertanzten sich die Plätze vier und sechs. Bei den Kids erreichten Amelie Schreiber und Jade Goersmeyer ebenfalls in der Masterklasse die Ränge vier und sechs. Jessica Haug sicherte sich in der B-Klasse den Titel. Und Leah Dannenmann und Larissa Polo landeten auf den Plätzen zwei und fünf in der A-Klasse. „Alleine auf der Bühne zu tanzen hat Spaß gemacht. Das ist ein tolles Gefühl“, berichtet die achtjährige Amelie Schreiber. Die 14 Jahre alte Arnold musste dagegen erst einmal ihre Nerven beruhigen: „Ich war ziemlich nervös. In der Gruppe hat man mehr Halt.“

Als nächstes großes Turnier stehen die deutschen Meisterschaften am 12. und 13. Juni in Mannheim an. „Wir wollen mit beiden Formationen wieder die höchste Kategorie, die Masterklasse, erreichen“, sagt Sabrina Schreiber. „Mit Inmotion wäre es schön, wenn ein Pokal rausspringen würde. Und mit den Pirates einen Pokal zu holen, ist nicht ganz abwegig.“ Salzmann teilt die Einschätzung. „Wenn man schon dreimal in die Masterklasse eingestuft wurde, kann man davon ausgehen, dass man auch beim nächsten Turnier wieder in diese Kategorie kommt“, sagt die 16-jährige Kleinglattbacherin. „Aber sicher kann man sich nie sein. Es kommt immer darauf an, wie sich die Konkurrenten verbessert haben oder welche Teams neu am Start sind.“

Angefangen hat alles mit einer Idee. „Ich habe in den Jugendkursen gesehen, dass ein paar gute Tänzer dabei sind. Daraus könnte man was machen, dachte ich mir“, erinnert sich Sabrina Schreiber. „Ich sah es dann als Herausforderung an, weil ich früher selbst Standard- und Lateinturniere getanzt habe. Aber es sind auch immer wieder Tänzer zu mir gekommen und haben gefragt, ob wir nicht auf Turniere gehen könnten.“ Wenn Sabrina Schreiber talentierte Jugendliche auffallen, lädt sie sie in die Wettkampfgruppe ein. „Da kommt es aber nicht nur auf das Tänzerische an“, sagt die Trainerin. „Es zählen auch Engagement, Zuverlässlichkeit, Pünktlichkeit, aber auch, dass die Eltern hinter dem Ganzen stehen.“

Die Eltern waren bei Salzmann sogar die treibende Kraft. „Vor fünf Jahren haben meine Eltern mir einen Gutschein über vier Monate Tanzkurs geschenkt“, erinnert sich die 16-Jährige. „Das war das, was ich schon immer machen wollte, aber nicht gewusst habe. Man kann beim Tanzen seine Gefühle ausdrücken.“ Die Tanzgene hat Amelie Schreiber von ihrer Mutter, ihrer Trainerin, bereits in die Wiege gelegt bekommen. „Ich habe schon immer getanzt. Wenn zu Hause Musik lief, habe ich mitgetanzt“, erzählt die Achtjährige. „Das hat Spaß gemacht, weil man sich so toll bewegen kann.“


Auftritt der Tanzschule Rank an diesem Sonntag (10.30 Uhr) im ZDF-Fernsehgarten




INFO

Videoclipdancing als Turniersport
Jeder kennt sie, die Tanzstars von heute – Justin Timberlake, Shakira, Michael Jackson. Und genau deren Choreografien werden im Videoclipdancing nachgetanzt. „Es ist eine Mischung aus Hip-Hop und Streetdance. So wie man es aktuell in den Musikclips sieht“, erklärt Sabrina Schreiber, Tanzlehrerin bei der Vaihinger Tanzschule Rank. „Man hat aber viel mehr Möglichkeiten, die unterschiedlichen Stile abzuwechseln.“
Der Verband Deutsches Amateur Turnieramt (DAT) veranstaltet jährlich deutsche Meisterschaften. Es ist ein Anmeldungsturnier, die einzige Voraussetzung ist, dass man auf einer regionalen Vorausscheidung wie beispielsweise der süddeutschen Meisterschaft getanzt hat. Ein Wettbewerb besteht zunächst aus einer Sichtungsrunde. Dort werden die Formationen und die Solotänzer in die drei Wertungskategorien Master-, A- und B-Klasse eingeteilt. In den älteren Altersstufen – ab Juniors (ab 13 Jahren) – werden die Tänzer außerdem in die Kategorien Hip-Hip und Videoclipdance eingeteilt. In der Finalrunde wird die Choreografie, die maximal drei Minuten dauern darf, erneut getanzt. (nac)




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