17/05 2010
Rollentausch im Abstiegskampf
Illingen (rkü). Der SV Illingen hat im Abstiegskampf der Kreisliga A 3 gestern so viel Boden gut gemacht, wie der SV Iptingen verloren hat. Der 2:0-Sieg ließ die Elf von Trainer Thomas Fritsch vom 12. auf den 10. Platz steigen. Das Spiel war eine Viertelstunde lang unterbrochen, weil sich ein Iptinger verletzt hatte.
Es war eine unglückliche Situation beim Kampf um den Ball, als Michael Knödl in der 21. Minute das Knie eines Gegenspielers an Bauch und Rippen spürte. Er blieb am Boden liegen und schnappte nach Luft, dicht umdrängt von fast der gesamten Iptinger Mannschaft. Elf Minuten später fuhr der Rettungswagen aus Mühlacker neben den Platz, nochmals vier Minuten später setzte der Schiedsrichter das Spiel fort. Die gute Nachricht kam nach dem Abpfiff: Es soll sich um eine Prellung handeln, keine schwereren inneren Verletzungen.
Zum Zeitpunkt des Zusammenpralls führte der SV Illingen bereits mit 1:0. Das Tor fiel in der dritten Minute, als Oliver Rapp eine Hereingabe von rechts ausnutzte und den Ball ins Tor beförderte. Trainer Fritsch: „Das haben wir uns gut herausgearbeitet.“ Danach war das Spiel aber von Fehlern geprägt – auf allen Seiten. Die Kicker zeigten gleichermaßen Abspielfehler und Unsicherheiten bei der Ballannahme, der Schiedsrichter lag mit seinen Abseitsentscheidungen nicht immer richtig. Dazu kamen die vielen kleinen Fouls, mit denen sich die Spieler gegenseitig das Leben schwer machten. Jedem war klar, um was es in dieser Begegnung ging – bloß nicht in die Relegation zu müssen. Insbesondere die Iptinger haben schlechte Erinnerungen an dieses Verfahren, waren sie doch als Zweiter der B-Klasse mehrmals in der Relegation am Aufstieg gescheitert.
Iptingen als Zehnter war zu Gast beim Zwölften. Jetzt ist Illingen Elfter, während Iptingen auf den Rang zwölf abgerutscht ist und nach aktuellem Stand in die Relegation müsste. Beide Trainer haben nach dem gestrigen Spiel fast die gleichen Worte gefunden. Bei Alfred Eberle (Iptingen) klingen sie kämpferisch: „Wir haben noch zwei Spiele und sind guten Mutes, dass der Klassenerhalt gelingt. Wir haben es selbst in der Hand.“ Sein Kollege Thomas Fritsch (Illingen) klingt eher so, als wolle er verfrühten Jubel dämpfen: „In zwei Spielen kann noch viel passieren, entschieden ist noch gar nichts. Ich habe mal nachgeschaut: In jedem Jahr hätten 34 Punkte für den Klassenerhalt gereicht, aber dieses Jahr wohl nicht.“ Gemeinsam ist den Trainern der beiden SVI, dem aus Iptingen und dem aus Illingen, dass Siege in den noch ausstehenden Spielen gegen den FC Gündelbach fest eingeplant sind.
Gestern schenkten sich im direkten Aufeinandertreffen nichts. Kampfbetont war die Partie von Beginn an, wenn auch nicht besonders hochklassig. Steffen Glauner vergab in der 10. und 11. Minute gleich zwei Möglichkeiten, die in Grün gekleidete Gästemannschaft in Führung zu bringen. Die Gastgeber, ganz in Blau, haderten schon früh mit dem Unparteiischen. Trainer Fritsch mahnte seine Männer immer wieder: „Net diskutieren!“ Jochen Conradt und Dominik Knödler auf der Illinger sowie Marc Binder und Eftal Cebeci auf der Iptinger Seite kamen zwar in die Nähe des Tors, schossen aber zu unplatziert oder verspielten ihre Chancen. Kurz vor dem Pausenpfiff stand Illingens Tobias Rehfuß mit seinem Rücken einem Schuss im Weg. Damit verhinderte er möglicherweise einen Treffer, klagte aber anschließend über Rückenschmerzen.
Nach dem Seitenwechsel hatte Iptingen zeitweise mehr Spielanteile, doch die Gastgeber hatten im Eichwaldpark die besseren Chancen. Und sie hatten Bernhard Mathes, der seinen Kasten sauber hielt, und sich zudem in der 71. Minute als Hochsprung-Talent zeigte, als er den Ball weit oberhalb der ihn umgebenden Köpfe aus der Luft fischte. In der 83. Minute schoss Dominik Knödler das 2:0. Bedient hatte ihn Lukas Knödler.
SV Illingen: Mathes – Rajkovic, Gatsas, Lukas Knödler, Rehfuß, Liebendörfer, Pucci, Conradt, Schmidt, Dominik Knödler, Rapp.
SV Iptingen: Mayer – Dertinger, Knapp, Bachmann, Michael Knödl, Matthias Gille, Binder, Glauner, Cebeci, Nowotny, Benjamin Rapp.
Tore: 1:0 Oliver Rapp (3.), 2:0 Dominik Knödler (83.).
Spieler des Tages: Dominik Knödler.
Schiedsrichter: Fritz Weinstok (Heilbronn).
Zuschauer: 150.
