07/05 2010
Mit neuem Programm in die Feldrunde
- Die Vaihinger Faustballer schwitzen seit dieser Saison auch regelmäßig beim Krafttraining: Michael Krauß auf dem Fahrrad, Michael Marx bei Sit-ups für die Bauchmuskulatur, Daniel Wörsinger beim Butterfly für die große Brustmuskulatur und Marco Lochmahr beim Rudern für den Schulter- und Rückenbereich Fotos: Nachreiner
Männer-Faustball-Vorschau
Vaihingen (nac). Die Vaihinger Faustballer sehen der Feldrunde der 1. Bundesliga Süd mit vorsichtigem Optimismus entgegen. Daniel Rothmaier, Andreas Rothmaier und Christian Erlenmayer machen eine Pause oder haben den Verein verlassen. Daniel Wörsinger ist dennoch zuversichtlich: „Wir werden wieder eine Rolle in Deutschland spielen.“
Alle Augen richten sich bereits auf das Jahr 2011. Dann richtet der TV Vaihingen die deutsche Faustball-Meisterschaft im Feld aus. „Es wäre fantastisch, bei der Heim-DM eine Goldmedaille in Händen zu halten“, sagt Abwehrspieler Daniel Wörsinger. Trotzdem soll die Feldrunde nicht abgeschrieben werden, die an diesem Wochenende mit einem Heimspiel gegen den TSV Unterhaugstett am Samstag (16 Uhr) und einem Auswärtsspiel beim TSV Öschelbronn am Sonntag (11 Uhr) beginnt. „Wir wollen die deutsche Meisterschaft erreichen, das heißt mindestens Platz drei in der Südstaffel“, erklärt Wörsinger. „Und bei der DM-Endrunde wollen wir dann eine Medaille.“
Allerdings ist der TVV-Abwehrspieler realistisch genug zu wissen, dass diese Saison „ein ganz enges Ding wird“ (Wörsinger). Mehrere Teams haben Chancen, am Ende der regulären Saison auf einem der ersten drei Plätze zu stehen. Topfavorit ist auch im Feld der deutsche Hallenmeister 2010, TV Stammheim. Wörsinger: „Die Stammheimer haben mit Jogi Bork einen erfahrenen und starken Trainer bekommen. Und Jan Hoffrichter macht nun doch weiter. Sie sind auf jeden Fall nicht schlechter geworden.“ Daneben streiten sich aber auch noch Unterhaugstett, Rosenheim und vielleicht auch Öschelbronn (Wörsinger: „Alexander Tau ist aber eher ein Hallenspieler. Deshalb glaube ich nicht, dass sie die gleiche Rolle wie in der Halle spielen werden.“) um einen der Qualifikationsplätze zur deutschen Meisterschaft. Außerdem dürfe man Aufsteiger Pfungstadt nicht außer Acht lassen. „Schlagmann Patrick Thomas ist ein Ausnahmetalent.“
Damit es auch bei den Vaihinger Faustballern mit dem Einzug in die DM-Endrunde klappt, arbeiten die TVV-Faustballer hart im Training. Statt nur zweimal trainieren sie in dieser Saison bis zu viermal in der Woche. „Es war eine Bedingung von Markus Knodel, damit er die Mannschaft übernimmt: dass die Trainingsbeteiligung stimmt und dass wir mehr als zweimal wöchentlich trainieren“, erklärt Wörsinger. Neben den beiden Einheiten auf dem Sportplatz gehen die Vaihinger zweimal pro Woche in ein Fitnessstudio. Dort kräftigen sie vor allem die Beine, den Schultergürtel und den Rücken. „Wir wollen die Muskulatur kräftigen, die sie im Spiel brauchen“, sagt Sport- und Fitnessfachwirtin Nina Frech von der Sportschule Scheiber in Sersheim. „Wir haben individuell mit jedem einen Trainingsplan erstellt, der zunächst die Schwächen ausgleicht und dann im Zusammenspiel mit der Koordination an der Verbesserung der allgemeinen Kraft arbeitet.“
Auf dem Platz hat seit einigen Wochen Markus Knodel als Trainer das Sagen. Der Abteilungsleiter ist ein ausgewiesener Faustballfachmann, der sich immer wieder weiterbildet. Wörsinger: „Er liest viel in Fachliteratur und bereitet das Training optimal vor. Ich habe das Gefühl, es kommt nichts zu kurz. Und ich freue mich jedes Mal auf das Training.“ Außerdem finde er einen guten Mittelweg zwischen Fitness und Technik. „Wir stehen in keinem Training auch nur fünf Minuten still“, sagt der TVV-Abwehrspieler. „Aber immer wieder wird auch der Ball mit eingebunden.“
Nach einem Jahr unter Karl Katz, der viel auf Fitness ohne Ball im Training setzte, sind die anspruchsvollen Übungseinheiten unter Knodel wieder eine Umstellung für die Spieler. „Markus hat immer wieder die Schlagleute und die Abwehrspieler getrennt und mit jeder Gruppe spezielle Übungen gemacht“, berichtet Wörsinger. Bei den Angreifern kam auch immer wieder der Medizinball zum Einsatz. Ob Knodel ein Schleifer ist? „In der Vorbereitung wollte er es wissen“, sagt Schlagmann Michael Krauß.
Frauen-Faustball-Vorschau
Spieltage finden ohne den Trainer statt
Vaihingen (nac). Das Auftaktprogramm in der 1. Bundesliga Süd hätte für einen Aufsteiger schwieriger nicht sein können. Die Faustballerinnen des TV Vaihingen treffen an diesem Sonntag (ab 11 Uhr) auf dem Sportplatz am Alten Postweg auf den TSV Dennach, der seit Jahren die Südstaffel dominiert, und auf den FSV Hirschfelde (TVV-Trainer Marco Lochmahr: „Mit Hirschfelde muss man immer rechnen.“). Es ist allerdings nur auf dem Papier der erste Spieltag. Denn die Vaihingerinnen mussten bereits am vergangenen Wochenende ran. Kurzfristig wurde der Spieltag in Karlsdorf vorverlegt. Und da hat die Mannschaft von Marco Lochmahr schon einmal Selbstvertrauen gesammelt. Gegen den ATS Kulmbach verlor sie zwar mit 0:3. Doch war jeder Durchgang umkämpft. Und gegen Karlsdorf setzten sich die Vaihingerinnen mit 3:2 durch – nach 0:2-Satz-Rückstand. „Das war extrem wichtig, dass wir gewonnen haben“, berichtet der TVV-Trainer. „Auch für die moralische Einstellung.“
Doch vor allem gegen die Karlsdorferinnen, die als Absteiger Nummer eins gehandelt werden, unterliefen den Vaihingerinnen „viel zu viele nervöse Fehler. Wir hatten Angst vor der Niederlage“, sagt Lochmahr. „Dann haben wir uns aber selbst aus dem Sumpf gezogen.“ Und genau das macht dem Trainer Mut. Lochmahr: „Ich weiß, dass es Spieltage geben wird, an denen wir praktisch vier Spiele in Folge mit 0:3 verlieren werden. Dann müssen wir die Rückschläge schnell abhaken und wieder die Spiele gewinnen, die wir gewinnen müssen.“ Und genau das hat seine Mannschaft bewiesen, dass sie das kann.
In der höheren Klasse setzt Lochmahr auf die Mannschaft, die zunächst vor einigen Wochen auch den Aufstieg in die 1. Bundesliga in der Halle geschafft hat. „Wir sind auf jeder Position sehr gut und doppelt besetzt. Außerdem haben wir viele Spielerinnen, die flexibel einsetzbar sind“, berichtet der Trainer. Nur auf einer Position hapert es etwas – auf der der Angreiferin. Lochmahr: „Es wäre eine Katastrophe, wenn Sandra Harsch ausfallen würde. Sie ist unsere einzige Angreiferin.“ Noch jemanden für diese Position zu verpflichten, ist gescheitert.
Ein weiterer Nachteil der Vaihinger Faustballerinnen ist, dass sie alle Spieltage ohne ihren Trainer absolvieren müssen. „Bis auf letzte Woche bin ich zeitgleich immer selbst mit den Männern im Einsatz“, sagt Lochmahr. Eine interne Lösung, jemanden mit ins Training zu integrieren oder zumindest Ersatz für die Spieltage zu finden, wurde noch nicht gefunden. „Wir haben viele gefragt. Aber bisher konnte es sich keiner vorstellen“, erzählt Lochmahr. „An diesem Wochenende hoffe ich auf Daniel Rothmaier. Wenn nicht, müsste die Mannschaft sich selbst coachen. Und damit wäre ich nicht glücklich.“ Ohne Trainer an der Seitenlinie müsse sich eine Spielerin gleichzeitig auf ihr Spiel konzentrieren und sich über taktische Umstellungen sowie Auswechslungen Gedanken machen. Lochmahr: „Und von außen sieht man vieles einfach ganz anders.“


