05/05 2010
Schwimmen entspannt und hält fit
Stuttgart/Vaihingen (ak). Kalt war es lange genug. Viele Wasserratten fiebern der Freibadsaison entgegen und freuen sich aufs Schwimmen an der frischen Luft. Der große Vorteil: Die Bewegung im Wasser zählt zu den gesündesten Sportarten überhaupt.
Schwimmen hat Tradition: Im 16. Jahrhundert wurde die Fortbewegung im Wasser erstmals als leibesertüchtigende Bewegungsart erkannt. Heute hat sich Schwimmen zu einer klassischen Ausdauersportart entwickelt, die auch bei Zielgruppen punktet, die sonst kaum passende Sportangebote finden. Mit Unterstützung des Sportmediziners Arno Bewig beantworten wir die wichtigsten Fragen rund um den Sport im nassen Element.
Welche Vorteile bietet Schwimmen?
Schwimmen entspannt, ist gelenkschonend und bestens geeignet, um das Herz-Kreislauf-System in Schwung zu halten. Durch regelmäßiges Schwimmen wird das Immunsystem gestärkt. Gleichzeitig wird die Körpermuskulatur gleichmäßig aufgebaut und die Koordinationsfähigkeit gefördert.
Ab welchem Alter sollten Kinder das Schwimmen lernen?
Bereits im Alter von drei Jahren können Kinder mit dem Schwimmen anfangen. Mit Schwimmbrettern, Stangen oder Schwimmflügelchen kann der Nachwuchs langsam an das Wasser gewöhnt werden. Grundsätzlich darf der Nachwuchs mit dem Wasser in Berührung kommen, sobald er Spaß dabei hat.
Warum sollten Senioren schwimmen?
Ältere können ihre Konzentrationsfähigkeit, Kondition und körperliche Fitness stärken. Es gilt als sicher, dass die Alterserscheinung Demenz viel später auftritt, wenn regelmäßig geschwommen wird.
Wie wichtig ist die Bewegung im nassen Element für kranke oder verletzte Menschen?
Zu Rehabilitationszwecken zum Beispiel nach Sportverletzungen ist das Schwimmen enorm wichtig. Die Muskulatur und Fitness werden allmählich aufgebaut. Gleichzeitig werden die verletzten Gelenke geschont.
Warum eignet sich Schwimmen auch für Schwangere, Menschen mit Übergewicht, Rückenschmerzen oder anderen Handicaps?
Durch den Auftrieb des Wassers wird das eigene Körpergewicht um ein Siebtel reduziert. Die Bewegungen fallen leichter. Durchs Bahnenziehen im Nass kann zudem der Kalorienverbrauch deutlich gefördert werden. Pro Stunde werden bis zu 700 Kalorien verbrannt. Auch Aquafitness sowie -jogging bieten sich für Menschen mit Gelenkproblemen an. Behinderte können je nach Art des Handicaps in Liften ins Wasser gelassen werden. In einem festen Sitz können sie so mit leichten Bewegungen etwa die Koordination ihrer Gliedmaßen trainieren.
Worauf muss beim Schwimmen im Freien besonders geachtet werden?
Die Sonnenbrandgefahr ist groß, und Hautkrebs ist eine der häufigsten Krebserkrankungen, jedes Jahr werden es mehr. Wie bei Krebskrankheiten oft üblich, tritt der Schaden erst Jahre später auf. Eltern aufgepasst: Jeder Sonnenbrand in der Kindheit erhöht das Risiko, später an Hautkrebs zu erkranken. Deshalb empfiehlt es sich, Lichtschutzfaktor 30 bis 50 aufzutragen.
Welche Übungen bieten sich im Wasser an?
1. Kondition und Kraft: Joggen in tiefem Wasser, als wenn man „Land gewinnen will“. Die Arme dienen zum Halten des Gleichgewichts. Wer seine Kondition verbessern will, sollte Tempowechsel einbauen. Dauer: zehn Minuten.
2. Seitliche Schulterpartie: Leicht gegrätscht ins Wasser stellen. Arme mit Paddels an den Händen seitlich ausstrecken und parallel zur Wasseroberfläche halten. Anschließend die Arme durchs Wasser ziehen und vor dem Bauch kreuzen. Dreimal 20 Wiederholungen.
3. Schultermuskeln vorn: Gegrätscht ins Wasser stellen. Die Arme gestreckt mit den Paddels vor dem Körper zur Wasseroberfläche führen. Dreimal 20 Wiederholungen.
4. Strammer Po: Die Beine abwechselnd zur Seite ziehen und wieder nach unten. Das Gleiche in der Vorwärtsbewegung. Dreimal 20 Wiederholungen.
5. Rücken dehnen: Mit durchgestrecktem Bein an den Beckenrand stellen. Das andere Bein auf die Kante legen. Nun den Körper leicht zum Beckenrand bewegen. 30 Sekunden halten und wechseln.
6. Flexibilität in der Hüfte: Auf ein Bein stellen und das andere anwinkeln. Mit dem angewinkelten Bein soll nun eine Acht beschrieben werden. Das Knie sollte dabei am höchsten Punkt auf Hüfthöhe angezogen werden. Oberkörper gerade halten. Anschließend das Bein wechseln. Fünf Serien mit jeweils 20 Wiederholungen.
7. Schöne Schenkel: Am Beckenrand mit den Händen festhalten und mit gestreckten Beinen kurz unter der Wasseroberfläche strampeln. Fünf bis zehn Minuten.
Weitere Informationen gibt es unter:
www.enztalbad.de
www.schlossfreibad.de
Info
Freibäder in der Region bieten mehr als nur Schwimmen an
Enztalbad Vaihingen: Mehrzweck-, Nichtschwimmer- und Kinderplanschbecken mit Elefantenrutsche, Eltern-Kind-Bereich, Beachvolleyball, Tischtennis, Schach, geöffnet seit 1. Mai, Öffnungszeiten Mai bis 15. Juni 9 bis 20.30 Uhr, 16. Juni bis 15. August 8.30 bis 21 Uhr, 16. August bis September 9 bis 20 Uhr, Walter-de-Pay-Straße 37.
Freibad Mühlacker: 50-Meter-Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken, Kinderplanschbecken auf zwei Ebenen mit Rutschen, Wasserdüsen und Sonnensegel, 80-Meter-Rutsche, Wassersprudler, Fontänen, Spielpiratenschiff, Beachvolleyball, Streetbasketball, Fußballtore, Tischtennis, geöffnet seit 1. Mai, Öffnungszeiten 9 bis 20 Uhr, mittwochs ab 7 Uhr, Rappstraße 36.
Schlossfreibad Sachsenheim: 50-Meter-Sportbecken, Drei-Meter-Sprunganlage, 100-Quadratmeter-Kinderplanschbecken mit Wasserrutschen und Schiffchenkanal auf zwei Ebenen, Spielschiff Pinta, verschiedene Sportkurse, geöffnet ab 13. Mai, Öffnungszeiten montags bis mittwochs 9 bis 20 Uhr, donnerstags bis sonntags 9 bis 18.30 Uhr, Bahnhofstraße 26.
Freibad Eberdingen: kleines Freibad in schöner Lage, geöffnet ab 16. Mai, Öffnungszeiten von 9.30 bis 19.30 Uhr je nach Witterung, Badweg 19.
Freibad Mönsheim: kleines Freibad in schöner Lage, geöffnet ab 15. Mai, Öffnungszeiten 9.30 bis 20 Uhr je nach Witterung, Badstraße. (nac)
