Freitag, 25. Mai 2012

Übers glitschige Gras getrabt




Besucherattraktion trotz Regenwetters: Das Trabrennen auf der Nussdorfer 600-Meter-Bahn lockte am Nachmittag rund 1200 Gäste an. Foto: Küppers
Besucherattraktion trotz Regenwetters: Das Trabrennen auf der Nussdorfer 600-Meter-Bahn lockte am Nachmittag rund 1200 Gäste an. Foto: Küppers

Nussdorf (rkü). Siegwette, Platzwette oder doch lieber eine Dreierwette? Am Rand des Nussdorfer Pferderennens hatten die Besucher gestern die freie Wahl, wie sie auf den Ausgang der Galopp- und Trabrennen setzten. Trotz Regenwetters kamen 1200 Gäste zu der weit und breit einzigartigen Versanstaltung.

„Früher hatten wir schon 3000 Besucher, aber das ist viele Jahre her“, berichtet Imanuel Rapp. Das Pferderennen auf der riesigen Anlage des Reit-, Fahr- und Zuchtvereins Nussdorf ist immer noch ein kräftiger Publikumsmagnet, auch wenn die früheren Besucherzahlen bei weitem nicht mehr erreicht werden. Entsprechend zurückgegangen sind auch die Wetteinsätze. Gleichwohl sind die Pferdewetten in Nussdorf immer noch sehr beliebt – wo sonst gibt es schon die Möglichkeit, ganz legal auf den Ausgang eines sportlichen Ereignisses zu wetten und wenige Minuten später zu wissen, ob man mit seiner Voraussage richtig lag? Als Einsatz waren einzelne Euromünzen ebenso angesagt wie größere Geldscheine. „Bei keinem Rennen kann mehr Geld ausgeschüttet werden als es vorher an Einsätzen gab“, verdeutlicht Rapp. Wer auf einen Außenseiter setzte, der überraschend das Rennen gewann, konnte dennoch ein hübsches Sümmchen erwirtschaften. Um es den Besuchern zu erleichtern, auch in letzter Minute noch ihre Tipps abzugeben, hatten die Veranstalter nicht nur das große Wettbüro entlang des Stalls eingerichtet, sondern kleine Außenstellen auch unmittelbar an der Rennbahn und im Gastronomiebereich installiert – direkt im größten Besucherandrang.

Die Hauptdarsteller des gestrigen Großereignisses waren vierbeinig und wurden entsprechend ihres Stockmaßes in verschiedene Klassen eingeteilt. Außerdem starteten Warmblüter, Kaltblüter und Araber in eigenen Klassen. Damit sollte bei den insgesamt neun Rennen die Chancengleichheit gewahrt werden. Die Hauptattraktion des Nussdorfer Pferderennens, das Trabfahren, stellte für die Organisatoren eine besondere Herausforderung dar. „In Baden-Württemberg gibt es nur noch ungefähr 20 statt 70“, erläutert Rapp. „Wir haben uns anstrengen müssen, überhaupt welche zu bekommen.“
Fünf Gespanne gingen letztlich auf die Strecke – diese war durch Regen glitschig und stellte eine Gefährdung für Pferde und Fahrer dar. Nach ein paar Proberunden konnte das Rennen beginnen, das Jürgen Würtz mit Jimmy Höwings von Anfang an dominierte. Die Streckenlänge von beinahe zwei Kilometern bedeutete, dass der Tross auf der 600 Meter langen Bahn mehrmals in voller Fahrt an den Zuschauern vorbeikam. Von einem Geländewagen aus verfolgten Schiedsrichter genau, ob auch die Gangart Trab eingehalten wurde. Denn falls eines der Pferde beispielsweise zu viele Galoppsprünge gezeigt hätte, wäre eine Disqualifikation fällig gewesen. Dazu kam es gestern aber nicht.

Aufgelockert wurden die Rennen, die jeweils nur wenige Minuten in Anspruch nahmen, von zahlreichen Schaunummern. Da traten Hunde, Geländereiter, Indianer und Esel in Aktion. Gerade beim Eselrennen war im Vorfeld nicht klar, ob die Grautiere, die für ihren Eigensinn bekannt sind, wirklich rennen würden oder nicht doch lieber am frischen Grün zupfen. „Es sind alle gerannt, gefressen hat keiner“, verkündete Inge Gaupp seitens der Veranstalter. Zweimal musste der auf dem Gelände stationierte Rettungsdienst tätig werden. Einer der beiden Stürze ereignete sich nach einer Vorführung bei der Ehrenrunde. Wie am Abend zu erfahren war, sind die Stürze aber relativ glimpflich verlaufen.




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