Freitag, 25. Mai 2012

Disziplin als Schlüssel zum Erfolg




Disziplin als Schlüssel zum Erfolg
Trainer Nazario Manduzio verlangt Pünktlichkeit und Selbstbeherrschung von den Kickern des TSV Häfnerhaslach

Häfnerhaslach (rkü). Der neue Fußballtrainer des TSV Häfnerhaslach will eine Mannschaft, die als geschlossene Einheit auftritt. „Ich bin ein bisschen ein Disziplin-Fanatiker“, sagt Nazario Manduzio. Sein persönliches Ziel hat er sich schon gesteckt: Wenn das Team absteigt, strebt er den sofortigen Wiederaufstieg in die Kreisliga A3 an.

„Vor zwei Wochen habe ich einen Anruf vom Vorstand des TSV Häfnerhaslach bekommen“, berichtet Nazario Manduzio. Nach drei Jahren Pause steigt der 36-Jährige aus Besigheim jetzt wieder ins Trainergeschäft ein. „Bevor ich zugesagt habe, war ich aber erst einmal zu Gast beim Spiel Häfnerhaslach gegen Wiernsheim.“ Das Auftreten der Mannschaft aus Häfnerhaslach gefiel Manduzio. „Der Eindruck war recht positiv. Es gab keinen großen Unterschied zum TSV Wiernsheim, der in der Tabelle viel weiter oben steht. Häfnerhaslach hat das Spiel auch verdient gewonnen.“ Er habe noch zweimal drüber geschlafen, sagt Manduzio. „Dann habe ich noch einmal mit meiner Frau darüber gesprochen und schließlich zugesagt. Ende Juli wird Trainingsauftakt sein.“

Bei der Frage nach seinen typischen Eigenschaften muss Manduzio nicht lange überlegen. Für ihn sei es wichtig, dass in einer Mannschaft Disziplin herrsche. Pünktlichkeit bei Spiel und Training sind für ihn eine Selbstverständlichkeit, andernfalls erwartet er ein frühzeitiges Abmelden. „Rote Karten wegen Nachschlagens oder Beleidigungen kann ich gar nicht leiden.“ Da könne er sehr schnell unangenehm werden, gibt er zu.

Der neue TSV-Trainer hat selbst jahrelange Erfahrung als Spieler in der Bezirksliga gesammelt. Von der F-Jugend an spielte er bei der SpVgg Besigheim. Als er schließlich bei den Aktiven auf dem Platz stand, engagierte er sich auch für die Nachwuchskicker. Er übernahm zwei Jahre lang das Training der A-Jugendlichen und anschließend das der zweiten Mannschaft. „Nur ein Jahr lang habe ich beim TSV Münchingen gekickt, dann bin ich aber wieder nach Besigheim zurück.“ Dort wurde Manduzio sogar Torschützenkönig.

Die vom Abstieg bedrohten Sportfreunde Großsachsenheim holten den erfolgreichen Bezirksliga-Spieler als Spielertrainer, um mit einem Kurswechsel den Klassenerhalt in der Kreisliga A3 zu schaffen. Doch der Karren steckte zu tief im Dreck, die Mannschaft zerfiel zusehends und Manduzio beendete sein Engagement nach wenigen Monaten. Er wechselte zum AC Italia Markgröningen, wo er ebenfalls als Spielertrainer wirkte und an der Spitze der A-Klasse mitspielte. Diese Aufgabe beendete er nach einem Jahr, weil er sich mit einer Versicherungsagentur in Besigheim selbstständig machte.

Jetzt, drei Jahre später, haben sich die Arbeitsabläufe soweit eingespielt, dass er auch wieder dem Hobby Fußball frönen kann. „Ich habe nicht unbedingt eine Stelle als Trainer gesucht“, schränkt er ein. „Aber ich habe schon vor einem halben Jahr zum Häfnerhaslacher Torwart Raffaele Alessandro gesagt, dass ich nicht abgeneigt wäre – wenn das Umfeld passt.“ Auch andere Spieler des TSV Häfnerhaslach kenne er persönlich. „Die haben wohl ihrem Vorstand einen Tipp gegeben und der ist jetzt auf mich zugekommen.“

Als langjähriger Mitwirkender und Beobachter des Fußballgeschehens in der Region sind Manduzio die Vereine in der Kreisliga A3 ebenso bekannt wie die in der B5. Egal ob der TSV Häfnerhaslach seine Minimalchance auf den Klassenerhalt nutzen kann oder den wahrscheinlicheren Gang in die B-Liga antreten muss – der neue Trainer dürfte sich schnell heimisch fühlen. Allerdings will er in der B-Liga nicht lange verweilen. „Der Vorstand hat mir nicht die Vorgabe gemacht, sofort wieder aufzusteigen, aber ich habe es als persönliches Ziel.“ Falls dies nicht auf Anhieb zu schaffen sei, will er sich allenfalls noch mit dem dritten Platz zufrieden geben.

Um eine Chance zu haben, dieses Vorhaben zu verwirklichen, ist Manduzio auf eine intakte Mannschaft angewiesen. Er macht deutlich, dass ein Engagement für ihn nicht in Frage gekommen wäre, falls nach dem Abstieg die Mannschaft auseinanderbrechen würde. „Die will aber im Großen und Ganzen zusammenbleiben“, gibt sich der neue Trainer zuversichtlich.




Seitenanfang