Freitag, 25. Mai 2012

Endlich: Iptingen hat es geschafft




Fußball, Kreisliga B5
Im vierten Anlauf hat sich der SV Iptingen den Aufstieg in die Kreisliga A3 gesichert

Iptingen (ev). Geplant war nichts. „Geil war es trotzdem“, sagt Iptingens Spielleiter Michael Gille über die spontane Meisterfeier seiner Mannschaft. Keiner im Lager des Fußball B-Ligisten hatte geglaubt, dass der Konkurrent aus Großglattbach patzt. Eine Feier mit Sekt- und Bierdusche gab es am Sonntag trotzdem.

Iptingens Trainer Wolfgang Schenkel, Spielleiter Michael Gille und die Ersatzspieler waren informiert: Großglattbach liegt hinten, Iptingen ist Meister. Die Spieler auf dem Platz wussten nichts. Als Schiedsrichter Rudolf Kisch das Kreisliga-B5-Spiel beendete, guckten Eftal Cebeci, Andreas Gerhard und Co. nicht schlecht, als plötzlich alle aufs Feld stürmten, sich umarmten, jubelten und feierten. „Auch heute haben wir es noch nicht richtig gecheckt“, sagte Spielleiter Michael Gille gestern. Dabei ist es der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte: Iptingen steigt erstmals in die Kreisliga A3 auf.

Dreimal ist die Mannschaft in den vergangenen drei Jahren an diesem Vorhaben gescheitert – immer knapp. Auch dieses Jahr sah es zunächst so aus, als müsste Iptingen wieder in die Relegation.

In der Winterpause lag der SVI zwar nur zwei Punkte hinter Spitzenreiter Großglattbach, hatte den schärfsten Konkurrenten im direkten Duell geschlagen, doch im Laufe der Rückrunde wuchs der Rückstand auf sieben Zähler an. Es sah so aus, als scheiterte der Verein auch dieses Mal knapp, doch dann geriet Großglattbach ins Stolpern und verspielte den Vorsprung.

Dementsprechend niedergeschlagen waren die Großglattbacher am Sonntag. Lange wurde noch heftig diskutiert und geredet, warum es nicht geklappt hat. „Gegen Hohenhaslach waren wir einfach schlecht“, sagt Abteilungsleiter Werner Geiger, fügt dann aber hinzu: „Ich gönne es den Iptingern.“ Gleich mehrere Trainer und Mannschaften gratulierten Iptingen noch am Sonntag: Hohenhaslach, Kleinglattbach und eben auch Großglattbach.

Nebenbei mussten die Iptinger aber noch ihre spontane Meisterfeier organisieren. Schon gegen Ende des Spiels zogen ein paar Grün-Weiße los und besorgten Sekt. Als in Lomersheim dann aber das Bier ausging, haben sie das heimische Vereinsheim besetzt. Erst nach Mitternacht war die Party beendet. Trockene T-Shirts gab es keine mehr. „Jeder hat eine Bierdusche abgekommen. Auch meine Frau und ich“, erzählt Schenkel. Er hatte gestern immer noch das Gefühl, nach dem Gerstensaft zu riechen.

„Das Fest war schon sehr spontan“, so Michael Gille. „Aber lieber so, als am letzten Spieltag. Wer weiß, ob da unsere Nerven mitgemacht hätten“, so Schenkel. Schon die vergangenen Wochen wären anstrengend gewesen, denn durch die Tabellensituation hätte die Mannschaft nicht locker lassen können.

Außerdem gibt es nun ein zweites Fest. Am letzten Spieltag, am 7. Juni, ist Großglattbach zu Gast in Iptingen. Das ist das Spiel, in dem Wolfgang Schenkel zum letzten Mal an der Seitenlinie stehen wird. Danach wird er den Verein verlassen. „Es könnte keinen schöneren Abschluss geben“, meinte er. So hat er es sich gewünscht.
Michael Gille plant schon für die Feier und für die Verabschiedung des Trainers. „Es wird auf jeden Fall T-Shirts geben und ein paar andere Überraschungen“, verrät er. Und was möchte Schenkel zum Abschluss sagen? „Die Meisterschaft ist verdient. Vor allem wenn man den Aufwand bedenkt, den die Spieler betrieben haben. Es gab keine Trainingseinheit, in der weniger als 20 Spieler da waren, egal bei welchem Wetter. Iptingen hat es sich einfach verdient.“




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