Ensingen (rkü). Der TSV Ensingen hat den Klassenerhalt in der Fußball-Kreisliga B5 gesichert, obwohl er gestern verlor. Der Grund: Auch die übrigen Mannschaften, denen noch der Relegationsplatz drohte, sammelten keine Punkte und stehen noch schlechter da. Da konnte Ensingen in der Nachspielzeit sogar auf einen Elfmeter verzichten.
Marcel Welte lief in der 92. Minute aufs Tor der Gäste zu. Sein Team, der TSV Ensingen, lag 1:2 hinten und brauchte unbedingt ein Unentschieden, um den Klassenerhalt sicher zu haben. Dann wurde Welte gefoult, besser gesagt: Oberriexingens Torwart Joachim Bäuerle berührte ihn bei dem Versuch, ihm den Ball abzunehmen. Mitspieler des Ensinger Angreifers rissen schon die Arme hoch, um den Strafstoß einzufordern. Doch Marcel Welte lief weiter aufs Tor zu – einen Treffer erzielte er aber nicht. Hätte sich der 20-Jährige fallen lassen, hätte sein Team einen Foulelfmeter bekommen. Das bestätigte Schiedsrichter Mustafa Kizilkanli nach dem Spiel: „Wenn er fällt, dann wär’s ein Elfmeter gewesen.“
Die Begegnung endete aus Ensinger Sicht mit einer 1:2-Niederlage. „Der Ausgleich wäre auch sehr glücklich gewesen“, gab Hans-Jürgen Söll seitens der Gastgeber zu. In der Tat war der TSV Oberriexingen über weite Strecken das spielbestimmende Team. Vor allem in der ersten Hälfte war die Überlegenheit der Gäste zu spüren.
Oberriexingens Benjamin Langhans kam ein ums andere Mal gefährlich nah vors Tor der Gastgeber, dabei begleiteten ihn wahlweise Sascha Streicher, Andreas Kunz und Gökhan Yerlikaya. Doch die jungen Wilden des TSV Oberriexingen gebärdeten sich beim ersten Versuch zu ungestüm, beim zweiten schossen sie knapp am Tor vorbei und dann wieder gelangte der Ball beim Vorwärtsdrängen ungewollt über die Seiten- oder Torauslinie. Irgendetwas ging immer schief. Ein Freistoß flog nicht nur über die Mauer, sondern gleich über den gesamten Strafraum hinweg ins Aus.
Glück hatte Benjamin Langhans in der zehnten Spielminute. Nachdem der Unparteiische ein Foul bei seinem allzu forschen Vorwärtsdrang gepfiffen hatte, drosch der Spieler das Leder ins Ballfanggitter. Kizilkanli beließ es in dieser Situation bei einer mündlichen Ermahnung. Er hatte die Partie im Griff, ohne viel Farbe ins Spiel bringen zu müssen. Lediglich in der etwas hektischeren Schlussphase musste er einmal den gelben Karton zücken.
Torchancen gab es gestern in Ensingen viele, Treffer dagegen nur drei. Der erste fiel in der 40. Minute. Benjamin Langhans hatte die Ensinger Abwehr ausgetanzt. Seine Mitspieler forderten ihn schon auf, abzuspielen, doch er wollte endlich einen Angriff erfolgreich abschließen – dieses Mal gelang der Führungstreffer zum 1:0. Oberriexingens Torwart Joachim Bäuerle musste sich unmittelbar vor dem Pausenpfiff noch einmal strecken, um den Ball kurz vor der Torlinie aus der Luft zu pflücken.
Nach dem Seitenwechsel schien sich die Partie zu einem lahmen Sommerkick zu verflachen. Das passende Wetter gab es gestern. Doch schon nach kurzer Zeit zeigten beide Teams wieder Einsatzbereitschaft. Oberriexingen wollte angesichts der vielen vergebenen Torchancen zum Erfolg kommen und Ensingen brauchte noch den einen Punkt zum sicheren Klassenerhalt. Nachdem in der 60. Minute Sebastian Schüle den Ensinger Angreifer Marc Eiberger unmittelbar außerhalb des Strafraums zu Fall gebracht hatte, gab es Freistoß. Der Ball wurde von der Mauer weit nach oben abgelenkt und fiel dann in steilem Winkel Richtung Tor. Einen Moment lang zweifelte Oberriexingens Schlussmann Bäuerle, ob der Ball vor oder hinter der Torlinie aufschlagen würde. Er schlug dahinter auf – allerdings senkte sich der Ball von außen aufs Netz und landete genau auf dem Kopf des Torwarts. Im Gegenzug kamen die Gäste zu ihrem zweiten Treffer, als Langhans nach einem der vielen Pfostenschüsse das Leder doch noch im Tor versenkte.
Von nun an drehte Ensingen kräftig auf. Marcel Welte brachte den Gästetorwart in Bedrängnis, so dass er sich mit voller Kraft nach dem Ball hechten musste. Den Anschlusstreffer für Ensingen erzielte Michael Schmid. Den Ausgleich hätten die Gastgeber in der Nachspielzeit erzielen können – wenn sie den möglichen Strafstoß herausgeschunden hätten.
TSV Ensingen: Seizinger – Solar, Markus Baumgärtner, Phil Lambert, Geinitz, Eiberger, Schmid, Welte, Florian Matthias, Wasserbäch (70. Yildiz), Fritz.
TSV Oberriexingen: Joachim Bäuerle – Sebastian Schüle, Patrick Schüle, Dietz, Roll, Gyenes (80.Bauer), Pfeiffer (70. Kevin Streicher), Sascha Streicher (75. Markus Bäuerle), Langhans, Kunz, Gökhan Yerlikaya.
