Freitag, 25. Mai 2012

Thomas Marbach zieht die Reißleine




Der VfR Sersheim (grüne Trikots) bangt um den Klassenerhalt in der Kreisliga A3. Trainer Thomas Marbach nahm jetzt seinen Hut. Foto: Wirth
Der VfR Sersheim (grüne Trikots) bangt um den Klassenerhalt in der Kreisliga A3. Trainer Thomas Marbach nahm jetzt seinen Hut. Foto: Wirth

Sersheim (rkü). Thomas Marbach gibt auf. Der Fußballtrainer des VfR Sersheim ist von der Leistung seiner Mannschaft maßlos enttäuscht. Sie kassierte am Sonntag eine 3:6-Klatsche im Abstiegsduell gegen den TSV Bönnigheim. Jetzt soll Markus Antoni das Ruder noch einmal herumreißen und den Klassenerhalt in der Kreisliga A3 sichern.

„Ich bin seit Sonntag um 22 Uhr nicht mehr Trainer in Sersheim“, verkündete Marbach gestern. Die 3:6-Niederlage im möglicherweise entscheidenden Spiel war zu viel für den 58-jährigen Fußballtrainer. „Wir haben in diesem Spiel völlig versagt. Das nehme ich auf meine Kappe. Ich habe keine Erklärung für diese Leistung.“
Alle 14 Spieler, die er eingesetzt habe, hätten nicht den Einsatz gebracht, den man von ihnen erwarten konnte. „Es musste allen klar sein, dass sie kämpfen müssen – jetzt sind wir sang- und klanglos untergegangen.“ Nach diesem Spiel war für Thomas Marbach klar, dass er kein weiteres Training dieser Mannschaft leiten will. „Ich müsste hinstehen und die Spieler beleidigen, aber das will ich nicht und das würde in dieser Situation auch nichts bringen.“ Wobei Marbach gleich anfügt: „In so einer Situation war ich noch nie.“ Zwei Spieltage vor Saisonende ist der Abstand auf einen Abstiegsplatz von fünf auf zwei Punkte geschrumpft. „Mit mir an der Spitze geht es nicht mehr.“ Darum bot Marbach unmittelbar nach Spielende den Verantwortlichen des VfR Sersheim seinen Rücktritt an. Zwei Spiele stehen noch aus, vielleicht lasse sich mit einem neuen Kopf noch etwas machen.

Auf Vereinsseite zögerte man, das Rücktrittsangebot des Trainers anzunehmen. Um 22 Uhr kam dann aber doch der klärende Anruf. Spielleiter Andreas Ludwig teilte Marbach mit, dass man mit dieser Lösung leben könne. Das Training soll von heute an Markus Antoni leiten. Der frühere Spieler und Jugendtrainer des VfR, der auch in der laufenden Saison mehrfach in der ersten und zweiten Mannschaft aushalf, soll neuen Schwung in das Team bringen. „Er muss mit den Spielern keine Standards üben. Es geht um die Einstellung, um den Zusammenhalt und um das Kämpferische“, umschreibt Ludwig die Aufgabe des neuen Trainers.

Die Amtszeit von Markus Antoni soll extrem kurz sein. Erst vor einer Woche hat der VfR Sersheim in Björn Hammel den Trainer für die kommende Saison verpflichtet. Thomas Marbach hatte bei der Suche nach seinem Nachfolger mitgewirkt. Dass er selbst so schnell abtreten und damit eine Zwischenlösung erforderlich machen würde, hatte er nicht erwartet. Auch die Verantwortlichen auf Seiten des VfR hatten ihn am Sonntagabend darum gebeten, noch einmal drüber zu schlafen und die Entscheidung nicht spontan zu fällen. Doch für den bisherigen Trainer, der beinahe drei Jahre in Sersheim gewirkt hat, war der Schlussstrich bereits gezogen.

„Ich wollte, dass er die zwei Spiele noch als Trainer bei uns bleibt“, betonte Andreas Ludwig gestern. „Aber er hofft, dass durch diesen kurzfristigen Wechsel noch ein Ruck durch die Mannschaft gehen könnte.“ Das unterstrich auch der scheidende Trainer: „Ich traue es der Mannschaft noch zu, dass sie den Klassenerhalt schafft.“ Über seine eigene Zukunft hat er sich noch wenig Gedanken gemacht. „Bei mir ist im Moment überhaupt nichts geplant. Ich muss das jetzt erstmal wegstecken.“




Seitenanfang