Roßwag (ev). Roßwag spielt auch in der kommenden Saison in der Fußball-Kreisliga A3. Nach einer verkorksten Rückrunde hatte sich der FVR eigentlich wieder gefangen. Gegen den Tabellenzweiten Lomersheim verwirkte er nun seine letzte Chance. Nach dem 1:3 ist auch rechnerisch nichts mehr möglich.
Nach dem drittletzten Spieltag ist eines so gut wie sicher: die Lomersheimer müssen ihren Urlaub verschieben – auf sie wartet sehr wahrscheinlich die Relegation zur Fußball-Bezirksliga. Die hätte auch der FV Roßwag gerne erreicht. Nach zwei Siegen in Folge waren die Lila-Weißen wieder an Lomersheim dran. Mit einem Sieg im Spitzenspiel der Kreisliga A3 hätten sie den Abstand auf den Relegationsplatz auf zwei Punkte verkürzt. „Wir wollten unsere letzte Chance eigentlich nutzen“, sagte Trainer Matthias Steinbach, der Roßwag am Saisonende verlässt.
Seine Elf schien dies verinnerlicht zu haben. Schon nach vier Minuten hatte Manuel Gayer eine gute Chance, nachdem Michel Kowalski den Ball von der Grundlinie zurück gespielt hatte. Insgesamt bestanden die ersten 25 Minuten aber darin, dass Roßwag und Lomersheim abwarteten und auf den Fehler des anderen lauerten.
Die ersten Fehler machte der FVR. Zunächst an der Mittellinie, dann stürmte Torwart Salvatore Rivarolo aus seinem Gehäuse. Es war zwar knapp, doch Rivarolo konnte Sven Kamptmann nicht stoppen – 1:0. Das Gegentor weckte die Heimelf so richtig auf. Ein schneller Konter über Kowalski und Marcus Menge war die erste gute Aktion. Es folgte eine ähnliche Situation wie beim Lomersheimer Tor. Sascha Wächter kam raus, Robin Gittinger lupfte den Ball über ihn – doch der Winkel war zu spitz. Michel Kowalski hatte die dritte Chance innerhalb von vier Minuten, doch dann schlug Simon Roller zu. Er versenkte eine Flanke von Frank Scheible zum 2:0. „Dann war das Spiel eigentlich gelaufen“, analysierte Phönix-Trainer Claus Piayda.
Roßwag kam vor der Pause noch zu einer guten Szene, doch Piayda hatte recht.
Nach Wiederanpfiff klaffte in der Roßwager Abwehr eine Riesenlücke. Den ersten Schuss von Scheible parierte Rivarolo, den von Kamptmann lenkte der Pfosten ab, der dritte Schuss flog in die Wolken.
Danach war eigentlich nicht mehr viel los. Die Roßwager agierten wieder mit langen Bällen, die die sicher stehende Lomersheimer Abwehr aber nahezu immer abfing. Nach vorne ließen es die Lomersheimer ruhig angehen – ein Spitzenspiel sieht anders aus. Wenn es aber nach vorne ging, dann war es oft sehenswert oder torgefährlich. So fiel auch das 3:0. Nach einem Freistoß von Scheible kam Kamptmann frei stehend zum Kopfball.
Die zweite Hälfte war zwar für die Zuschauer etwas zäh, weil erstens zerfahren und es zweitens regnete, doch die Lila-Weißen bekamen in der 78. Minute einen Grund zum Jubeln. Manuel Gayer zog ab. Sein Distanzschuss landete zum 1:3 in den Maschen.
Das einzige, was bis zum Ende noch erwähnenswert ist, war die Brille von Rainer Burkhardt, die kaputt gegangen ist. Für Ersatz konnte allerdings gesorgt werden.
„Es war klar, dass die Lomersheimer die 2:0-Führung routiniert über die Zeit bringen. Wir haben gar nicht damit gerechnet, noch viele Chancen zu bekommen“, analysierte Steinbach hinterher. Mit der ersten Halbzeit war er zufrieden, nur mit der Chancenverwertung nicht. „Die Hundertprozentigen müssen wir machen“, sagte er. Durch die Niederlage hat seine Mannschaft auch rechnerisch keine Chance mehr auf die Relegation. Steinbachs Amtszeit wird also nicht verlängert.
Dafür freut sich Phönix-Trainer Piayda bereits auf die Entscheidungsspiele. „Wir haben eine gute Chance. Was dann nächste Saison ist, müssen wir abwarten.“
FV Roßwag: Rivarolo – Stork, Boochs (70.Hüseyin), Manuel Gayer, Burkhardt, Seyb (57. Gatzionis), Haller, Kowalski, Menge (76. Hoppe), Gittinger, Hoffmann.
Phönix Lomersheim: Wächter – Morgante, Armin Völlnagel, Markus Völlnagel, Waldhaus, Walter, Scheible, Knapp (76. Bürk), Kamptmann, Roller (64.Christofori), Fischer.
