Freitag, 25. Mai 2012

SV Riet vor dem Aus?




SV Riet vor dem Aus?
Fußball, Kreisliga B5: Rudolf Nedorost sucht einen Abteilungsleiter und einen Trainer

Riet (ev). Der Abstieg des SV Riet aus der Fußball-Kreisliga B5 ist besiegelt. Nächste Saison wird der Verein keine zweite Mannschaft mehr stellen und der Abteilungsleiter hat vor einer Woche sein Amt hingeworfen. Die Zukunft des Fußballs in Riet ist ungewiss.

Die Situation, in der sich der Fußball in Riet befindet, ist besorgniserregend. Dabei ist nicht einmal die sportliche Situation das Schlimmste, obwohl Riet in der Fußball-Kreisliga B5 abgeschlagen Letzter ist und bereits 102 Gegentreffer kassiert hat. Die Frage, die den Verantwortlichen Sorgenfalten auf die Stirn treibt, ist: Hat die Fußballabteilung noch eine Zukunft?

Es war ein schleichender Prozess. Sportlich läuft es bei den Rietern schon seit drei Jahren nicht mehr rund. 2006 und 2007 schaffte die Mannschaft den Klassenerhalt erst in der Relegation, in der vergangenen Saison schrammte sie nur knapp an den Entscheidungsspielen vorbei. Dieses Jahr hat es den SV Riet erwischt. Die Mannschaft steigt ab.

Auf dem Platz stimmen die Ergebnisse nicht, im Umfeld fehlt die Bereitschaft, sich zu engagieren. Schon Spielertrainer Martin Stotz, der den Verein vor einem Jahr verlassen hat, monierte: Es komme nichts von den Spielern zurück. Auch Abteilungsleiter Andreas Wagner fühlte sich im Stich gelassen. Seine Telefonkosten stiegen vor dem Wochenende immer sprunghaft an. Er musste 22 Spieler für die erste und zweite Mannschaft zusammentrommeln. Platz richten, kassieren... – nur selten war jemand bereit, Wagner zu helfen. „Ich war wahrscheinlich zu gutmütig“, meint er. Doch selbst Drohungen und die zwischenzeitliche Niederlegung seines Amtes, haben nichts bewirkt. Vergangene Woche war es dann zu viel. Wagner gab seinen Job endgültig ab. „Ich habe keine Lust mehr, für alle der Trottel zu sein“, meint er. „Ich bin mal gespannt, ob die Mannschaft am Sonntag überhaupt Trikots hat.“

Wie soll es nun weitergehen? Wegen des andauernden Misserfolgs ist die Trainingsbeteiligung schlecht. Laut Wagner hat die Mannschaft auch schon lange nichts mehr gemeinsam unternommen.

Klar ist auf jeden Fall, dass es 2009/2010 keine zweite Mannschaft mehr geben wird. „Wir konzentrieren uns auf ein Team“, sagt Rudolf Nedorost, der erste Vorsitzende des Gesamtvereins. Drei Spieler – Constantinos Effrosinidis, Marco Wolf und Philipp Janzen – werden den Verein verlassen, die anderen haben zugesagt, zu bleiben. „Ich hoffe, dass sie zu ihrem Wort stehen“, sagt Nedorost.

Indes sucht er nach einem Abteilungsleiter und einem Trainer – Oliver Buck hört auf. „In Sachen Trainer wird es wohl eine interne Lösung geben. Extern funktioniert bei uns nicht.“ Die Sache mit dem Abteilungsleiter wird schwieriger. Nedorost will die Arbeit auf mehrere Schultern verteilen. Diese müssen jedoch erst noch gefunden werden.

Vor ein paar Jahren gab es eine Spielgemeinschaft zwischen Riet und Aurich. Der Verband erlaubte damals nicht, die Spiele abwechselnd in beiden Orten auszutragen, wodurch finanzielle Einbußen drohten und die Vereine wieder getrennte Wege gingen. Eine erneute Kooperation will Nedorost nicht ausschließen, noch gibt es aber keine Überlegungen in diese Richtung.

Denn noch glaubt der Vorsitzende fest an die Zukunft der Fußballabteilung. Zum einen ist das purer Optimismus, zum anderen das Wissen, dass es nächste Saison wieder A-Junioren gibt.

Sechs Rieter spielen in der kommenden Saison mit einer Gastspielerlaubnis für die A-Jugend des TSV Hochdorf. „Ich bin optimistisch, dass wir für die nächste Saison eine Mannschaft zusammenbekommen, um den Spielbetrieb noch eine Saison zu gewährleisten“, sagt Rudolf Nedorost: „Die Zeit wird zeigen, ob wir es länger schaffen.“ Wenn er jedoch scheitert, ist Riet der erste Teilort der Stadt ohne Fußballmannschaft.




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