14/05 2009
Verwirrung bei den Faustballern
Vaihingen/Frankfurt. (ev/kor) – Für eine Überraschung hat der Deutsche Turner-Bund gesorgt. Der DTB veröffentlichte in einem Newsletter die Namen der Sportler, die zu den World Games fahren. Das sorgte für Verwirrung, weil der Faustball-Bundestrainer seine Nominierung eigentlich erst im Juni bekannt geben wollte.
Michael Marx, Kolja Meyer, Marco Lochmahr und Andreas Rothmaier – laut dem wöchentlichen Newsletter des Deutschen Turner-Bundes (DTB) sind diese vier Spieler für die World Games, die Weltspiele der nicht-olympischen Sportarten, nominiert.
„Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll“, sagte Andreas Rothmaier. „Das ist ja ein Brecher“, entfuhr es Marco Lochmahr als er die acht Namen hörte und den offiziellen Charakter der Mitteilung realisierte. So rechte Freude wollte sich aber weder bei den beiden noch bei Kolja Meyer einstellen, obwohl die World Games vom 16. bis 26. Juli in Taiwan ihr erklärtes Ziel waren.
Der Grund für ihre Zurückhaltung: Bundestrainer Olaf Neuenfeld will den Kader für das Großereignis eigentlich erst am 14. Juni bekannt geben.
Aber wie kamen die Namen dann in den DTB-Newsletter? Das weiß auch Bundestrainer Neuenfeld nicht so genau. „Das war wohl ein Kommunikationsfehler“, sagte er. „Ich bin ziemlich stinkig“, fügte er dann noch hinzu. Denn die Liste sollte so eigentlich nie an die Öffentlichkeit gelangen. Also ist doch etwas dran? Zum Teil. Neuenfeld musste acht Namen melden – so sind die Vorgaben für die World Games. Allerdings, und das betont der Bundestrainer, können die Spieler ausgetauscht werden. „Es ist zwar unlogisch, acht Namen nennen zu müssen, wenn sich noch etwas ändern kann, aber so sind die Regeln“, so Neuenfeld. Trotzdem hat er nicht irgendwelche Namen auf die Liste gesetzt. Er hat die Spieler gewählt, die beim ersten Vorbereitungslehrgang der Nationalmannschaft am besten abgeschnitten haben. „Im zweiten Lehrgang kann sich aber noch einiges ändern“, sagt Neuenfeld. Kolja Meyer, der bereits im Kader für die Europameisterschaft 2008 stand, liegt nicht falsch, wenn er sagt: „Es ist schon interessant, zu hören, wer auf der Liste steht, es kann sich aber bestimmt noch etwas ändern.“ Auch Michael Marx meint, dass am Ende nur das Wort des Bundestrainers zähle.
Die Spieler wüssten über das Prozedere Bescheid, sie wissen, dass vorläufig acht Spieler gemeldet worden sind und dass die endgültige Nominierung erst am 14. Juni erfolgt. Auch wer beim ersten Lehrgang gut abgeschnitten hat, ist den Faustballern bekannt. Trotzdem sorgte die Liste für Verwirrung. Einige wendeten sich irritiert an den Bundestrainer. Deshalb ist Neuenfeld auch so sauer, denn Unruhe kann er in seinem Team nicht gebrauchen.
Die vier Vaihinger wissen nun allerdings eines sicher: Sie sind auf dem richtigen Weg. Doch auch wenn einige Faustball-Kenner glauben, dass die Liste wegen der äußeren Zwänge fix ist, sicher können sich Marx, Meyer, Lochmahr und Rothmaier erst am 14. Juni sein. Dann, wenn Neuenfeld den Kader offiziell benennt. Wer dann tatsächlich dabei ist, wird sich zeigen.
