Oberriexingen (rkü). Bierernst geht es beim Freizeitvolleyball selten zu. So wird in Oberriexingen die Netzhöhe grundsätzlich nicht mit dem Meterstab oder ähnlichen Hilfsmitteln bestimmt. Nein, Ninas Nase ist das Messinstrument. Die Spielerin läuft am Netz entlang und stellt fest: Die untersten Maschen beginnen auf Höhe ihrer Nasenspitze – alles in Ordnung.
Auch was den Hallenbelegungsplan angeht, nimmt man es in Oberriexingen eher locker. Drängen sich 18 Volleyballer auf einem Spielfeld, dann ist das eindeutig zuviel. Dafür sind im größeren Hallenteil mit zwei Feldern nur noch eine Handvoll Tischtennisspieler unterwegs, nachdem im Jugendtraining zuvor wesentlich größerer Andrang geherrscht hatte. Also werden in Minutenschnelle die Felder getauscht. Ab- und Aufbauen ist sowohl bei den Volleyball- als auch bei den Tischtennisspielern eine Disziplin, in der sie viel Übung haben.
Offiziell wird mittwochs von 20 bis 22 Uhr Volleyball gespielt. Doch Brigitte Roll, die beim TSV Oberriexingen für die Freizeitgruppe zuständig ist, warnt den VKZ-Reporter gleich vor: „Für den Besuch ist 20.15 Uhr völlig ausreichend.“ Tatsächlich sind um acht schon einige Sportler da, die das Netz aufbauen und sich warmspielen. Doch aufgrund der unterschiedlichen Arbeitszeiten und familiären Verpflichtungen – die Teilnehmer sind im Alter von 15 bis 50 Jahren – sind erst gegen halb neun alle eingetroffen.
Darunter gleich zwei neue Gesichter. Tine überlegt, öfter mitzuspielen, um in ihrer möglichen neuen Heimat schnell Kontakte zu knüpfen. Und der Reporter will einfach mal wissen, wie es so ist, wenn in Oberriexingen Volleyball gespielt wird. „Ein bisschen einspielen und trainieren, ein bisschen schmettern und stellen – aber dann wird bei uns vor allem gespielt.“ Brigitte Roll macht den Neuen gleich klar, worum es in dieser Gruppe geht. Spaß am Spiel steht im Vordergrund. Vier Gruppen sind es an diesem Abend, jeweils aus vier oder fünf Freizeitsportlern. Der VKZ-Mann hat es gut erwischt. Die ersten fünf Sätze gewinnt sein Team, auch dank des erfahrenen Auges von Wolfgang, der seine Mitspieler immer wieder mit einem lauten „Aus!“ davor warnt, den Ball noch anzunehmen.
Doch an sich geht es in dieser Gruppe nicht darum, verbissen auf Sieg zu spielen. Die Sportler haben Spaß am Volleyball und wollen gemeinsam spielen. Bei besonders gelungenen Aktionen kommt die Anerkennung von Mitspielern beiderseits des Netzes. Ab und zu fällt einem Akteur der Ball fast direkt auf die Nase, obwohl er doch versucht hatte, das Spielgerät oberhalb des Gesichts zu pritschen. Auch dann ist die Heiterkeit groß. Da geht es nicht um Schadenfreude, sondern um den lockeren Umgang mit den kleinen Erfolgen und Misserfolgen bei einer schönen Freizeitbeschäftigung.
Die Gruppe innerhalb des TSV Oberriexingen besteht seit etwa acht Jahren. „Früher wurde Volleyball schon als Feuerwehrsport angeboten, aber von der Feuerwehr ist heute nur noch einer dabei“, sagt Brigitte Roll. Die Hallenzeit am Mittwochabend empfindet sie als optimale Lösung und unterstreicht: „Der TSV Oberriexingen legt schon Wert darauf, dass auch die Freizeitsportler ihren Platz haben.“
Auch wenn es für die meisten Teilnehmer nur darum geht, jeden Mittwoch in der Gruppe etwas Abwechslung zu erleben, fahren doch einige von ihnen immer wieder gerne zu Turnieren. Beispielsweise heute Abend, wenn ein Team in Kirchberg am Mitternachtsturnier teilnimmt. Oder wenn vom 19. bis 21. Juni die Sporttage beim TSV Oberriexingen stattfinden. Dann sind sogar zwei Mannschaften beim Volleyballturnier dabei. Nur eine Sache wird dann anders sein als im Training: Die Netzhöhe wird sicher nicht nach Ninas Nase bemessen.
Training: Mittwochs 20 bis 22 Uhr, Sporthalle Oberriexingen.
Kontakt: Brigitte Roll, Telefon (07042) 978758.
