Enzweihingen/Vaihingen (ev) – Die Einladungen sind verschickt, die Homepage ist erstellt und 90 Kilogramm Salat in Auftrag gegeben. Die deutsche Meisterschaft der Indiacaspieler kann kommen. Am 31. Mai und am 1. Juni wird das Turnier in Vaihingen und Enzweihingen ausgetragen.
Inge Zimmermann lehnt sich entspannt zurück. „Wir haben ja noch eine Woche Zeit“, meint sie und lächelt. Inge Zimmermann hat weder dunkle Augenringe, noch wirkt sie gehetzt oder gestresst. Dabei ist sie gerade dabei, eine deutsche Meisterschaft zu organisieren. Ihr Rezept für die Gelassenheit: „Ein super Team und der rechtzeitige Beginn mit den Planungen.“
Das Organisationsteam besteht hauptsächlich aus Indiacaspielern. Aber auch der TSV Enzweihingen, dessen Turnabteilung und die Stadt Vaihingen helfen, das Turnier auf die Beine zu stellen und einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. „Das Helferteam ist durch unser 100-jähriges Jubiläum super zusammengeschweißt. Keiner verdreht die Augen, wenn ich mal wieder komme“, berichtet Inge Zimmermann. Eigentlich wollte sie die DM schon im Jubiläumsjahr 2007 nach Vaihingen holen, doch „das wäre zu viel geworden“, erklärt die 49-Jährige.
Sie selbst wird übrigens auch um Titel kämpfen. Einmal mit den Damen 45 und zum anderen mit dem Enzweihinger Mixed-Team. Zehn Jahre lang nehmen die Indiaca-Spieler aus dem Vaihinger Stadtteil schon an den nationalen Entscheidungen teil, haben auch schon einige Titel eingeheimst. In dieser Zeit hat Inge Zimmermann viel erlebt. Sachen, die sie begeistert haben und Dinge, die sie lieber vergisst. „Wie kann man nur auf einem dunklen Hallenboden die Spielfelder mit dunklem Klebeband markieren?“ Zimmermann schüttelt den Kopf.
Die jahrelange Erfahrung war hilfreich für die Organisation. Außerdem konnten sich Zimmermann und der TSV dabei selbst verwirklichen, denn vom Technischen Komitee des Deutschen Turnerbunds (DTB) gibt es weder bei den Pokalen, noch bei der Festschrift oder ähnlichen Dingen Vorgaben. Beim eigenen Turnier wurde deshalb viel Liebe in die Organisation gesteckt, zum Beispiel beim Heft zur DM, das 44 Seiten umfasst, oder beim Erstellen der Homepage. Ein Link ist unter: www.tsv-enzweihingen.de zu finden. „Nur die Spielpläne werden von den Offiziellen erstellt“, erklärt Zimmermann.
Diese werden übrigens erst nächsten Samstag nach der Eröffnungsfeier bekannt gegeben. Die DM beginnt um 8.30 Uhr in der Sporthalle am Alten Postweg. Nachdem die Mannschaften einmarschiert sind, wird unter anderem Oberbürgermeister Gerd Maisch Worte an die Sportler richten. Der Enzweihinger Posaunenchor wird die deutsche Nationalhymne spielen. Eingeladen sind auch Ministerpräsident Günther H. Oettinger und das Fernsehen.
Hinterher geht’s mit der DM los, wobei auch die Halle am Stromberg-Gymnasium und die Schulsporthalle in Enzweihingen mit eingebunden werden. Gegen 18.30 Uhr versammeln sich alle Mannschaften wieder in der Sporthalle am Alten Postweg – für die Siegerehrungen. Und hinterher pendelt die Indiaca-Gesellschaft zurück nach Enz-weihingen – zum Abendessen und zu einer Indiacaparty in der Festhalle. „Verkehrschaos ist also an diesen beiden Tagen nicht ausgeschlossen“, schmunzelt Inge Zimmermann.
Während am Samstag die Herren und Damen in den verschiedenen Altersklassen ihre Sieger ermitteln, spielen am Sonntag die Mixed-Mannschaften gegeneinander. Übernachtungsmöglichkeiten mussten sich die DM-Teilnehmer selbst suchen. Einige sind in einer Jugendherberge in Ludwigsburg abgestiegen, anderen übernachten in Maulbronn und wieder andere haben in Vaihingen einen Schlafplatz gefunden.
Bei der DM wollen die Enzweihinger einige Treppchenplätze erreichen, wichtig ist Zimmermann aber auch, den Indiaca-Sport voranzubringen, neue Zuschauer anzusprechen und den Leuten in und um Vaihingen zu zeigen, dass man diesen Sport nicht milde belächeln muss, sondern dass auch die Post abgehen kann.
