Häfnerhaslach (ev) – Vieles ist in der Fußball-Kreisliga A3 schon entschieden. Wer allerdings in die Abstiegsrelegation muss, ist noch offen. Nussdorf, Häfnerhaslach und Hohenhaslach sind die Kandidaten, die noch in Frage kommen. Häfnerhaslachs Trainer Erich Wirth ist sich allerdings ziemlich sicher, dass seine Mannschaft nicht in die Verlängerung muss.
Das Flugzeug aus Island, das gerade auf der Landebahn des Hamburger Flughafens aufgesetzt hat, ist noch nicht einmal richtig zum Stillstand gekommen, als ein Passagier schon eifrig nach seinem Handy kramt. „Häfnerhaslach führt 2:1 gegen Roßwag.“ Erich Wirth, der Trainer des TSV, ist zufrieden. Doch irgendwo zwischen Aussteigen und Gepäckband gibt das Mobiltelefon wieder laut. „Ausgleich und ein Feldverweis.“ Erst als Wirth auf dem Parkplatz steht, hat das Zittern ein Ende. Die Häfnerhaslacher, die von Reiner Schneider und Kai Rösinger betreut wurden, hatten sich einen Punkt gesichert.
Dieses Mal hat es zu einem Zähler gereicht, zehnmal in dieser Saison ging Häfnerhaslach leer aus und steckt damit mitten im Kampf gegen die Abstiegsrelegation. „Wir haben viele Verletzte. Die Mannschaft hat mehr Potenzial. Wir kommen da wieder raus“, diese und ähnliche Sätze gab es immer wieder zu hören, geändert hat sich nichts. Die Verletztenliste wird nicht kürzer und die Erfolge stellten sich bis dato auch nicht wieder ein.
Keine leichte Situation für die Spieler und ihren Trainer. Wirth hat allerdings schon einmal eine ähnliche Situation erlebt – bei Germania Bietigheim. „Wir waren eine Mannschaft, die oben hätte mitspielen müssen. Als das nicht mehr ging, haben wir es schleifen lassen und sind sogar abgestiegen“, erzählt er. In den folgenden beiden Jahren sei Germania dann aber mit der gleichen Mannschaft zweimal aufgestiegen. „Ich hoffe, dass auch wir aus dieser Runde lernen“, sagt Wirth. Vielleicht steht seine Mannschaft dann nächstes Jahr wieder ganz oben.
Das Planen fällt den Verantwortlichen gerade aber sehr schwer. „Die Tendenz der meisten Spieler ist die, das sie bleiben, aber definitive Aussagen will keiner treffen“, so Wirth. Jeder wolle eben in der A-Klasse spielen. Einer darf das allerdings nicht mehr, zumindest nicht beim TSV Häfnerhaslach. Alexander Emer wurde von Wirth aus disziplinarischen Gründen suspendiert und darf nur noch in der Zweiten spielen.
Bevor sich Häfnerhaslach allerdings mit der nächsten Saison befasst, muss erst einmal die Klasse in dieser Saison gehalten werden. Gewinnt der TSV zweimal, ist die Sache klar, ansonsten muss die Mannschaft auf Patzer von Hohenhaslach oder Nussdorf hoffen.
Die Restprogramme der beiden Teams aus dem Kirbachtal sind ähnlich. Der SCH muss am Sonntag gegen Großglattbach und eine Woche später gegen Bönnigheim ran. Häfnerhaslach spielt erst gegen Kirchheim, dann gegen Sönmez Bietigheim. „Wenn wir gegen Sönmez, den Tabellenletzten, nicht gewinnen, haben wir es nicht verdient, in dieser Klasse zu bleiben“, gibt Wirth die Marschroute vor und geht davon aus, dass seine Mannschaft auch gegen Kirchheim gewinnen wird. „Uns liegen die Teams, die in der Tabelle vorne stehen. Die spielen mit“, erklärt er. Außerdem sei seit dem Unentschieden gegen Roßwag die Stimmung im Team gut. Aber bei Kirchheim geht es doch noch um den Aufstieg – zumindest übers Hintertürchen. Wenn Löchgau I aus der Landesliga absteigt, darf die Zweite nicht an der Aufstiegsrelegation teilnehmen. Dass es dazu kommt, glaubt Wirth aber nicht. „Beim FVL läuft es zwar gerade nicht so rund, aber die Löchgauer haben mich noch nie im Stich gelassen“, ist er optimistisch und meint damit, dass die Erste bereits am Samstag den Klassenerhalt schafft und es dann für Kirchheim um nichts mehr geht. Löchgau II spielt am Sonntag übrigens gegen Sönmez Bietigheim.
Die Nussdorfer, die im Abstiegskampf die besten Karten haben, spielen am Sonntag gegen Bönnigheim, eine Woche später gegen Gemmrigheim.
Weitere Partien am Sonntag: Illingen gegen Gemmrigheim, Sersheim gegen Wiernsheim und Vaihingen gegen Roßwag. Trainer Wirth tippt auf den Meister. „Die Euphorie ist wahrscheinlich so groß, dass man fast jeden aufstellen könnte und Vaihingen gewinnt.“
Alle Spiele fangen diese Woche übrigens erst um 16 Uhr an, weil die letzten beiden Spieltage gleichzeitig ausgetragen werden müssen. Erich Wirth kommt das gerade recht, denn er ist mit der AH von Germania Bietigheim bis Sonntag verreist. Ein Ausflug, der ihm Gelegenheit gibt, seine Sorgen einige Tage zu vergessen, denn es gibt schon wieder Verletzte zu beklagen. Zwar trainierte Ramazan Yurtserver Anfang dieser Woche zum ersten Mal wieder mit und auch Thorsten Dinkel scheint wieder angreifen zu können, doch Marcel Hirsch fällt wegen einer Knochenabsplitterung an der Fußwurzel aus und Kai Rösinger plagen Leistenprobleme.
