Freitag, 25. Mai 2012

Jetzt geht’s nur noch um die Relegation


Hochdorf hat kaum noch Chancen auf den Titel.
Gegen Schwieberdingen III verlor Hochdorf (grüne Hosen) mit 2:3. Foto: Wirth

Hochdorf (ev) – Nach dem 3:2-Sieg des Tabellenführers TSV Schwieberdingen III hat die Mannschaft nun sechs Punkte Vorsprung vor Hochdorf. Die Schwieberdinger Dritte hat zwar ein Spiel mehr absolviert, kann sich aber fast schon Meister nennen. Für Hochdorf gilt es jetzt in den verbleibenden zwei Spielen, den Relegationsplatz zu sichern.
Von Trauer bis Wut reichten die Emotionen der Hochdorfer Spieler nach Spielschluss. Während einer mit angezogenen Knien auf dem Boden saß und den Tränen nah war, kickte ein anderer das Medizinköfferchen über den Sportplatz. Verständlich, denn durch die 2:3-Niederlage ist der direkte Aufstieg in die B-Liga für Hochdorf fast nicht mehr möglich. Vor allem in den ersten 45 Minuten schafften es die Gastgeber am Dienstagabend nicht, eigene Akzente zu setzen und ihre Nervosität in den Griff zu bekommen.
Dabei waren die Voraussetzungen ausgesprochen gut. Über Pfingsten befand sich die Mannschaft aus dem Eberdinger Ortsteil auf einem fünftägigen Mannschaftsausflug in Österreich. Teambuilding mit Rafting. „Das haben wir bereits in der vergangenen Saison gemacht, damit das Team zusammenwächst“, erklärt der Hochdorfer Frank Schlosser. Mit dem Spitzenspiel hätte der Ausflug nichts zu tun gehabt. Ein Zusammengehörigkeitsgefühl hätte das Raften wieder geweckt, allerdings sei die Mannschaft noch nervöser.
Das merkte man von der ersten Sekunde an. Immer wieder wurden leichtsinnig Zweikämpfe verloren und Fehlpässe produziert. Die Schwieberdinger zeigten dagegen ihr spielerisches Können, machten das Spiel bei ihren Angriffen breit, waren von Beginn an die bessere Mannschaft und hatten auch die besseren Möglichkeiten. Drückend war diese Überlegenheit allerdings nicht. Trotzdem gingen die Gäste nach 28 Minuten in Führung. Zunächst wehrte David Jovanovic durch sein gutes Stellungsspiel eine Flanke noch ab. Doch der Ball landete bei Sascha Vitzke und der zog aus rund 25 Metern ab – 1:0.
Hochdorf war bisher vor dem Tor ungefährlich. Wenn’s nach vorn ging, dann meist über Einzeldribblings oder hohe, weite Bälle. Die Schwieberdinger kombinierten besser und schossen sechs Minuten nach dem ersten Tor das zweite. Helmut Zöllner trat zum Eckball an, Steffen Kläger vollstreckte mit dem Kopf.
Die Hochdorfer Spieler ließen jetzt schon die Köpfe hängen und wirkten durch den 0:2-Rückstand verunsichert. Viele Gegentreffer hatte der TSV Hochdorf in dieser Runde noch nicht bekommen. Vor der Partie waren es 15. Auch Niederlagen hat das Team von Trainer Jürgen Heidt in dieser Saison nur einmal kennengelernt. Schwieberdingen III hätte vor der Pause den Hochdorfern dann fast noch ein weiteres Tor eingeschenkt, doch Andrey Haller hämmerte den Ball nach einem Freistoß an die Latte. Dementsprechend deutlich fiel Heidts Halbzeitansprache aus. „Ich habe gesagt, dass die Spieler noch einmal alles geben sollen“, berichtete der Übungsleiter. Denn in der zweite Halbzeit sollte sich entscheiden, ob sich die Arbeit einer ganzen Saison gelohnt hat.
Die rund 150 Zuschauer sahen nun eine kämpferisch stärkere Hochdorfer Mannschaft. Manuel Schuh köpfte in der 55. Spielminute zum Beispiel nur knapp vorbei. Doch Schwieberdingen III erhöhte auf 3:0. Steffen Kläger führte eine Freistoß kurz aus. Andrey Haller, der bereit stand, lochte ein.
Doch nur eine Zeigerumdrehung später zeigte der Unparteiische Harald Feierabend auf den Elfmeterpunkt. Verwunderung bei den Spielern, aber keine Reklamationen. David Jovanovic trat an, schoss das Spielgerät an den Innenpfosten, von wo aus es im Tor landete. In der 74. Minute schossen die Hochdorfer den Anschlusstreffer. Nach einem Freistoß, den wieder Jovanovic ausführte, wurde der Ball abgefälscht – 2:3.
Hochdorf drückte jetzt, Schwieberdingen III konterte. Es war ein stetiges Hin und Her, das dem Aufeinandertreffen des Tabellenersten und -zweiten entsprach. Tore fielen in den verbleibenden Minuten aber keine mehr.
Das Fazit des Hochdorfer Trainers, der trotz der Niederlage gefasst wirkte: „Die Schwieberdinger waren technisch besser. Wir haben die erste Hälfte verschlafen.“ Jetzt gehe es um die Relegation. Er glaubte nicht mehr daran, den Tabellenersten einzuholen. So ging es auch seinem Gegenüber Giovanni Bertolino, Trainer der Schwieberdinger Dritten: „Wir haben zwar noch ein Spiel, aber ich glaube, wir sind durch.“ Seit fünf Jahren sei das Team immer knapp am Aufstieg gescheitert. „Ich war mit heute sicher, dass wir gewinnen und ich bin mir sicher: Am Sonntag wird gefeiert.“

TSV Hochdorf: Rieth – Marx (65. Seidel), Berg, Schuh, Ralf Schlosser, Neubauer (79. Merkle), Meißner, Jovanovic, Graf (46. Marwitz), Tosun, Elser.


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