Gündelbach (ev) – 120 Minuten stemmte sich der B-Ligist FC Gündelbach gegen den zwei Klassen höher agierenden TSV Münchingen. Am Ende musste das Elfmeterschießen entscheiden. Münchingen hatte mehr Glück und steht nun im Finale des Fußball-Bezirkspokals.
Die Voraussetzungen für Gündelbach waren am Mittwochabend nicht schlecht. Das Halbfinale des Bezirkspokals wurde auf dem unteren Gündelbacher Rasen ausgetragen, dem kleineren, der einer technisch guten Mannschaft nicht unbedingt entgegen kommt. Außerdem fehlte bei Münchingen nicht nur der Stammtorwart, sonder das komplette Mittelfeld – insgesamt fielen sechs Akteure aus. Auch wenn die Vorzeichen positiv waren, auf einen Gündelbacher Sieg wollte trotzdem niemand so recht tippen, immerhin ist Münchingen unumstrittener Tabellenführer der Bezirksliga, hat die beste Offensive und die beste Abwehr. Doch nach drei Minuten führte der Gastgeber mit 1:0.
Es war das erste Mal, dass Gündelbach vor dem Münchinger Gehäuse auftauchte. Michael Schmid zog ab, der Ball wurde abgefälscht und landete in den Maschen. Die Antwort der Münchinger ließ aber nicht lange auf sich warten. Der FCG bekam den Ball nicht hinten raus und Marc Pendl war zur Stelle – 1:1.
Auch in der Folgezeit sollte es der Gündelbacher Hintermannschaft Probleme breiten, dass sie zu weit von ihren Gegenspielern entfernt stand. Ein ums andere Mal bügelte Libero und Spielertrainer Reiner Kussmaul mit seinem guten Stellungsspiel die Fehler aus.
Nach 22 Minuten kam allerdings die Abwehr der Gäste ins Schwimmen. Nach einem Freistoß, getreten vom anderen Teil des Spielertrainerduos, Markus Posch, flutschte Torhüter Anastasios Damianidis
der nasse Ball unterm Körper durch, bevor er ihn festhielt. Die Gündelbacher jubelten, doch war der Ball wirklich hinter der Linie? Linienrichter Stefan Grau meinte ja. Gündelbach ging erneut in Führung.
Dieses Mal hielt sie sechs Minuten länger als beim ersten Mal. Der TSV spielte den Ball schön in die Schnittstelle der Gündelbacher Abwehr und Igor Ilicic lupfte den Ball über FCG-Torhüter Thorsten Krumm.
Dem Spiel merkte man den Zweiklassenunterschied der Mannschaften indes nicht an. Münchingen war zwar spielerisch überlegen, aber Profit schlug die Mannschaft nicht daraus. Vor der Pause hatte Michael Schmid sogar noch zwei hochkarätige Kopfballchancen. Nach dem Seitenwechsel begannen die Gäste mit einer Großchance.
Dann drückte allerdings Gündelbach nach vorne, erspielte sich mehrere Ecken und gute Möglichkeiten. Es war ein munteres, ansehnliches Spiel in Hälfte zwei, mit vielen Möglichkeiten auf beiden Seiten. Zweimal bewahrte Thorsten Krumm mit Glanzparaden seine Elf vor einem Rückstand. Nach 90 Minuten stand es immer noch 2:2. Es ging in die Verlängerung. Gleich in den ersten 15. Minuten erhöhte Münchingen die Taktzahl und kam zu guten Chancen, doch die über 200 Zuschauer, die trotz der anfänglichen Regenschauer nach Gündelbach gekommen waren, sahen keine Tore mehr. Dafür allerdings in der 113. Minute eine Rote Karte wegen einer Tätlichkeit. Gehen musste der Münchinger Murat Solmaz.
Jetzt ging das Zittern los. Elfmeterschießen: Für Gündelbach traten an: Markus Posch, Othmar Zorn, Reiner Kussmaul und Philipp Aisenbrey. Ein fünfter Schütze war nicht mehr nötig, da alle Münchinger trafen, aber Markus Posch seinen Elfmeter zu schwach schoss und Anastasios Damianidis so die Möglichkeit gab, den Ball abzuwehren.
Der Jubel bei den Münchingern war groß. Für sie geht es nun am 22. Mai im Finale weiter. Auch Trainer Dietmar Seethaler machte einen zufriedenen Eindruck, während seine Spieler kreuz und quer übers Feld rannten. Er hatte die schwere Partie erwartet. „Die Gündelbacher sind so souverän Tabellenführer. Die sind nicht schlecht“, meinte er. Zudem sei der Platz seiner Mannschaft nicht entgegen gekommen. Gündelbach hätte gut die Räume zu gemacht. „Und das abgefälschte 1:0 war natürlich Gift“, sagte Seethaler.
„Schade, dass es nicht geklappt hat“, meinte dagegen Reiner Kussmaul, vor allem weil sich jeder einzelne seiner Mannschaft 120-prozentig reingehängt habe. Zweimal hatte der FCG in dieser Pokalrunde schon Glück im Elfmeterschießen. Dieses Mal nicht. Bleibt das Fazit: Gut gekämpft, gut mitgespielt und das Wissen, zwei Tore gegen die beste Mannschaft der Bezirksliga erzielt zu haben.
FC Gündelbach: Krumm – Kussmaul, Oberrauch, Burger, Yakar (117. Aisenbrey), Wild (79. Carsten Posch), Markus Posch, Zorn, Schmid (114. Authenrieth), Bahmer, Rohloff (38. Brett).
TSV Münchingen: Damianidis – Andric (90. Gündert), Deutsch, Weber, Würth, Ilicic, Schweizer, Pendl (71. Mair), Solmaz, Michele Ancona, Luigi Ancona.
