Drei Gayer-Tore im Kellerduell gegen Gündelbach
Roßwag (rkü). Ein temporeiches Spiel und drei Treffer – der FV Roßwag hat gestern alles richtig gemacht. Beim FC Gündelbach dagegen gab es ratlose Gesichter. Spielertrainer Markus Posch erkannte nach der Niederlage im Abstiegskampf an: „Die haben verdient gewonnen.“ Doch Chancen hatte auch der FCG.
In der Fußball-Kreisliga A3 kam es gestern zum Duell zweier Abstiegskandidaten, von denen zumindest der FV Roßwag zu Saisonbeginn nicht darauf gefasst war, um den Klassenerhalt kämpfen zu müssen. „Vorne mitspielen“ hatte das Saisonziel geheißen. Gestern hat sich das Team des Trainergespanns Martin Grözinger/Markus Oehler gerade mal vom 13. auf den zwölften Rang vorgeschoben. Das bedeutete: Roßwag und Gündelbach tauschten die Plätze. Schlechter stehen in der A3 nur noch Nussdorf und Vaihingen.
Schrecksekunden erlebten Spieler und Fans des FC Gündelbach gestern immer wieder. Gerade mal sechs Minuten waren gespielt, da musste FCG-Torwart Thorsten Krumm eine Rückgabe ins Aus schlagen, weil er von Roßwags Michel Kowalski bedrängt wurde. Kurz drauf stand Kowalski schon wieder torgefährlich vor dem Gündelbacher Gehäuse, doch Schiedsrichter Jürgen Stumpp pfiff Abseits. In der zehnten Spielminute erneut Gefahr für Gündelbach: Der Torwart war schon überwunden, doch dann landete der Ball ganz knapp neben dem Pfosten und außerdem kam auch noch der Abseitspfiff.
Vor allem die Roßwager, immer wieder aber auch die Gündelbacher Stürmer trugen Angriffe vor. Beide Mannschaften zeigten, dass sie sich ihrer Lage bewusst waren. Was Laufarbeit und Herausarbeiten von Torchancen angeht, waren die Gastgeber allerdings überlegen. Zum Erfolg kamen sie lange Zeit nicht. Krumm rettete die Null bis fast zur Pause. In den letzten Minuten der ersten Halbzeit spielte sich alles vorm Gündelbacher Tor ab. Eine Ecke folgte der nächsten, der Treffer war nur eine Frage der Zeit. Marcus Menge und Manuel Gayer droschen das Leder ganz knapp am Tor vorbei, dann lenkte Krumm den Ball in höchster Not gerade noch über die Latte. In der 45. Minute war es Manuel Gayer, der zum ersten Mal den Weg am Torwart vorbei fand und seiner Elf die knappe Pausenführung bescherte.
Nach dem Seitenwechsel verflachten die Angriffe. Wie aus dem Nichts zeigte Gündelbachs Andreas Bahmer in der 67. Minute einen schönen Schuss aufs Tor, der von Salvatore Rivarolo aber sauber pariert wurde. Auch als er von FCG-Spielertrainer Markus Posch elf Minuten später erneut geprüft wurde, zeigte sich Roßwags Schlussmann auf Zack und brillierte mit einer Flugeinlage. Tore schossen gestern nur die Gastgeber. Stefan Gayer, erst 120 Sekunden zuvor eingewechselt, zeigte seine Klasse in der 73. Spielminute. Obwohl eine Handvoll Spieler im Weg standen, zog er ab und traf ins Netz. Gündelbachs Abwehrspieler Walter Gobbo wollte den Ball noch mit dem Fuß ablenken, weil Torwart Krumm das Spielgerät sowieso nicht mehr erreichen konnte, doch der Ball war nicht aufzuhalten.
Eine Viertelstunde später, kurz vor Ende der Partie, mahnte Roßwags Trainer Oehler seine Spieler noch von der Seitenlinie aus, nicht immer in die Abseitsfalle zu laufen: „Vorsicht, Abseits – mach jetzt, renn, renn!“ Manuel Gayer nahm die Aufforderung wörtlich, setzte dem Ball hinterher und erzielte mit einem Distanzschuss seinen zweiten Treffer. 3:0 für Roßwag. „Ein verdienter Sieg“, wie nach Abpfiff sowohl FCG-Trainer Posch als auch FVR-Trainer Grözinger befanden. Grözinger ärgerte sich lediglich, dass seine Mannschaft nicht noch höher gewonnen hatte. Das Potenzial dazu war da – vor allem gegen Ende der ersten Halbzeit.
FV Roßwag: Rivarolo – Heinz, Stork, Hoffmann, Burkhardt, Richter, Seyb, Haller, Kowalski, Menge, Manuel Gayer (71. Stefan Gayer).
FC Gündelbach: Krumm – Oberrauch, Gobbo, Rohloff, Held, Posch, Burger, Bahmer, Kücük (80. Hangstörfer), Autenrieth (60. Brett), Kummer.
Spieler des Tages: Stefan Gayer (FV Roßwag).
Tore: 1:0 Manuel Gayer (45.), 2:0 Stefan Gayer (73.), 3:0 Stefan Gayer (88.).
Schiedsrichter: Jürgen Stumpp (Knittlingen).
Zuschauer: 160.
