Nussdorf (rkü). Wenn es nach Frank Stäbener geht, ist es nur eine Frage der Zeit, bis der TSV Nussdorf die Abstiegsränge verlässt. Der Trainer hat sein Amt beim Vorletzten der Fußball-Kreisliga A3 im Dezember übernommen. In den nächsten Wochen sollen einige Veränderungen greifen – an der Taktik und bei der Einstellung.
Frank Stäbener hat die Mannschaft mit Beginn der Winterpause von seinem Vorgänger Gerd Hausmann übernommen. Tabellenplatz 14 in der Kreisliga A3 würde den Abstieg bedeuten. „Wenn wir nur noch drei oder vier Spiele vor uns hätten, müsste ich Bedenken haben“, sagt Stäbener. „Aber noch sind es zwölf Spiele, da haben wir es selbst in der Hand. Die Frage ist: Wann kommt die Serie?“ Gegen die SpVgg Bissingen am Sonntag (15 Uhr) sieht er gute Chancen, einen Auswärtssieg zu holen. Das Spielsystem der Mannschaft hat der neue Trainer über den Winter auf 4-4-2 umgestellt. Außerdem sollen während der Rückrunde konsequent drei A-Jugendliche eingesetzt werden. „Für Veränderungen war es in diesem Extremwinter schwierig, aber jetzt machen wir große Fortschritte“, erklärt Stäbener. So habe sein Team kürzlich ein Testspiel gegen den TSV Oberriexingen mit 4:2 gewonnen. „Die spielen mit dem gleichen System und sind damit in der B5 sehr erfolgreich“, sagt der Nussdorfer Trainer anerkennend. Allerdings seien die Oberriexinger Spieler dieses System auch schon längere Zeit gewöhnt.
Das kann Stäbener von den Nussdorfer Männern nicht behaupten. „Ein kritischer Punkt im Verein ist die Frage: Wer ist im Training, wer nicht?“, bemängelt der neue Trainer. „Ich bin ein bisschen erstaunt, dass die Beteiligung nicht gerade bei 100 Prozent liegt.“ Genauer will er sich nicht ausdrücken, aber offenbar liegt die Quote deutlich unter seinen Vorstellungen. „Wir müssen langfristig daran arbeiten.“ Es sei zwar schwierig, Abiturvorbereitung, Studium oder Beruf mit dem Fußballtraining unter einen Hut zu bekommen, aber von früheren Stationen als Trainer sei er dennoch eine höhere Beteiligung gewohnt. „Auch wenn es bei den Torhütern nichts mit der Einstellung zu tun hat, fehlen sie beim Training unter der Woche ganz. Das ist eine schwierige Situation“, sagt Stäbener. Immerhin hätten sie sich darum gekümmert, bei anderen Vereinen trainieren zu können, um fit für ihre Wochenend-Einsätze in Nussdorf zu sein.
Auf die Frage, ob er sich selbst an seinem Arbeitsplatz im TSV Nussdorf wohlfühlt, sagt Stäbener: „Man kann als Trainer super arbeiten.“ Insbesondere in Spielleiter und Co-Trainer Uwe Girstl habe er eine wichtige Stütze. „Es ist natürlich ein Juwel, wenn einer die ganze Zeit so für die Mannschaft da ist und sich um alles kümmert.“ Damit, so Stäbener, hebe sich der TSV Nussdorf „wohlwollend“ von vielen anderen Vereinen ab. Auch für Ausrüstung, Bälle und andere Details sei in Nussdorf gut gesorgt. „Manche Spieler sollten das mit Einsatz zurückgeben“, fordert Stäbener. Manches könne man wohl erst so recht würdigen, wenn man die Umstände andernorts kennengelernt habe.
Beim Blick auf die übrigen Spiele der Liga, in der sich der Nussdorfer Trainer nach eigenem Bekunden noch wenig auskennt, erwartet er klare Siege des FV Löchgau II gegen den VfB Vaihingen und der SpVgg Besigheim gegen den TSV Bönnigheim. Etwas überraschend erscheint sein Tipp für das Gastspiel des Tabellenführers VfL Gemmrigheim beim FSV 08 Bissingen II. „Wenn die Bissinger so spielen wie bei uns, dann gewinnen sie.“ Allerdings schränkt Stäbener ein: Der Bissinger 5:0-Sieg gegen Nussdorf sei zwar verdient gewesen, aber um ein paar Tore zu hoch ausgefallen. Unentschieden erwartet Stäbener für die Begegnung Wiernsheim gegen Illingen und für das Kellerduell Roßwag gegen Gündelbach. Dem VfR Sersheim traut er einen Heimsieg gegen den TSV Phönix Lomersheim zu. Alle Spiele beginnen am Sonntag um 15 Uhr. Der SV Iptingen hat an diesem Wochenende spielfrei.
