16/03 2010
TVV spielt Turnier seines Lebens
Vaihingen/Hannover (nac). „Dass wir eine Chance auf Gold haben, war uns vorher klar“, sagte Kolja Meyer. Vom Einzug ins Finale der C-Jugend-Faustballer des TV Vaihingen bei der deutschen Meisterschaft in Hannover war der Trainer dann aber doch überrascht. Deshalb lautet sein Fazit auch: „Im Großen und Ganzen betrachtet, haben wir Silber gewonnen und nicht Gold verloren.“
Dennoch war die Mannschaft nach der 9:11- und 8:11-Niederlage im Endspiel gegen den Wardenburger TV niedergeschlagen. Zusammen mit dem Finalgegner hatten die Vaihinger die DM-Endrunde dominiert. Meyer: „Bis einschließlich des Halbfinales haben wir eine vorzügliche Leistung gebracht, die ich so von der Mannschaft noch nicht gesehen habe.“ Besonders in der Abwehr und dem Zuspiel seien die Vaihinger jedem anderen Team überlegen gewesen. Ein besonderes Lob des Trainers kassierte Johannes Jungclaussen. „Er darf mit seinen elf Jahren vom Alter gerade so in der C-Jugend spielen und ist in der Abwehr zusammen mit seinem Bruder Jaro Jungclaussen Stammspieler“, sagte der Trainer. Doch gleich darauf schränkt Meyer sein Lob wieder ein: „Johannes ist noch nicht ganz so gut wie zum Beispiel Zuspieler Christian Gayer. Mit 14 Jahren ist der aber auch drei Jahre weiter.“ Eine weitere große Stärke der Vaihinger war, dass sie mit den sechs Spielern, die in Hannover dabei waren, „jede Position doppelt besetzt hatten“ (Meyer). Außerdem hat der Angriff druckvoll gespielt, ohne viele Fehler zu machen.
Und genau da bekamen die Vaihinger im Finale Nervenflattern. Im Endspiel stieg die Fehlerquote im Angriff deutlich an. Haben die Vaihinger den Druck aus ihren Schlägen genommen, konnten die Wardenburger im Gegenzug gut aufbauen. „Im Finale sind wir auf 100 Prozent unserer Leistung zurückgefallen, nachdem wir zuvor bei 110 Prozent gespielt hatten“, erklärte Meyer. „Wir haben immer noch gut gespielt.“ Außerdem bereitete den Vaihingern Marek Wiechmann große Probleme. Der Wardenburger Schlagmann hatte auf jede taktische Umstellung, die Meyer vornahme eine passende Antwort. „Normalerweise haben die Schlagmänner in diesem Alter noch Defizite. Sie bringen zum Beispiel nicht so viel Druck hinter den Schlag. Oder sie können eine Seite nicht bedienen“, berichtet der TVV-Trainer. Nicht so aber Wiechmann. Meyer: „Er ist ein sehr variabler Angreifer.“
Nach einem Vier-Punkte-Rückstand kämpfen sich die Vaihinger im ersten Satz wieder auf 7:9 ran. Doch Wardenburg bleibt konsequent und setzt sich mit 11:8 durch. In Durchgang zwei bleibt anfangs bei wechselnden Führungen alles offen. Doch Wardenburg setzt sich zum 6:3 vorentscheidend ab. Die Norddeutschen verteidigen diese Drei-Punkte-Führung bis zum Schluss und verwandeln den dritten Matchball zum 11:9. Das Spiel um Platz drei entscheidet der TK Hannover mit 2:0 gegen den Ahlhorner SV für sich.
Die Vaihinger hatten sich durch Siege über den Ahlhorner SV (2:1), den VfL Pinneberg (2:0), Gastgeber TK Hannover (2:1) und den TV Wünschmichelbach (2:0) in der Gruppe B als Erster direkt für das Halbfinale qualifiziert. „Das war zwar nicht immer souverän. Zwischendrin ist es manchmal eng geworden“, erzählt Meyer. Aber wenn der Trainer gemerkt habe, dass ein Spieler der nervlichen Belastung nicht mehr standhalte und schwächele, habe er ihn ausgewechselt. Meyer: „Dann bekam er eine kurze Auszeit.“ Im Halbfinale trafen die Vaihinger erneut auf Hannover, die sich im Qualifikationsspiel mit 2:1 gegen den SV Moslesfehn behauptet hatten. Es entwickelt sich eine spannende Partie. Bei 9:6 setzt sich der Favorit aus Vaihingen erstmals ab. Die Hannoveraner kämpfen sich aber auf 9:10 noch einmal heran. Doch der TVV behält mit 11:9 die Oberhand. Im zweiten Satz diktieren die Vaihinger das Spiel. Beim 4:4 hat der TKH aber wieder den Ausgleich erzielt. Doch Vaihingen setzt sich immer wieder ab und gewinnt am Ende mit 11:8.
