Freitag, 30. Juli 2010

Münzen mit spitzer Feder bearbeitet




Muenzen
Armin Haug hat über viele Münzen, die er selbst besitzt, in seinem Buch „Zeus zeugte Athene“ geschrieben. Foto: Nachreiner

Vaihingen (nac). Was machen, wenn man sich für Sport und Münzen interessiert? Armin Haug hat eine Antwort gefunden. Der Vaihinger hat schon mehrere Bücher veröffentlicht, die beide Themen miteinander in Verbindung bringen. Erst vor kurzem erschien sein Buch „Zeus zeugte Athene – Aktuelle Sportmünzen erzählen antike Geschichte(n)“.

Es sind seine zwei großen Leidenschaften – der Sport und die Münzen. Zwei Interessen, die scheinbar nicht unter einen Hut zu bringen sind. Doch nicht so für Armin Haug. Der 69-Jährige stellt in seinem neuesten Buch die aktuellen Sportmünzen vor und bringt sie in Verbindung mit antiken Themen wie Zeus, Tempeln und dem Kolosseum. Insgesamt gibt es rund 5000 aktuelle Sportmünzen. Rund 250 haben antike Anleihen als Motiv. Seine Motivation, so etwas anzugehen? „Ich hatte nichts gefunden, das beide Themen in Verbindung bringt“, berichtet der Vaihinger.

Über zwei oder sogar drei Jahre hat sich die Arbeit an dem Manuskript hingezogen. Bereits im Jahr 2007 war er damit fertig. Doch dann begann erst das Martyrium. Denn kein Verlag wollte das Buch veröffentlichen. „Ich habe mich an den Berufsverband des deutschen Münzenfachhandels gewandt. Dessen Unterabteilung GFN – Gesellschaft zur Förderung der Numismatik – verlegt Bücher“, erzählt Haug. Es war seine große Hoffnung. Die GFN hatte bereits sein Buch „Kohle, Knete und Moneten“ veröffentlicht. Außerdem war Haug ehrenamtlich von 2005 bis 2008 der Geschäftsstellenleiter des Berufsverbands des deutschen Münzenfachhandels. Doch die Hoffnung hat sich zerschlagen. Haug: „Ich hatte gedacht, sie würden mit entgegenkommen. Aber es hat ihnen nicht gefallen.“ Es sei zwar eine Fleißarbeit, würde aber nicht das Klientel der GFN und des Münzenverbands ansprechen, lautete die Begründung.

Der Rückschlag war für Haug aber kein Genickbruch. „So etwas schmeißt mich heute nicht mehr um“, erklärt der pensionierte Sonderschullehrer. Kurzerhand verlegte er das Manuskript im Selbstverlag. „Ich habe in Fachzeitschriften das Werk besprochen. So konnte ich schon einige verkaufen“, erzählt er. Sein großes Ziel, Münzsammler und Sportinteressierte zusammenzubringen, hat er aber bisher noch nicht erreicht. Käufer seines Buches waren ausschließlich Numismatiker.

Die Leidenschaft für Münzen hat Haug 1967 im Österreich-Urlaub entdeckt. „Dort gab es so schöne Motive – Skispringen Innsbruck oder Staatstheater Wien“, berichtet der Vaihinger. „Am Ende des Urlaubs hatten wir eine ganze Serie zusammen. Und wir sind neugierig geworden, was es sonst noch so gibt.“ Heute besitzt Haug eine kleine Sammlung an Münzen. „Schätze sind es aber keine“, sagt der 69-Jährige. Er begnügt sich vielmehr mit Literatur zu Münzen, aber auch zur Kunst und Kunstgeschichte.

Und auch das Schreiben hat den pensionierten Sonderschullehrer sein Leben lang fasziniert. In der Schule hat er für die Schulzeitung geschrieben. Mit 18 Jahren übernahm er den Posten des Pressewarts beim Handballverein SG Zuffenhausen. Haug: „Es war immer ein Ausgleich zu meinem Beruf als Sonderschullehrer, der stressig war.“ Dem Handball ist der Vaihinger auch nach der SG Zuffenhausen als Pressewart des Handballverbands Württemberg (HVW) und von 1979 bis 2002 des süddeutschen Handballverbands treu geblieben. Zudem hat er als freier Mitarbeiter der Nord-Stuttgarter Rundschau das Arbeiten in einer Tageszeitung kennengelernt. Im Alter von 29 Jahren hat er angefangen, im katholischen Sonntagsblatt Artikel zu christlichen Motivbriefmarken zu schreiben. Über 33 Jahre hat er diese regelmäßige Kolumne veröffentlicht. 1979 kam er außerdem mit dem Falkenverlag in Kontakt. In mehreren Publikationen hat Haug Artikel zu Briefmarken und Münzen veröffentlicht.

Neue Projekte liegen auch schon wieder auf seinem Schreibtisch. Zunächst möchte er sein Buch „Zeus zeugte Athene“ aktualisieren. Haug: „Der Sport geht weiter. Es sind in der Zwischenzeit schon wieder rund 15 Münzen hinzugekommen.“ Außerdem hat er schon angefangen, Informationen zu berühmten deutschen Männern und Frauen auf europäischen Münzen zusammenzusuchen. „Es gibt schon ein kleines Manuskript. Das ist nebenher entstanden“, erzählt der Vaihinger. „Ich bin aber nicht auf dem Laufenden.“ Reizen würde ihn auch, ein Buch über moderne Münzen mit Abbildungen aus dem Alten Testament zu schreiben. Die Ideen gehen nie aus.




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