04/03 2010
Viermal Silber - jetzt soll Gold her
Vaihingen/Bad Staffelstein (SV). Silber, Silber, Silber, Silber – die Bilanz der Vaihinger Bundesliga-Faustballer wird seit über einem Jahr von zweiten Plätzen geprägt. Am Sonntag soll bei der deutschen Hallenmeisterschaft endlich wieder Gold her.
Dass der Trainerposten beim TV Vaihingen ab dem 8. März wieder vakant ist, ist bereits seit Januar bekannt. Karl Katz hängt sein Amt aus zeitlichen Gründen an den Nagel. Eines fehlt dem Mann mit dem Schnauzer allerdings noch in der Vitrine, um guten Gewissens gehen zu können. Es ist ein Titel mit der TVV-Mannschaft um Kapitän Marco Lochmahr. Bei den vergangenen vier großen Turnieren gab es für die Vaihinger immer nur den zweiten Platz zu holen. Doch mit umständlichen Titeln wie Deutscher Vizemeister in der Halle und auf dem Feld oder Vize-Europapokalsieger in der Halle und auf dem Feld, die sich die TVV-Faustballer derzeit ans Revers heften dürfen, soll es für die Enzstädter vorbei sein. Aus Vize-Karle Katz soll Gold-Karle werden.
Voller Selbstvertrauen tritt auch Vaihingens Michael Marx auf: „Unser Ziel ist die Goldmedaille. Alles andere wäre Tiefstapelei.“ Als Meister der Bundesliga-Südstaffel fahren er und seine acht Teamkollegen mit breiter Brust nach Oberfranken. Personalprobleme gibt es beim TVV nicht, nur der „Trainingseifer könnte besser sein“, moniert Marx, fügt aber mit einem Augenzwinkern hinzu: „Eine misslungene Generalprobe ist sonst auch ein gutes Zeichen.“
Als Südmeister trifft Vaihingen in der Gruppenphase auf den Ahlhorner SV aus Niedersachsen und einen alten bekannten aus der Südstaffel – den TV Öschelbronn. Den Badenern räumt Marx aber keine großen Chancen ein. „Öschelbronn ist zum ersten Mal bei einer deutschen Meisterschaft dabei und Ahlhorn hat einfach die größere Turniererfahrung“, berichtet er. „Wir haben nach unserem DM-Debüt auch sechs Anläufe gebraucht, um zum ersten Mal die Vorrunde zu überstehen.“
In der anderen Vorrundengruppe stehen sich der TV Stammheim, Zweiter der Südstaffel, Nordmeister MTV Hammah und der VfK Berlin gegenüber. Auch hier hat Marx klare Vorstellungen darüber, wer das Halbfinale erreichen wird. „Berlin ist zwar Feldmeister, wird sich aber in der Halle gegen die groß gewachsenen Spieler aus Stammheim und Hammah schwer tun.“ Für den Vaihinger steht fest: „Neben uns gehört Hammah sicherlich zum Favoritenkreis. Wenn es bei Stammheims Schlagmann Marc Krüger gut läuft, dann haben sicher auch die Stuttgarter eine Chance auf den Titel. Mit Krüger steht und fällt das Spiel des TVS.“
Eine solche Abhängigkeit von einem Spieler gibt es ein Vaihingen nicht – ein klarer Vorteil gegenüber den Kontrahenten. Marx schwärmt: „Wir könnten die gesamte Abwehr austauschen und haben genug Spieler vom gleichen Leistungsniveau, um auch einmal nach Tagesform aufstellen zu können.“ Über eine Personalie ist er dennoch froh. „Es ist toll, dass unser Schlagmann Michael Krauß wieder richtig gut drauf ist. Er ist ein so abgeklärter Typ, dem der Druck einfach nichts ausmacht.“ Linksschläger Krauß, der noch im Januar mit dem Gedanken gespielt hat, das Faustballhemd an den Nagel zu hängen, sei ein wichtiger Teil der Mannschaft, ohne den es nur schwer möglich sei, Titel zu holen.
Trotz einer brillianten Leistung von Krauß hat es beim diesjährigen Hallen-Europapokal im schweizerischen Bad Ragaz nur für Silber gereicht. Dies soll sich bei der DM in Bad Staffelstein ändern. Einen Lieblingsgegner für das Halbfinale gibt es allerdings nicht. Marx: „Wir wollen gewinnen. Und dazu müssen wir in der Lage sein, alle fünf Mitstreiter zu schlagen.“ Mit Hammah haben die Vaihinger noch ein Hühnchen von der vergangenen Hallen-DM zu rupfen. Damals dominierte der TVV in der Vorrunde und im Halbfinale, bevor es im Endspiel eine 0:3-Pleite gegen die Niedersachsen setzte. „Damals sind wir zu lässig ins Finale gegangen. Aus diesem Fehler haben wir gelernt“, gibt sich Marx zuversichtlich. Im Semifinale könnte es natürlich auch zum Südgipfel gegen die Stammheimer kommen. Sollte der TVS erst im Finale warten, wäre das für Marx „riesig“.
Ein Finale zwischen Stammheim und Vaihingen wäre auch ein klarer Punktsieg für den Ballungsraum um Stuttgart - immerhin käme der Deutsche Meister dann auf jeden Fall aus Württemberg. Und die zweite Faustball-Hochburg Niedersachsen müsste die Messer bis zum nächsten Titelkampf am Ende der Feldrunde wetzen. Das würde bestimmt auch dem Sindelfinger Katz gefallen – ganz egal, ob er am Ende als Vize-Karle oder doch als Gold-Karle in die Chroniken eingeht.
Spielplan
Samstag, 6. März, ab 11 Uhr
Gruppe A
MTV Hammah – VfK Berlin
TV Stammheim – VfK Berlin
MTV Hammah – TV Stammheim
Gruppe B
TV Vaihingen – TV Öschelbronn
Ahlhorner SV – TV Öschelbronn
TV Vaihingen – Ahlhorner SV
Sonntag, 7. März
Halbfinale
1. Gruppe A – 2. Gruppe B10 Uhr
1. Gruppe B – 2. Gruppe A11.30 Uhr
Spiel um Platz drei
Verlierer HF1 – Verlierer HF213 Uhr
Finale
Sieger HF1 – Sieger HF214 Uhr
