Vaihingen (ev) – Die Handballspielgemeinschaft zwischen Vaihingen und Illingen gehört der Vergangenheit an. Aber wie geht es weiter? Der TV Vaihingen ist personell gut aufgestellt. Ab September erwartet Abteilungsleiter Helmuth Lindner allerdings Probleme – existenzieller Natur.
Volles Haus beim Handballschulturnier in der Sporthalle am Alten Postweg in Vaihingen, 40 bis 50 Mitglieder mehr durch die Auflösung der SG Vaihingen-Illingen und die 300-Mitglieder-Marke könnte in der Handballabteilung des TVV bald geknackt werden. Personell sei der TVV trotz der Trennung sehr gut aufgestellt, berichtet Handball-Abteilungsleiter Helmuth Lindner. Auch die stellvertretende Abteilungsleiterin Ingrid Göbgen ist optimistisch: „Wir können da weiter machen, wo die SG aufgehört hat.“ Zumindest, was die Manpower betreffe.
Vieles andere steht hingegen noch in den Sternen oder stellt den TVV vor Probleme. Klar ist: Die erste SG-Männermannschaft, der die Rückkehr in die Kreisliga A gelungen ist, spielt künftig unter TVV-Flagge. Trainer Klaus Fengler hat außerdem bereits angekündigt, sein Amt auch in der kommenden Saison auszuüben. Unklar ist, was mit der zweiten Mannschaft passiert, die Meister in der C-Klasse geworden ist. Laut SG-Vertrag hat der SV Illingen das Vorrecht. „Aber ob der SVI dies in Anspruch nimmt, ist noch nicht klar“, sagt Göbgen. Wenn das Spielrecht der jetzigen SG-Zweiten an den SVI gehen sollte, würde der TVV zwar trotzdem zwei Mannschaften ins Rennen schicken, die zweite dann allerdings wieder in der C- und nicht in der B-Klasse.
Wie es bei den Frauen in der kommenden Spielzeit aussieht, ist noch nicht ganz klar, denn es gibt personelle Probleme. Heute Abend ist ein Gespräch anberaumt, da es Helmuth Lindner, der das Team in den vergangenen Wochen betreute, wichtig ist, die Mannschaft zu halten. „Wir müssen unserer weiblichen A-Jugend auf lange Sicht eine Perspektive bieten.“
Er ist nun auf der Suche nach einem Trainer und nach Spielerinnen. Aufgefüllt werden könnte die Mannschaft immer noch mit A-Juniorinnen, die dann ein Doppelspielrecht hätten. „Wir hoffen, dass es klappt, denn in einem Jahr stoßen viele Mädchen zu den Aktiven und da wollen wir nicht wieder ganz unten anfangen“, so Ingrid Göbgen.
Das große Problem, vor dem der TVV steht, ist der mangelnde Platz. Ingrid Göbgen winkt bei diesem Thema gleich ab. „Es ist furchtbar. Die Hallensituation in Vaihingen ist sehr angespannt.“ Zweimal Training in der Woche, wie es bisher war, ist ab September kaum noch möglich. „Es werden immer zwei Altersklassen zusammen trainieren müssen. Mehr als eine Einheit in der Woche wird wohl nicht möglich sein“, erklärt Göbgen – wenn der TVV nicht noch eine Ausweichmöglichkeiten findet. „Es ist schade für die Jugend. Wir haben in den vergangenen Jahren einige Teams auf die Bezirksebene gebracht. Mit zweimal Training in der Woche hat das auch gut funktioniert“, so Göbgen.
Helmuth Lindner sieht die Entwicklung bedrohlich. „Das könnte existenzielle Auswirkungen haben“, sagt er. Vor allem auch deshalb, weil die Halle im Freizeitzentrum Stern, wo sich der TVV zusätzliche Hallenzeiten gekauft hatte, nicht mehr zur Verfügung steht. „Der Hallenmangel kann uns über kurz oder lang Mitglieder kosten und dann wäre die ganze Aufbauarbeit, die wir in den vergangenen Jahren geleistet haben, zunichte gemacht.“
