Freitag, 25. Mai 2012

2:2 – Gejubelt hat am Ende keiner




2:2 – Gejubelt hat am Ende keiner
SV Horrheim – SC Hohenhaslach 2:2 (0:1)

Horrheim (ev) – Horrheim gegen Hohenhaslach oder Vierter gegen Vorletzter. Ein spannendes Spiel versprach diese Paarung der Fußball-Kreisliga B5 eigentlich nicht zu werden, doch die Partie, die 2:2 endete, war interessanter als gedacht.

Mit hängenden Köpfen schlichen die Spieler nach 90 Minuten vom Feld – die Roten und die Weißen. Irgendwie fühlten sich nach dem 2:2 alle als Verlierer, die Hohenhaslacher, weil sie 2:0 in Führung gelegen waren, die Horrheimer, weil sie sich gegen den Drittletzten vor der Partie mehr ausgerechnet hatten und die 1:2-Niederlage aus dem Hinspiel eigentlich wieder wett machen wollten.

Nach drei Minuten hatte Dominik Faigle eine gute Kopfballchance. Das war es dann aber auch. Die Horrheimer waren zwar einen Tick gefährlicher und brachten wenigstens gelegentlich einen guten Spielzug zustande, gut präsentierte sich aber keines der beiden Teams. Das Adjektiv langweilig beschreibt die Anfangsphase wohl am besten. Weite Bälle und wenig Bewegung – das sahen die Zuschauer bis zum Lattenkracher von Simon Kiefer (21. Minute).

Nur 60 Sekunden später brachte Philipp Gögel die Gäste in Führung. Zuerst schoss er Torhüter Kevin Reiner an, der Nachschuss landete im Netz.

Das Spiel war nun immer noch kein Knüller, aber nun bekam Schiedsrichter Murat Genc (Bruchsal) einiges zu tun. Etliche Male musste er die Gelbe Karte aus seiner Brusttasche ziehen und einmal auch die Gelb-Rote. Christian Asprion wurde von Daniel Nissan gefoult. „Beide Spieler haben nachgeschlagen. Deshalb gab es zweimal Gelb“, erklärte der Unparteiische seine Sichtweise. Da Asprion bereits verwarnt war, musste er vorzeitig zum Duschen, obwohl er beteuerte, nicht nachgeschlagen zu haben. „Ich habe meinen Gegner nur weggedrückt“, meinte er. Harte Fouls, schimpfende Zuschauer, Hohenhaslacher Spieler, die sich gegenseitig anmotzten, und Akteure auf beiden Seiten, die kurz vor Tätlichkeiten standen – das war das Spiel bis zur Pause. „Die letzten Spiele waren so gut. Das heute ist eine Katastrophe“, zog SVH-Betreuer Peter Seyb in der Pause Bilanz.

Spielerisch überzeugten die beiden Mannschaften erst in der zweiten Hälfte. Gleich nach dem Wiederanpfiff vergab Dominik Faigle eine Riesenchance. Obwohl die Horrheimer mit einem Mann weniger auf dem Feld standen, gaben sie nun den Ton an. Die Hohenhaslacher verloren dagegen den roten Faden. Beispiel gefällig? Bei einem Konter blieb fast die komplette Mannschaft hinten stehen, die drei Akteure vorne konnten alleine nichts ausrichten. Trotzdem hatte auch der SCH noch gute Chancen. In der 62. Minute vergab Sadic Malik zum Beispiel freistehend vor dem Tor. Zehn Minuten später war Benjamin Hellwig nach Vorlage von Daniel Nissan erfolgreich. Hellwig erzielte das 2:0, mitten hinein in die Drangphase des SVH.

Die Gastgeber resignierten jedoch nicht. In der 74. Minute erzielte Sergei Hilgenberg den 1:2-Anschlusstreffer. Wieder nur fünf Zeigerumdrehungen später egalisierte der eingewechselte Karl Klöss die Führung der Gäste. Er köpfte den Ball nach einer Flanke von Andreas Hoffmann in die Maschen – 2:2.

Jetzt war Spannung im Spiel. Schöne und schnelle Spielzüge – manch ein Zuschauer konnte mit seiner Nervosität nicht mehr umgehen. „Ich brauche jetzt eine Zigarette“, meinte ein Nichtraucher aus Horrheim, als die Schlussphase begann. Am Ende blieb es aber beim Remis.

SCH-Spielertrainer Heinz Feyrer und SVH-Übungsleiter Achim Glückler waren nicht zufrieden. „Wir haben in der zweiten Hälfte nicht mehr weitergespielt und unser System nicht beibehalten“, meinte Feyrer. Außerdem sei die Chancenverwertung nicht gut gewesen. „Heute Morgen wäre ich mit einem Zähler noch zufrieden gewesen. Jetzt muss ich sagen: Wir haben zwei Punkte verschenkt.“

Ähnlich äußerte sich Glückler: „Vom Spielverlauf her müssen wir zwar mit einem Punkt zufrieden sein, aber mit dem Auftreten der Mannschaft bin ich absolut nicht zufrieden“, meinte er. Auch manch eine Schiedsrichterentscheidung sei nicht so glücklich gewesen: der Platzverweis zum Beispiel und ein nicht gegebener Elfmeter beim Stand vom 0:1. „Wir haben heute die Attribute vermissen lassen, die uns in den letzten sechs Spielen ausgezeichnet haben“, meinte Glückler.

Die Spieler hatten sich mittlerweile in die Kabinen verdrückt. Die Roten und die Weißen. Es war ein 2:2, bei dem sich irgendwie jeder als Verlierer fühlte.

SV Horrheim: Reiner – Welleba, Viktor Götz, Messirek, Hoffmann, Hilgenberg, Aisenbrey (51. Klöss), Asprion, Faigle (88. Seiler), Burkhardt, Kiefer.

SC Hohenhaslach: Kummer – Zorn, Tobias Hellwig, Lorch, Peter Nissan, Malik, Bongiovanni (77. Wetzstein), Benjamin Hellwig, Philipp Gögel, Daniel Nissan, Feyrer (85. Maier).




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