Vaihingen (ev) – Du bist an einem Strand, spürst den nassen Sand zwischen deinen Zehen. Es ist früh am Morgen. Du spürst den Wind auf deiner Haut und die Wärme der Sonne, die gerade aufgeht und du hörst die Möwen.
20 Frauen und Männer liegen ausgestreckt mit geschlossenen Augen auf roten Matten in einem Gymnastikraum im Gesundheitszentrum Sportschule Scheiber. Vorne sitzt Petra Frech und erzählt vom Himmel, der am Horizont mit dem Meer verschmilzt. Ihre Stimme ist ruhig, angenehm. Im Hintergrund ist Entspannungsmusik zu hören, sonst ist es still.
Es ist das Ende der ersten Stunde Chi-balance für die Teilnehmer der Aktion „Vaihingen bewegt sich“. Die Aufregung und Nervosität, die noch eine Stunde vorher in der Luft lagen, sind verflogen.
Bevor es richtig los ging, musste jeder Teilnehmer einen Gesundheitsfragebogen ausfüllen. Haben Sie Gelenkbeschwerden? Hatten Sie in den letzten Monaten Schmerzen in der Brust? Sieben Fragen mussten die Teilnehmer beantworten. „Es ist wichtig, dass wir diese Sachen wissen. Dann kann ich darauf eingehen“, erklärt Kursleiterin Petra Frech. Sie kann dementsprechend verschiedene Übungen angeben und im Notfall könnte sie auch richtig reagieren.
Deshalb musste auch noch der Blutdruck überprüft werden. Die Manschette ist angelegt, brummt und zieht sich zusammen. Piep, piep, piep... Piiiiiep – fertig. Bei dem einen oder anderen war am Montag der Blutdruck etwas zu hoch. „Das kann aber auch daran liegen, dass heute alles neu ist und alle etwas aufgeregt sind“, sagt Petra Frech und kündigt an, den Blutdruck in den kommenden sechs Wochen noch einmal zu überprüfen. Ausgeschlossen wegen gesundheitlicher Probleme wurde keiner.
Denn bei jeder Übung gibt es unterschiedliche Schwierigkeitsstufen. „So kann jeder, egal auf welchem Entwicklungsstand er ist, mitmachen“, sagt Frech. Trotzdem: „Es darf ziehen, sprudeln und brennen“, erklärt die Übungsleiterin ihrer Gruppe während der Dehn- und Kräftigungsübungen. Der Sinn der Sache: Die Bewegungen aus dem Zentrum heraus anzugehen, ohne Schwung, „denn ist es nicht so, dass man geschwind nach der Gießkanne greift und sich dann einen Bandscheibenvorfall zuzieht?“ Weil so etwas nicht passieren soll, wird in den nächsten sechs Übungseinheiten weiter gearbeitet.
Nach der Reise ans Meer ist die Stunde allerdings vorbei. Hubertus Tzitschke ist begeistert. Der 56-Jährige hat zwar schon vieles ausprobiert – Yoga, Radfahren, autogenes Training, aber Chi-balance war etwas völlig Neues für ihn. Auch er hat das eine oder andere Ziehen gespürt. „Man muss halt rechtzeitig aufhören, bevor man seine Grenzen überschreitet“, meint er. Mit am besten fand er die Reise ans Meer. „Wir waren im vergangenen Jahr in der Toscana. Ich dachte, ich bin wieder dort. Ich fühlte mich, als sei ich im Urlaub.“
„Aktiv und fit in der Region“ ist eine Aktion der VKZ, der Krankenkasse Barmer, Intersport Sämann und des Gesundheitszentrums Sportschule Scheiber, in Zusammenarbeit mit dem TV Vaihingen.
