Frauen und Männer – Käpplinger übernimmt den VfB
Vaihingen (ev) – Martin Käpplinger trainiert seit dieser Woche das Fußball-Bezirksligateam des VfB Vaihingen – parallel zur Frauenmannschaft. Allerdings ist es das erste Mal, dass der Trainer das Kommando über eine aktive Herrenmannschaft hat.
Zwei Mannschaften – ein Trainer: Martin Käpplinger trainiert seit dieser Woche beide aktiven Teams des VfB Vaihingen. Damit das klappt, müssen die Männer auf andere Trainingstermine ausweichen. Statt dienstags und donnerstags – da beanspruchen die Frauen Käpplinger für sich – trainieren sie nun mittwochs und freitags. „Ein paar Dinge müssen deshalb umorganisiert werden, aber zu 99 Prozent scheint das zu klappen“, berichtet der neue Trainer.
So ganz wohl ist es der Frauenmannschaft bei dem Gedanken, den Trainer zu teilen, nicht. Käpplinger beruhigt: „Ich werde die Frauen auch noch nächste Saison trainieren.“ Und die Männer? Da jetzt schon eine Aussage zu treffen, sei zu früh. Erst einmal übernimmt er das Amt bis zum Saisonende.
Im Übrigen sieht er kein Problem darin, Frauen und Männer zu trainieren. „Die Umstellung ist kein Problem. Diese Flexibilität erwarte ich von mir“, so Käpplinger. Das Training sei ja eigentlich das gleiche, nur Athletik und Charaktere seien verschieden. „Männer sind da ein bisschen einfacher, aber das ist nicht negativ.“
Obwohl Käpplinger schon seit Anfang der Saison beim VfB ist, kennt er das Männerteam nicht. „Ich habe ein paar Spiele gesehen. Freundschaftliche oder familiäre Bindungen gibt es aber keine“, so der neue Herrentrainer. Diese Tatsache empfindet er allerdings als Vorteil. Er ist unvoreingenommen und muss alle Persönlichkeiten neu kennen lernen. „Ich mache mir jetzt ein Bild und so werde ich aufstellen.“
Die erste Woche steht erst einmal unter dem Motto Kennenlernen. Außerdem will Käpplinger intensive Einzelgespräche mit den Spielern führen, denn eines hat er in den Partien, die er gesehen hat, erkannt: „Das Spielerische und die Technik sind nicht das Manko. Die Mannschaft könnte in der Bezirksliga bestehen. Sie schafft es nur nicht, ihre Leistung über 90 Minuten abzurufen“, erklärt der 46-Jährige. Warum das so ist, will er nun in Gesprächen erforschen und dann vor allem das positive Denken stärken.
Der Übergang zwischen Goran Musura und Käpplinger verläuft fließend, da der Ex-Trainer immer noch als Betreuer zur Verfügung steht. Auch am System will der Neue nicht viel ändern, er will die Viererkette nur etwas verfeinern, um die individuellen Fehler abzustellen.
Für Käpplinger ist es die erste Station als Herrentrainer. Bevor er zu den Frauen kam, war er vor allem im Jugendbereich aktiv, hat auch eine Jugend-Trainer-Lizenz. „Ich traue mir die Herren aber durchaus zu, auch wenn es eine Herausforderung ist.“
Apropos Herausforderung: Mit dem Abstieg will sich der neue Trainer trotz schier aussichtsloser Lage nicht abfinden. „Ich bewirke zwar keine Wunder. Mit Sicherheit nicht, aber ich setze mir hohe Ziele“, erklärt er. So lange der VfB rechnerisch noch nicht abgestiegen sei, sei jedes Spiel ein Endspiel. Sein oberstes Ziel sei es aber, dass die Mannschaft nicht sieglos absteigt und dass sie nächste Saison – egal, wo sie spielt – bestehen kann.
