Freitag, 25. Mai 2012

Begeisterung für Frauenfußball soll wachsen




Begeisterung für Frauenfußball soll wachsen
Frauenfußball: Ex-Nationalspielerin Steffi Jones als WM-Botschafterin in Löchgau

Löchgau (rkü) – Ob die Frauenfußball-Weltmeisterschaft im Jahr 2011 wieder ein Sommermärchen wird, lässt Steffi Jones offen. Ihr ist wichtig, dass die Großveranstaltung zu einer Werbung für den Frauenfußball wird. Darum war die ehemalige Nationalspielerin in ihrer Funktion als WM-Botschafterin zu Gast in Löchgau.

Anlass war ein Heimspiel der dortigen Fußballdamen, die in der zweiten Bundesliga spielen. Das Ergebnis von 0:4 gegen Duisburg II spielte an diesem Tag nur eine untergeordnete Rolle. Rund 300 Besucher säumten den Platz, als Steffi Jones davon erzählte, wie sie selbst zum Fußballsport gekommen war und wen sie zu den Favoriten für die Weltmeisterschaft zählt. „Aus heutiger Sicht gibt es vier Favoriten“, setzte Jones an und kam bei der Aufzählung ins Stocken: „Die USA, Deutschland als zweifacher Weltmeister, Brasilien und – vielleicht, obwohl – drei reichen!“ Kleine Versprecher wie dieser machen Stars oft sympathisch. Auch in Löchgau kam die unkomplizierte Art der erfolgsverwöhnten Fußballspielerin gut an. Schon als sie auf dem Platz interviewt wurde und mehrfach ein Ball in Reichweite kam, fragte Steffi Jones die Akteure: „Ihr wollt mit mir spielen? Aber ich habe doch die falschen Schuhe an.“

Wer wohl aktuell die beste Fußballerin sei, sollte sie einschätzen. „Weltweit würde ich sagen: Marta aus Brasilien. In Deutschland haben wir einige Leistungsträgerinnen in der Frauen-Nationalmannschaft und dazu die erfahrene Birgit Prinz.“ Die Rekord-Nationalspielerin werde hoffentlich bei der WM noch mitwirken, sagte Steffi Jones. Den Spielerinnen aus Löchgau, die momentan auf dem drittletzten Tabellenplatz stehen, machte sie Mut: „Ihr habt so eine junge Mannschaft, da steckt noch viel Perspektive und Potenzial drin.“ Dass die Spielerinnen neben ihrer sportlichen Karriere einen Beruf ausüben müssen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, erklärte sie für normal. „Das musste ich auch.“ Doch auf ihren Lieblingsberuf habe sie damals zugunsten der Fußballkarriere verzichtet. „Ich wollte immer zur Polizei und Menschen helfen.“ Zum Fußball gefunden habe sie durch ihren Bruder: „Als ich vier Jahre alt war, hat er immer in der Wohnung gekickt. Dann habe ich angefangen, es ihm zu zeigen.“




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