Freitag, 25. Mai 2012

TVV-Faustballer gönnen sich keine Pause




TVV-Faustballer gönnen sich keine Pause.
Vier Vaihinger, darunter Michael Marx (vorne) und Andreas Rothmaier (Hintergrund), sind für die Nationalmannschaft nominiert. Foto: Einbock

Vaihingen (ev) – Vier Spieler des Faustball-Bundesligisten TV Vaihingen wurden für die Nationalmannschaft nominiert. Auch deshalb gönnt sich das Team von Werner Blechschmidt zwischen Hallen- und Feldrunde keine Pause.

Gymnastik, Kondition, Fitness – der TV Vaihingen ackert bereits jetzt für die Feldrunde. Faustball gespielt wird im Training momentan wenig, wenn dann steht Fußball auf dem Programm – zum Abschalten, wie TVV-Trainer Werner Blechschmidt erklärt.

Abschalten von der Hallenrunde und der deutschen Meisterschaft in Calw vor eineinhalb Wochen, bei der Vaihingen Zweiter geworden ist. „Es war ein verdienter Sieg von Hammah“, sind sich die Vaihinger einig. „Obwohl wir als Favorit ins Endspiel gekommen sind, haben wir vor einer tollen Kulisse verloren. Wir konnten unsere Top-Leistung nicht abrufen. Zufrieden ist man da sicher nie“, blickt Abwehrspieler Andreas Rothmaier zurück.

Eine Pause gönnen sich die Faustballer aber deshalb nicht, weil sie sonst mit Nachteilen in die Feldsaison starten würden. „Der Start in die Bundesliga ist wichtig. Vor Saisonbeginn gibt es außerdem Turniere, bei denen Preisgeld winkt und für die Nationalmannschaft ist es ebenfalls wichtig, dass wir frühzeitig fit sind“, erklärt Angreifer Kola Meyer.

In Meyer, Marco Lochmahr, Michael Marx und Andreas Rothmaier sind nämlich gleich vier Spieler von Herren-Bundestrainer Olaf Neuenfeld für den Nationalmannschaftskader nominiert worden. Die Nominierung gilt für die Saison 2009, in der die World Games in Taiwan stattfinden. „Die Jungs haben gute Leistungen gezeigt. An einer Nominierung hat kein Weg vorbeigeführt“, sagt Blechschmidt, der sich riesig freute.

Auf dem Weg zur World-Games-Acht müssen die nominierten Spieler verschiedene Lehrgänge und Spiele absolvieren. Zwischendurch wird der Kader reduziert. Das Ziel der vier Vaihinger ist es, bis Taiwan durchzuhalten. „Es wäre ein absoluter Traum, Deutschland bei diesem Ereignis zu vertreten“, so Rothmaier.

Der erste Lehrgang findet vom 16. bis zum 19. April in Stammheim statt. Rothmaier schaut ihm positiv entgegen: „Es herrscht dort immer eine tolle Stimmung.“ Außerdem sei es toll, mit Leute zu spielen, die normalerweise auf der anderen Seite des Feldes stehen und die Lehrgänge würden die Spieler technisch weiterbringen. „Es ist einfach ein super Gefühl, zwei- bis dreimal täglich zu trainieren und einmal nur für seinen Sport zu leben“, so Rothmaier. Am 24. April bestreitet die Nationalmannschaft ihr erstes Spiel – in Vaihingen. Beim Test gegen die Schweiz werden jedoch nur Marco Lochmahr und Andreas Rothmaier eingesetzt. „Dass ich da nicht nominiert bin, ärgert mich schon ein wenig“, sagt Meyer. Klar sei es für die Zuschauer langweilig, vier Vaihinger in Vaihingen zu sehen, „aber wann bekommt man schon die Möglichkeit, mit der Nationalmannschaft vor heimischer Kulisse zu spielen?“.

Andreas Rothmaier darf auflaufen und er freut sich schon riesig. Er wurde – im Gegensatz zu Kolja Meyer und Michael Marx – bei der letzten Europameisterschaft in Stammheim nicht berücksichtigt. Laut seinem Trainer stehen die Chancen dieses Mal allerdings gar nicht schlecht – sofern Kolja Meyer als Angreifer nominiert wird. „Es gibt wohl kaum jemanden, der hinter Kolja besser spielt“, erklärt Blechschmidt. Auch das blinde Verständnis zwischen Meyer und Zuspieler Marco Lochmahr sei ein Vorteil für Letztgenannten.

„Ich glaube, dass zwei von uns auf jeden Fall dabei sind“, sagt Rothmaier. Wer, das entscheidet sich erst in den Lehrgängen, bei denen oft die Tagesform ausschlaggebend ist. Damit die passt, absolvieren Meyer, Lochmahr, Marx und Rothmaier gerade zusätzlich zu den zwei Einheiten mit der Mannschaft Sonderschichten. „Ich gehe mit Andreas immer joggen und Badminton spielen“, erzählt Michael Marx. Fast jeden Tag sind die vier im Einsatz. „Ich werde versuchen, täglich einen Faustball in die Hand zu nehmen“, sagt Rothmaier. „Die Jungs zeigen noch mehr Einsatz und Fleiß als sonst. Sie versuchen sogar an zusätzliche Trainingszeiten zu kommen“, erklärt Blechschmidt.

Zeit für eine Pause bleibt da tatsächlich nicht.




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