Nur 90 Teilnehmer beim Illinger Crossduathlon
Illingen (ev) – Sebastian Kienle lief beim dritten Illinger Crossduathlon als Erster über die Ziellinie und hatte allen Grund zum Jubeln. Weniger erfreut waren die Veranstalter über die Teilnehmerzahl. Nur 89 Athleten gingen auf die Strecke.
Harald Feierabend vom Veranstalter Team Sportevolution wirkte nach dem Rennen ratlos und enttäuscht. Waren es bei der ersten Auflage des Illinger Cross-Duathlons noch rund 140 Teilnehmer, schrumpfte die Teilnehmerzahl auf ungefähr 100 im vergangenen Jahr und auf 89 in diesem Jahr. Woran es liegt? Harald Feierabend kann nur spekulieren. Zu schlechtes Wetter in den vergangenen Wochen – Radtraining war kaum möglich und nun sind alle Athleten im Trainingslager – oder zu wenig Interesse in der Region. Eine konkrete Erklärung hatte er am Samstag nach dem Rennen nicht parat. Dabei gab es von den Teilnehmern eigentlich sehr viel Lob: „Tolle Strecke, tolle Organisation“, sagte zum Beispiel die Siegerin Martina Höllige. Nur eins fehlte beim dritten Illinger Crossduathlon: Konkurrenz.
Als Favorit gestartet, als Sieger gefeiert. Lokalmatador Sebastian Kienle aus Mühlacker lief von Beginn an vorne weg und siegte souverän. In der ersten Runde lieferte sich Kienle beim Laufen noch ein Duell mit Tom Schleich (CA Belvaux). „Viel mehr hätte ich in diesem Moment nicht mehr zulegen können“, so der Lokalmatador. Als die Athleten dann die zweite Drei-Kilometer-Runde hinter sich hatten und in die Wechselzone kamen, hatte Kienle bereits einen Vorsprung von rund 100 Metern.
Erst am vergangenen Donnerstag kam der 24-Jährige aus dem Trainingslager in Fuerteventura, sagte deshalb selbst, dass er zwar fit sei, aber durch die zweitägige Pause die Systeme etwas runtergefahren seien. Sicher, dass er einen Platz ganz vorne ergattern kann, war er sich vor dem Rennen aber trotzdem. „Die Frage bei solchen Veranstaltungen ist nur immer, ob Mountainbiker dabei sind, die einem gefährlich werden können“, erklärte Kienle. So war es aber dieses Mal nicht. Im Gegenteil. Der Mühlackerer baute seinen Vorsprung auf der
18-Kilometer-Mountainbike-Strecke aus und hatte sogar Zeit, den Zuschauern etwas zu bieten, bevor er zum zweiten Mal in die Wechselzone kam. „Ich bin mitten durch eine Pfütze gefahren, damit die Zuschauer etwas zu sehen haben“, erklärte er.
Auf den letzten drei Kilometern Laufen ließ er dann nichts mehr anbrennen und erreichte in einer Zeit von 1:10:04 als Erster das Ziel. Zweiter wurde Johannes Moldan (FC Dörlesberg) in 1:11:15, vor Thomas Pfrommer (Team Radax Aktiv) in 1:13:02. Der Vorjahressieger Moritz Blessing belegte Platz fünf, war damit allerdings sehr zufrieden. „Die Konkurrenz war besser als 2008. Meine Zeit war ähnlich wie im vergangenen Jahr“, meinte er im Ziel. Stimmt: aus 1:15:13 wurden dieses Mal 1:16:00. Insgesamt erreichten am Ende 77 Personen das Ziel.
Das Rennen bei den Frauen verlief ähnlich wie das der Männer. Martina Höllige siegte souverän in 1:31:02. Somit hatte sie rund acht Minuten Vorsprung auf die Zweitplatzierte Claudia Ulrich (AKT Tübingen). Allerdings hatte Höllige auch keine Konkurrenz, da nur drei Frauen am Start waren. Die Athletin vom Team Strassacker hat mit ihrem Erfolg einen Hattrick geschafft. Sie gewann alle drei Rennen des Illinger Crossduathlons. „Dabei mache ich eigentlich gar keinen Duathlon mehr“, so Höllige. Sie beschränkt sich mittlerweile aufs Radfahren. „Das Laufen war deshalb auch nicht ganz so rund“, erklärt die Athletin. Sie will im nächsten Jahr wieder kommen und dann in einer besseren Laufform. Wie, wann und ob der Crossduathlon nächstes Jahr stattfinden wird, ist noch nicht klar. „Vielleicht ändern wir den Termin oder die Strecke. Auf jeden Fall muss sich der Verein gut überlegen, ob und wie es weitergeht“, so Feierabend.
