VfB-Frauen starten Rückrunde mit neuer Taktik
Vaihingen (rkü) – Für die Frauenfußballmannschaften aus Vaihingen und Nussdorf beginnt am Sonntag (15. März) die Rückrunde. Der TSV Großglattbach greift erst eine Woche später ins Spielgeschehen ein. Die Trainer haben während der Winterpause an der Taktik gefeilt. Vaihingen will die gute Platzierung halten, in Nussdorf und Großglattbach soll eine Aufholjagd beginnen.
TSV Nussdorf
Der TSV Nussdorf ist im Jahr nach dem Abstieg aus der Landesliga schon wieder Tabellenletzter, dieses Mal in der Regionenliga. Trainer Meik Fechner, der im Herbst sein Amt antrat, sieht die Mannschaft dennoch auf einem guten Weg. „Ich gehe davon aus, dass wir noch Sechster werden können. Das halte ich für realistisch.“ Momentan steht der TSV Nussdorf auf Platz elf und hat neun Punkte Rückstand auf den Sechsten.
„Fußball spielen können sie“, urteilt der Trainer über die Nussdorfer Frauen. „Über die Spiele, die ich bisher gesehen habe, muss ich sagen, dass bis auf das 0:11 gegen Erdmannhausen die Spielanlage gut war. Es liegt nur an der Umsetzung und die Mädels machen zu viele Abspielfehler.“ Darum war über den Winter nicht nur Konditionstraining angesagt, drei Wochen lang trainierten die Nussdorfer Frauen in Wiernsheim auf dem Kunstrasen. Freundschaftsspiele gegen den SV Friolzheim und die SpVgg Warmbronn II (beide Bezirksliga) gewannen sie mit 6:1 und 9:1. „Es war mir wichtig, noch einmal gegen Warmbronn II zu spielen“, sagt Fechner. „Gegen die Mannschaft sind wir im Pokal nach Elfmeterschießen ausgeschieden. 80 Minuten lang haben wir das Spiel gemacht, aber 20 Meter vor dem Tor war Feierabend.“ Vielleicht sollten die Fußballerinnen manchmal nicht so viel nachdenken, überlegt der Trainer. „Hauptsache, der Ball landet im Tor!“ In Christel Mühlbauer und Dunja Böttinger seien über die Winterpause zwei erfahrene Spielerinnen zur Mannschaft gestoßen. Weil aber zwei Spielerinnen durch Auslandsaufenthalt beziehungsweise Verletzung länger ausfallen, gebe es trotzdem nur zwölf Stammkräfte. „Verletzen darf sich keine mehr.“ Immerhin sei das Team motiviert, sich selbst aus dem Tabellenkeller zu befreien, freut sich der Trainer. „Alle wissen, um was es geht. Sie sind bester Dinge.“
VfB Vaihingen
Der VfB Vaihingen steht nach der Hinrunde glänzend da. Für die Rückrunde hat Trainer Martin Käpplinger das Ziel vorgegeben, den sechsten Rang in der Bezirksliga zu halten. „Wenn wir schon unerwartet so weit oben stehen, wollen wir diesen Platz auch verteidigen.“
Wie er es bereits nach den letzten Spielen der Vorrunde angekündigt hatte, nutzte Käpplinger die Winterpause, um an der Taktik zu feilen. „Wir haben in sechs Theorie-Einheiten unsere Taktik neu ausgerichtet.“ Wichtigste Neuerung: Die Mannschaft soll künftig offensiver agieren. „Wir wollen nicht mehr so ängstlich spielen“, sagt der VfB-Trainer. Darum gebe es ab sofort zwei Sturmspitzen statt einer. Durch die 4-4-2-Aufstellung erhofft sich Käpplinger Vorteile: „Aus der Rautenformation im Mittelfeld heraus wollen wir mehr Druck nach vorne aufbauen.“
Torfrau Anja Christoph falle vorläufig aus, bedauert Käpplinger. „Sie ist beim Training wohl mit dem Fuß hängen geblieben, als sie den Ball weggrätschen wollte.“ Resultat war ein Schien- und Wadenbeinbruch. Die Trainingsbeteiligung mit durchschnittlich 16 Spielerinnen bezeichnet er als gut.
TSV Großglattbach
Beim TSV Großglattbach wurde über den Winter zuerst einmal die Trainerfrage geklärt. Werner Zigan, der im Herbst ursprünglich nur für kurze Zeit eingesprungen war, wird die Mannschaft bis zum Sommer leiten. Dann allerdings müssen sich Trainer und Verein entscheiden, wen er zweimal wöchentlich trainiert – die Frauenmannschaft oder die neu in den Spielbetrieb einsteigenden B-Juniorinnen. Momentan wird Werner Zigan von seinem Co-Trainer Andreas Geiger kräftig unterstützt, weil dieser in den Semesterferien regelmäßig zur Verfügung steht. Auch nach dem Beginn des Sommersemesters soll sich das nicht grundlegend ändern – das Training wurde unter anderem aus diesem Grund von Montag und Mittwoch auf Mittwoch und Freitag verlegt.
Die Trainingsbeteiligung lag bei etwa 13 Spielerinnen, insgesamt umfasst der Kader 18 Frauen. Neu dabei ist die Brasilianerin Natiele de Oliveira Fontes, die ein Jahr lang in Wiernsheim wohnen wird (siehe unten). „Ich hoffe, dass sie uns im Sturm was bringt“, sagt Zigan. Als eine Verstärkung für Mittelfeld und Abwehr sieht er Melanie Stricker, die vom VfB Vaihingen zurückgekehrt ist.
„Ich weiß noch nicht, wie die zwei einschlagen. Aber es gibt sicher kein Spiel mehr mit 21 Gegentoren.“ Damit bezieht sich der Trainer auf die ersten zwei Spiele der Saison gegen die Spitzenmannschaften der Bezirksliga – sie waren mit 0:18 und 0:21 ausgegangen. Als Ziel für die Saison gibt er inzwischen aus: „Ich hoffe, dass wir wenigstens eine Mannschaft hinter uns lassen.“ Immerhin hält sich der Druck in Grenzen: Das Team kann aus der Bezirksliga nicht absteigen.
