Freitag, 25. Mai 2012

Titel ade – TVV wird Zweiter




Titel ade – TVV wird Zweiter
Vaihingen verliert das Finale gegen Hammah mit 0:3

Calw (ev) – Der Siegeszug der Vaihinger Faustballer mit drei Titeln in einem Jahr ist beendet. Im Finale der deutschen Hallenmeisterschaft 2009 unterlag der TVV deutlich mit 0:3 gegen Hammah und ist den Titel somit los.

Viel wurde am Rande der deutschen Meisterschaft über die Qualität der Spiele geklagt. Bäume haben die Mannschaften in der Vorrunde wahrlich keine ausgerissen. Der TV Vaihingen war als Titelverteidiger und Europapokalsieger zum Beispiel fast nicht gefordert. Im Finale sah das jedoch ganz anders aus. Die Vaihinger fanden kein Mittel, um gegen Hammah zu bestehen. Dafür war das Finale ein klasse Spiel.
Nach 18 Minute war der erste Satz zu Ende – 11:9 für Hammah. Es war der erste Satz, den der haushohe Favorit Vaihingen in diesem Turnier verlor. Die Mannschaft aus Norddeutschland lag von Beginn an vorne, baute die Führung zwischenzeitlich auf vier Punkte aus und zeigte eindrucksvoll, dass die 0:3-Pleite gegen Vaihingen aus der Vorrunde kein Maßstab war.

Angreifer Kolja Meyer hatte erste Probleme. Mit zwei Assen zeigte er zwar, was er drauf hat, allerdings setzte er auch drei Angaben ins Aus. Auch im zweiten Durchgang hatte er immer noch Probleme mit seinen Angaben. „Ich habe ein, zwei rausgehauen, die sonst passen. Doch sobald ich versucht habe, mehr Druck aufzubauen, sind Fehler passiert“, erklärte Meyer. Irgendwann werde so etwas zu einem mentalen Problem, vor allem, wenn der Gegner seine Punkte macht. Beim 5:8 übernahm Michael Krauß die Angabe und legte mit einem Fehler los. Die nächste machte Meyer. Er drosch den Ball gegen die Wand. Die Bälle von Jan Heilmann und Björn Hoff fanden dagegen ihr Ziel. Satz zwei ging mit 11:6 an den MTV. Auf der Vaihinger Auswechselbank saß in Markus Knodel ein weiterer Angreifer, doch TVV-Trainer Werner Blechschmidt war der Meinung, ein Wechsel hätte seinem Team in diesem Augenblick nicht weitergeholfen.

Zu Beginn des dritten Satzes stand der TVV bereits mit dem Rücken zur Wand. Vaihingen lag zunächst vorne und immer häufiger zeigte Kolja Meyer seine Stärke, doch Hammah verwandelte den 1:3-Rückstand in ein 4:3. Es blieb ausgeglichen (5:5, 6:6, 8:8, 9:9, 10:10). Vaihingen hatte beim 10:9 sogar einen Satzball, nutzte diesen aber nicht, nachdem ein Zuspiel von Marco Lochmahr über die Leine ging, ohne dass Meyer den Ball noch berühren konnte. Hammah nutzte dagegen nur wenige Augenblicke später den ersten Matchball zum 14:12-Satzerfolg, 3:0-Sieg und zum Gewinn der deutschen Meisterschaft. Es ist der erste DM-Titel in der Geschichte des MTV. Während die Vaihinger mit betröpelten Gesichtern auf der Stelle verharrten, sprangen die Norddeutschen durch die Halle, umarmten sich und die MTV-Fans warfen ihre rosaroten Cowboy-Hüte aufs Feld. „Wir waren ein tolles Team. Bis jetzt hatten wir gegen Vaihingen nicht so gut ausgesehen“, sagte MTV-Spieler Jan Heitmann. „Die Vaihinger haben auch ein tolles Spiel gemacht. Aber wir sind als Team einfach besser gestanden.“

Die Vaihinger zeigten sich als faire Verlierer, gratulierten dem MTV und bei der Siegerehrung in der ausverkauften Halle lachten sie bereits wieder. „Unser Service konnte heute nicht mit dem von Hammah mithalten“, sagte Werner Blechschmidt hinterher. Ein Problem mit der Einstellung hätte er bei seinem Team nicht feststellen können. „Das Spiel war auf hohem Niveau. Es hat einfach nicht ganz gereicht“, meinte Werner Blechschmidt.

Das Fazit des Spiels: Der Sieg für Hammah war verdient, auch wenn der TVV unter Wert geschlagen wurde, doch Vaihingen leistete sich einerseits zu viele Fehler und auf der anderen Seite fehlten das gewisse Etwas und der nötige Druck. Also das, was die letzten drei Titel erst möglich gemacht hatte.

MTV Hammah:
Heitmann, Hoff, Holst, Isernhagen, Müller.

TV Vaihingen: Meyer, Krauß, Marco Lochmahr, Marx, Andreas Rothmaier.




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