Ecke, Elfer und Co. – Standards entscheiden Spiel
Ensingen (ev) – Einen guten Start aus der Winterpause gab’s für die Kreisliga-B5-Fußballer des SV Iptingen. Sie gewannen deutlich mit 3:1 gegen den TSV Ensingen, obwohl es lange Zeit so aussah, als könnte sich das Überraschungs-1:1 aus dem Hinspiel wiederholen.
Die Iptinger hatten die Kabine schon lange verlassen, da waren die Ensinger immer noch in der Umkleide und lauschten der Ansprache ihres Trainers Achim Lehmann. Der hatte einiges vor dem Spiel zu sagen, denn in der vergangenen Woche war er im Urlaub und die Vorbereitung lief witterungsbedingt und personell auch nicht ganz so, wie er sich das vorgestellt hat. Deshalb dauerte es länger, bis Taktik, Aufstellung und Einstellung erläutert waren. „Wir müssen vor allem bei Standardsituationen aufpassen. Gegen Iptingen waren wir bei solchen schon öfters anfällig“, sagte Lehmann.
Tatsächlich hatten es auch gestern die Standards in sich, zunächst lief es allerdings anders, als es der TSV-Trainer erwartet hatte. Die Partie war richtig ansehnlich. Von Winterpause keine Spur. Ensingen versteckte sich keineswegs vor dem Tabellenzweiten, der die Jagd auf den Spitzenreiter ausgerufen hat, und spielte munter nach vorne.
Auch bei der ersten Iptinger Ecke nach fünf Minuten passierte nichts, was zu berichten wäre. Dafür hatten die Gastgeber drei Minuten später die erste Chance des Spiels. Marc Eiberger scheiterte jedoch mit dem Kopf.
Das Spiel war ausgeglichen und bisher war Lehmanns Angst vor Standardsituationen nicht berechtigt, auch Eckball zwei sowie Freistoß eins und zwei des SVI fanden nicht den Weg ins Tor. Trotzdem ging die Elf nach einer Viertelstunde in Führung. Zwar nicht direkt nach einer Standardsituation, eingeleitet wurde der Spielzug, den Eftal Cebeci zum 1:0 nutzte, aber durch einen Einwurf.
Auch Tor Nummer zwei fiel nach einer Standardsituation. Dieses Mal hatte Schiedsrichter Rudi Keck aus Dürrn auf Elfmeter entschieden – aber nicht für Iptingen, sondern für Ensingen. Marcel Welte schoss und traf, obwohl SVI-Torwart Alexander Ulm noch mit den Fingerspitzen dran war. Bis zur Pause häuften sich nun die Unkonzentriertheiten bei den Gästen. Auch kreative Ideen im SVI-Mittelfeld waren zu diesem Zeitpunkt Mangelware.
1:1 stand es zur Pause. Déjà-vu-Erlebnis für SVI-Trainer Wolfgang Schenkel? Auch das Hinspiel endete mit diesem Ergebnis. „Hoffentlich nicht. Wir haben ja noch eine Hälfte“, meinte er.
Sein Bitten wurde im zweiten Durchgang erhört, allerdings dauerte es bis zur 70. Minute. Die Iptinger waren nun zwar deutlich besser und erarbeiteten sich einige Chancen, aber insgesamt wirkte Ensingen hinten sehr sicher. Bis zu einem Eckball in der angesprochenen Minute. Marc Nowotny schlug den Ball in die Mitte, zu Ensingen Torwart Andreas Schock, der das Spielgerät unglücklich in den eigenen Maschen versenkte.
Auch nach dem 2:1 hatte der Tabellenzweite vor allem nach Eckbällen gute Möglichkeiten, die endgültige Entscheidung herbeizuführen. Bei einer Ecke verletzte sich allerdings auch Julian Schreder. Er bekam den Ball ins Gesicht, woraufhin seine Nase kräftig blutete. Trotz Taschentuch tropfte es weiter und der Iptinger wurde vom Unparteiischen zweimal vom Feld geschickt. Schenkel zögerte trotzdem einige Minuten, ehe er Matthias Gille einwechselte. Dies wurde eine Minute vor dem Ende allerdings noch belohnt. Gille flankte auf den ebenfalls eingewechselten Heiko Knödl, der das 3:1 erzielte. Dieses Mal hatte der Treffer aber nun wirklich nichts mit einer Standardsituation zu tun.
„Verdienter Sieg für Iptingen“, waren sich beide Trainer hinterher einig. Für Wolfgang Schenkel gab es die Erkenntnis, dass noch ein wenig an der Kraft gearbeitet werden muss – ein Spieler hatte am Ende Krämpfe – und für Achim Lehmann, dass es trotz insgesamt guter Leistung wieder einmal nicht gereicht hatte.
TSV Ensingen: Schock – Christian Matthias, Lambert, Striegel, Baumgärtner, Eiberger (73. Wasserbäch), Geinitz, Schmidt (54. Florian Matthias), Schmid, Welte, Lehmann.
SV Iptingen: Ulm – Keller, Andreas Gerhard, Benjamin Rapp, Dertinger (51. Heiko Knödl), Glashauser, Cebeci (65. Drexler), Glauner, Schreder (87. Matthias Gille), Michael Knödl, Nowotny.
