Clermont-Ferrand (mkl/ev) – Nach einer guten Vorbereitung zeigte sich die Kleinglattbacher Senioren-Sprinterin der LG Neckar-Enz, Angelika Grißmer (W45), auch bei den dritten Senioren-Hallenweltmeisterschaften im französischen Clermont-Ferrand von ihrer besten Seite.
Mit zwei Medaillen, einem neuen LG Neckar-Enz Hallen-Rekord und sogar einem Weltrekord kehrt Grißmer aus Frankreich zurück. Ohne Probleme überstand die Kleinglattbacherin den Vorlauf über 60 Meter und zog als Zweite, in neuer Saisonbestzeit (8,23 Sekunden), in den Endlauf ein. Im Finale lief es für Angelika Grißmer dann nicht nach Wunsch. „Der Starter hat viel zu früh geschossen, es waren noch nicht alle Sprinterinnen in der ‚Fertig-Stellung’ – ich auch nicht“, monierte sie. Eine Top-Platzierung war somit nicht mehr zu erzielen und so musste sie sich mit Platz sechs (8,34 Sekunden) zufrieden geben.
Mit einer gehörigen Wut im Bauch ging sie dann auf ihre eigentliche Spezialstrecke – die 200 Meter. Obwohl ihre Konkurrentinnen reihenweise Bestzeiten ablieferten – Mary Kay (Australien) sprintete in ihrem Vorlauf einen W45-Weltrekord (25,99 Sekunden) – ließ sich Grißmer nicht aus der Fassung bringen und überstand die Qualifikation für das Finale in 26,56 Sekunden souverän.
Im Endlauf hatte sie dann die schnelle Australierin auf Bahn sechs direkt vor sich und lief sehr schnell an. „Als Mary mich am Ende der Gegengerade noch nicht wieder eingeholt hatte, dachte ich kurz an die Goldmedaille und lief um mein Leben“, berichtete Angelika Grißmer nach dem Lauf. Am Ende musste sie sich aber einer erneut entfesselt laufenden Mary Kay beugen, die den Weltrekord erneut verbesserte – auf 25,85 Sekunden. Nach 26,16 Sekunden (neuer LG Neckar-Enz-Hallenrekord) kam Grißmer als Zweite ins Ziel und verpasste den aktuellen deutschen Hallenrekord (26,10 Sekunden) ihrer Altersklasse nur um einen Hauch.
Auch Bernhard Grißmer
holt Edelmetall
Beim Weitsprung der Seniorinnen W45 belegte Angelika Grißmer Platz vier, haderte danach aber mit sich selbst. „Ich habe mich im Zeitplan um eine Dreiviertelstunde vertan und bin viel zu spät an die Wettkampfanlage gekommen. Ohne viel Einspringen und Anlaufausmessen muss ich mit meiner Leistung zufrieden sein“, kommentierte sie ihren Fauxpas. Bei der richtigen Wettkampfvorbereitung hätte sie möglicherweise in den Kampf um die Medaillen eingreifen können, denn ihre Weite (glatte 5 Meter – bei drei Fehlversuchen) war so gut wie seit Jahren nicht mehr.
Das persönliche Highlight der Meisterschaften erlebte Grißmer im Stadion „Jean-Pellez“ einmal mehr in der 4x200-Meter-Staffel des DLV. In der Besetzung Behrend, Kauerhof, Grißmer, Schulz ließen die DLV-Seniorinnen ihren Konkurrentinnen keine Chance und verbesserten den bis dahin gültigen Hallenweltrekord der Seniorinnen W45 um fünf Sekunden. Am Ende waren 1:46,38 Minuten auf der Anzeigetafel abzulesen und der DLV-Seniorenstatistiker Jörg Reckemeier meinte mehr als beeindruckt: „Welches Team soll diese Zeit jemals unterbieten?“
In Frankreich traten die Grißmers gleich im Doppelpack auf. Nicht nur Angelika Grißmer ging an der Start, auch ihr Mann Bernhard sprintete um Bestzeiten und auch er kam nicht ohne Edelmetall nach Kleinglattbach zurück. Über 200 Meter (M50) schied Bernhard Grißmer noch im Halbfinale aus. Seine Bronzemedaille holte er über 400 Meter für den VfL Sindelfingen. Seine Zeit: 55,72 Sekunden.
