Glücklose Steelers fühlen sich verschaukelt
Landshut (js) – Ostern war für Eishockey-Zweitligist SC Bietigheim-Bissingen nicht das Fest der Auferstehung und Erlösung. Denn auch in der dritten Play-off-Partie am Ostermontag unterlagen die Steelers in Landshut – diesmal mit 2:5. Heute Abend (20 Uhr) haben die Schützlinge von Christian Brittig damit die letzte Chance, das Saisonende hinauszuzögern.
Irgendwie war das 1:4 durch Markus Hundhammer in der 56. Minute symptomatisch für das Bietigheimer Spiel in Landshut. Die Steelers waren engagiert, durchaus risikofreudig, aber glücklos. Just in dieser 56. Minute kam all dies in Sekunden zusammen. Als Stephan Daschner auf die Strafbank musste, nahm SC-Coach Christian Brittig Torhüter Marko Suvelo für einen sechsten Feldspieler vom Eis. Landshut gewann das Bully im eigenen Drittel und nur acht Sekunden nach Beginn der Strafzeit trudelte die Scheibe vom Innenpfosten ins leere Bietigheimer Gehäuse.
Torhüter Patrick Koslow musste passen
Schon die Anreise ließ nichts Gutes erwarten. Noch auf der Fahrt nach Landshut musste Patrick Koslow, der erneut den Vorzug vor Marko Suvelo zwischen den Pfosten bekommen hätte, mit einer Magenverstimmung passen. Torhüter Nummer drei, Markus Nachtmann, reiste im eigenen Auto nach und kam erst nach Spielbeginn auf die Bank. Suvelo war zwar teilweise seine fehlende Spielpraxis anzumerken, insgesamt machte er seine Sache ordentlich. Dennoch musste er gleich beim ersten Landshuter Powerplay hinter sich greifen – Peter Abstreiter hatte getroffen (10.).
Wieder einmal liefen die Steelers einem Rückstand hinterher. Und durch ihre Abschlussschwäche taten sie sich damit schon die gesamte Saison über besonders schwer. Noch schwerer wurde es nach der 18. Minute; in dieser hatte Stephan Daschner mit einem verdeckten Schuss das 2:0 erzielt. Früh im zweiten Drittel ließ Kapitän Mike Smazal die Hoffnung seiner Mitspieler und der mitgereisten Fans wieder etwas erblühen.
Er nutzte in Überzahl eine Nachschussmöglichkeit zum 1:2-Anschlusstreffer (24.). Gegen nun schwächere Gastgeber kamen die Bietigheimer besser in Tritt und kurz vor Ende des Mittelabschnitts hatte Max Seyller sogar die Gelegenheit zum Ausgleich. Er vergab jedoch.
Im Schlussdrittel hielten die Grün-Weißen die Partie lange offen, wurden dabei ihrer Meinung nach aber mehrmals vom Unparteiischen Steffen Klau um Überzahlmöglichkeiten gebracht. Immer wenn Klau einen Landshuter vom Eis geschickt hatte, folgte Sekunden später ein Bietigheimer nach. Die Steelers schienen in dieser Phase außer gegen die Uhr auch gegen den Schiedsrichter zu spielen. In der 52. und 53. Minute hatte Klau gleich zwei Bietigheimer vom Eis geschickt. Die doppelte Unterzahl überstand das Team von Christian Brittig zwar, doch als Justin Kelly gerade zurück war, traf Brendan Dietrich regelwidrig mit dem Schlittschuh zum 3:1.
Doch alle Bietigheimer Proteste halfen nichts. Der Unparteiische gab den Treffer. Es folgte das erwähnte 4:1, das Jaakko Hagelberg nur 75 Sekunden später mit dem 2:4 konterte. Das Spiel war zu diesem Zeitpunkt allerdings gelaufen. Zumal Bietigheim in dieser Schlussphase bei erhöhtem Druck noch mehrmals Pech im Abschluss hatte. Günter Oswald machte 31 Sekunden vor Schluss mit einem erneuten Treffer ins leere Tor alles klar.
Heute Abend geht es somit für die Bietigheimer um alles oder nichts. Bei einer erneuten Niederlage ist die Saison vorbei. Christian Brittig will nicht ohne Sieg vom Eis gehen: „Wir haben rein rechnerisch zwar nur noch geringe Chancen, aber diese wollen wir unbedingt nutzen.“
Um zu zeigen, wie ernst er es damit meint, greift er tief in die Trickkiste. Entgegen den jahrelangen Gepflogenheiten wird sein Team heute erstmals auf der Spielerbank direkt vor den eigenen Fans Platz nehmen. „Mit unseren Fans im Rücken wollen wir nochmals alles geben, um den ersten Sieg der Serie einzufahren. Es ist nicht nur ein symbolisches Zeichen, die Fans hinter uns zu haben. Die Mannschaft und ihre Fans sollen als Einheit in dieses Spiel gehen und gemeinsam für den Sieg kämpfen“, so Brittig.
Auf die Idee kam er bei den Auswärtsspielen in Landshut: „Dort haben unsere Fans richtig Dampf gemacht und uns hervorragend nach vorne gepeitscht. Wir wollen nun auch für die Fans siegen, um uns für die Unterstützung zu bedanken.“
