Enzweihingen (ev) – Gestern zeigte sich, dass ein Fußball-Pokalspiel am Ostermontag nicht gerade ein Publikumsmagnet ist, vor allem dann wenn eine Mannschaft aus dem Kreis Böblingen und die andere aus dem Kreis Ludwigsburg kommt. Nur rund 50 Zuschauer sahen die Partie zwischen Enzweihingen und Malmsheim.
Die Bedingungen waren am gestrigen Feiertag allerdings auch nicht gerade zuschauerfreundlich, niedrige Temperaturen und ein tiefer Rasen waren die Bedingungen für das Bezirkspokalspiel zwischen Enzweihingen und Malmsheim. Trotzdem wollten die beteiligten Akteure das Spiel unbedingt austragen. „Ich bin froh, dass wir so im Rhythmus bleiben, denn nächste Woche steht für uns ein Derby an“, sagt Malmsheims Spielertrainer Thorsten Talmon. Auch Enzweihingens Trainer Denis Klaric nahm lieber den tiefen Platz als ein Nachholspiel unter der Woche in Kauf.
In Enzweihingens Reihen waren einige junge, eher unbekannte Gesichter zu sehen. „Einige Spieler sind im Urlaub. Also haben heute einige A-Junioren die Chance, sich zu beweisen“, verriet Abteilungsleiter Ralph Eberhard. Zunächst entwickelte sich ein ausgeglichenes, wenn auch nicht gerade erwärmendes Spiel. Beide Teams hatten ihre Probleme mit den Bedingungen. Erst nach zehn Minuten sahen die wenigen Zuschauer, den ersten Torschuss (von Malmsheim), der den Namen Chance verdient hatte. Das spielerische Niveau sank weiter. Das Passspiel wurde weitestgehend eingestellt, stattdessen agierten sowohl Enzweihingen als auch Malmsheim oft mit hohen Bällen, doch die Chancen häuften sich. Dean Gazinkovski traf nur das Außennetz. In der 27. Minute konnte Torwart Benjamin Friedel einen abgefälschten Schuss von Sebastian Schwarz gerade noch zur Ecke abwehren.
Nur fünf Zeigerumdrehungen später zeigte Schiedsrichter Gerhard Schnetz aus Möglingen auf den Elfmeterpunkt – zu Recht, denn Andreas Scherer hatte Marco Buck im Strafraum gefoult. Joanis Mitroglou nutzte die Chance und brachte Malmsheim überraschend, wenn auch nicht unverdient in Führung. In den folgenden Minuten war Enzweihingen von der Rolle und Malmsheim machte sich die 1:0-Führung nun verdient. Doch zehn Minuten später spitzelte Fatmir Umeri den Ball nach einem Freistoß, getreten von Wolfgang Held, über die Linie – 1:1. Nicht nur das Ergebnis, auch das Spiel war bis zur Pause wieder ausgeglichen.
Den besseren Start in Hälfte zwei erwischte Malmsheim. Die Gäste hatten nach Wiederanpfiff gleich mehrere gute Chancen und gingen in der 54. Spielminute durch Sebastian Schwarz erneut in Führung. Enzweihingen war vor allem in der Offensive zu harmlos. Die meiste Zeit neutralisierten sich beide Mannschaften im Mittelfeld, die hochkarätigeren Möglichkeiten hatten aber die Gäste.
20 Minuten vor Spielschluss versuchte es Fatmir Umeri mit Gewalt – sein Schuss prallte allerdings am Pfosten ab. Aufgeweckt hat er seine Kameraden damit aber nicht. Auch als zehn Minuten später Malmsheims Marco Buck nach wiederholtem Foulspiel die Gelb-Rote Karte sah, wachten die Enzweihinger nicht auf. „Bei manchen war wohl die Puste weg. Wir konnten uns auch keine Überzahl erspielen, weil wir zu viele Fehlpässe produziert haben“, murrte Denis Klaric nach der Partie. „Überhaupt haben wir es heute nicht verstanden, den Ball zu halten“, so Klaric weiter. Trotzdem war er sich mit Talmon einig, dass Malmsheim das Spiel verdient, aber mit ein wenig Glück gewonnen hatte. „Eine glorreiche Leistung war das von uns heute nicht“, war auch Talmon nicht ganz zufrieden. Enzweihingen ist nun raus aus dem Pokalwettbewerb und kann sich ganz dem Punktspielbetrieb der B5 widmen. Nächste Woche steht das Derby gegen Riet an. Malmsheim (Zweiter der Kreisliga B4) spielt als nächstes im Stadtderby gegen Renningen und steht dann im Pokal-Viertelfinale.
TSV Enzweihingen: Friedel – Thiel, Scherer (62. Alaly), Gazinkovski, Rongisch, Arslan, Wolfgang Held, Klaric, Uyar (75. Osman), Karabas, Umeri.
