Freitag, 25. Mai 2012

Wasserballer Naroska über einen möglichen Olympiaboykott


Politiker diskutieren über einen Olympia-Boykott.
Ein Traum für Florian Naroska: die Teilnahme bei Olympia. Foto:VKZ- Archiv

Vaihingen – Die Politik debattiert über die Situation in China und einige Menschenrechtsorganisationen fordern lautstark einen Boykott der Olympischen Spiele in Peking (8. bis 24. August). VKZ-Redakteurin Eva Wirth hat mit Florian Naroska gesprochen, der mit den deutschen Wasserballern die Qualifikation für Peking bereits geschafft hat.

Die Diskussionen um einen Boykott der Olympischen Spiele ebben nicht ab. Wie gehen Sie als Olympionike damit um? Verfolgen Sie die Situation in China ununterbrochen?
Natürlich verfolge ich die Situation in den Medien und ich höre schon genauer hin als sonst, wenn darüber berichtet wird. Trotzdem suche ich nicht explizit nach Informationen.

Was ist Ihre Meinung: Sollen die Olympischen Spiele in Peking boykottiert werden?
Nein. Dass China die Menschenrechte mit den Füßen tritt, war schon bei der Vergabe bekannt. Tibet hat nun die Gunst die Stunde genutzt, um auf seine Lage aufmerksam zu machen. Das ist aber die politische Situation. Ein Sportler arbeitet jahrelang auf die Olympischen Spiele hin. Es ist für viele der Höhepunkt ihrer Karriere. Bei einem Boykott wäre das für mich zum Beispiel frustrierend. Ein Traum würde zerbröckeln. Generell bin ich aber zuversichtlich, dass die Olympischen Spiele stattfinden werden.

Sie haben gerade die Vergabe der Spiele an Peking angesprochen: War es ein Fehler, ein solches Event in China stattfinden zu lassen?

Diese Diskussion gab es doch schon vor der Vergabe der Spiele, denn der Streit zwischen China und Tibet schwelt bereits seit vielen Jahren. Allerdings ist dies eine politische Diskussion. Ich bin Sportler und es ist nicht unsere Aufgabe, über so etwas zu entscheiden. Politik und Sport müssen getrennt werden.

Fahren Sie angesichts dieser Debatte überhaupt gerne nach Peking?
Das ist schwer zu sagen. Es ist traurig, was da passiert, aber die Olympischen Spiele waren mein Ziel. Die Vorfreude überwiegt, ich glaube, das kann bombastisch werden. Allerdings ist das meine sportliche Sichtweise. Politisch möchte ich mich nicht einmischen. Lasst uns Athleten einfach unseren Sport machen.


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