Freitag, 25. Mai 2012

TV Vaihingen ist Deutscher Meister


Sechsmal fuhr der TVV zur DM – jetzt klappte es mit dem Titel.
Michael Krauß wurde zum besten Angreifer ernannt. Foto: Einbock

Aschaffenburg (kor) – Mit einem packenden Finale ist die Hallen-Saison im Faustball zu Ende gegangen. Die Männer von Süd-Meister TV Vaihingen besiegten in Aschaffenburg vor 1300 Zuschauern den MTV Hammah mit 4:1 und holten sich somit erstmals den Titel des Deutschen Meisters.
Für beide Mannschaften war es das erste Finale, für Erstliga-Neuling Hammah sogar die erste Endrunde. Vaihingen war bei zuvor sechs Endrunden (fünf davon in der Halle) nie ins Halbfinale gelangt.
Das Finale war spannender als es das Ergebnis ausdrückte. Vaihingen profitierte von seinem stark besetzten Angriff. Während bei Hammah der fast zwei Meter große Jan Heitmann auf sich alleine gestellt war, zeigten beim neuen Deutschen Meister Michael Krauß und Kolja Meyer eine glänzende Leistung. Als Ersatzmann für Angabenschläger Krauß fügte sich im fünften Satz auch Marc Krüger glänzend ein. Während der Saison hatte Krüger nur in der zweiten Vaihinger Mannschaft (3. Liga) gespielt.
„Das war ein hochklassiges Finale, das für zuvor teilweise enttäuschende Leistungen entschädigt hat“, sagte Dirk Schachtsiek unmittelbar nach Spielende. Der ehemals beste Faustballer der Welt gehört heute dem Präsidium der Deutschen Faustball-Liga (DFBL) an. Der neue Hallen-Meister stellte nach Experten-Meinung in allen Mannschaftsbereichen die besten Spieler. In der Abwehr wurde Michael Marx als bester Spieler ausgezeichnet, im Zuspiel Marco Lochmahr und im Angriff Michael Krauß.
Im Vergleich mit dem Nord-Dritten MTV Hammah kam Süd-Meister TV Vaihingen vergleichsweise leicht ins Finale.  Zwar waren in jedem der Spiele des TVV mehrere Sätze umkämpft, doch gab das Team von Trainer Werner Blechschmidt bis zum Finale jeweils nur einen ab.
Im Eröffnungsspiel der Endrunde musste Vaihingen gegen den Faustballverein Feuerwehr Offenburg den ersten Satz abgeben. Hier war Offenburgs Schlagmann Stefan Konprecht der bestimmende Mann auf dem Feld. Danach kamen aber mehr und mehr Michael Krauß und Kolja Meyer in Fahrt.
Konprechts  variantenreiches Spiel erwies sich als zu fehlerhaft. Mit den Vorlagen seiner Mitspieler war er nicht zufrieden. Vaihingen spielte schon in der ersten Partie recht gut zusammen. Dass Krauß phasenweise Angaben-Fehler produzierte, wirkte sich am Ende nicht aus. „Wir können zufrieden sein“, sagte Krauß nach seinem ersten Endrunden-Spiel für Vaihingen. Mit seinem früheren Verein Sportvereinigung Weil der Stadt war er bei deutschen Meisterschaften nie über einen dritten Platz hinausgekommen.
Wenig Aussagekraft war dem 4:1 der Vaihinger gegen Ahlhorn beizumessen. Beide Mannschaften boten nicht ihre Bestbesetzung auf. Zum einen war beiden der Einzug ins Halbfinale sicher, zum anderen wollten beide nicht um jeden Preis Gruppensieger werden, sondern im Halbfinale dem Top-Favoriten TK Hannover lieber aus dem Weg gehen, der in Gruppe B Zweiter wurde.
Dem Sieg gegen Ahlhorn hatte Blechschmidt keine große Bedeutung beimessen wollen. „Wir haben schlecht gespielt und sollten das Spiel ganz schnell vergessen. Das Zuspiel war eindeutig schlechter als gegen Offenburg“, sagte der TVV-Trainer nach Ende der Gruppenphase. Ahlhorn schonte Angaben-Schläger Philip Meiners und im Laufe des Spiels auch noch Angreifer Nils-Cristoffer Carl, der gegen Vaihingen drei Sätze lang den Ball ins Spiel brachte. Vaihingen stellte seine Mannschaft gegenüber dem ersten Vorrunden-Spiel auf zwei Positionen um.  Anstelle von Kolja Meyer begann im Angriff Marc Krüger, der die Angaben übernahm und bis zu seiner Auswechslung (gegen Meyer) auch die meisten Angriffe ausführte. In der Abwehrreihe spielte Michael Marx anstelle von Markus Malyk. Vaihingen entschied vier Sätze relativ klar für sich und hatte lediglich beim10:12 im zweiten Durchgang das Nachsehen.
Im Halbfinale musste Vaihingen dann doch gegen Hannover ran. Der TVV übernahm von Beginn an das Kommando. Eine konstante, wenngleich nicht überragende Leistung genügte dem Süd-Meister, um den Titelkandidaten Nummer eins zu eliminieren. Vaihingen gewann den ersten Satz klar und hatte in den Durchgängen zwei und drei knapp die Nase vorne – 11:4, 12:10. Dann schafften die Niedersachsen durch ein 11:5 den Anschluss. Im fünften Satz lag zumeist Vaihingen knapp vorne. Nach 66 Minuten entschied ein Angriff von Michael Krauß das Spiel. Der 25-Jährige verwandelte den ersten Matchball zum 11:8.
Beim Süd-Meister glänzte Krauß insbesondere in der Angabe. Die Angriffsschläge führten er und Kolja Meyer im Wechsel aus. Hannover hatte Probleme in der Annahme (Björn Hoff) und im Zuspiel. Hannovers offensive Abteilung hatte einige gute Szenen, insgesamt waren Hoff und der angeschlagene Nationalangreifer Ole Hermanns aber nicht sehr wirkungsvoll.
„Es hat Spaß gemacht. Das Spiel haben wir im Griff gehabt. Wir hätten auch noch Luft gehabt, von daher habe ich auch nach dem vierten Satz, den Hannover gewonnen hat, keine Bedenken bekommen“, sagte der ruhig und ausgeglichene Werner Blechschmidt: „Ich finde, die Fehlerquote bei den Angaben von Michael Krauß war etwas zu hoch, in den entscheidenden Momenten hat er dann aber immer seine guten Angaben ausgepackt.“
„Jetzt hat es endlich geklappt. Ich musste gar nicht so sehr viel machen, weil meine Spieler einfach gewollt haben“, freute sich Blechschmidt hinterher.

TV Vaihingen: Krauß, Krüger, Meyer, Lochmahr, Marx, Andreas Rothmaier, Malyk.


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