Oberriexingen (elf) – Weil er sein Temperament nicht zügeln konnte, sah Attilio Arena vom SV Riet bei der Begegnung in Oberriexingen nicht nur zwei Mal Gelb wegen Meckerns. Als er in der 82. Minute vom Platz flog, konnte er sein Mundwerk immer noch nicht zügeln und provozierte damit auch noch einen Spielabbruch beim Stand von 2:0 (1:0) für den Gastgeber.
Zugegeben – den besten Tag hatte Schiedsrichter Eftimios Chouridis aus Korntal nicht erwischt. Und wenn sich die Rieter samt Anhang mehrmals lauthals über die Entscheidungen des Unparteiischen beschwerten, war dies durchaus berechtigt. Doch zumindest seine erste gelbe Karte hätte sich Arena ersparen können, denn der Elfmeter für Oberriexingen in der 54. Minute war mehr als vertretbar. Der Rieter Spielertrainer Martin Stotz grätschte dem Oberriexinger Maximilian Dietz im Strafraum von hinten in die Beine. Klarer Fall: Strafstoß. Attilio Arena sah dies anders und holte sich den ersten gelben Karton wegen Meckerns ab. In der 82. Minute hatte er erneut etwas an einer Schiedsrichter-Entscheidung auszusetzen und sah dafür Gelb-Rot. Was dann folgte, beschrieb der Mann mit der Pfeife folgendermaßen: „Erst hat er mich beleidigt und dann auch noch bedroht.“ Die Konsequenz: Spielabbruch.
Doch es wurde auch noch Fußball gespielt an dem windigen Sonntagnachmittag. Die Oberriexinger Marschroute war klar: „Wir wollen gewinnen“, lautete die Devise von Trainer Wolfgang Schüle. Seinen Optimismus nahm er nicht zuletzt aus der Tatsache, dass seine Mannschaft am Donnerstag noch die SpVgg Bissingen bei einem Freundschaftsspiel mit 6:2 vom Platz fegte. Doch der Trainer stellte etwas um und ließ vorne mit Maximilian Dietz und Dominik Bauer stürmen. Dafür rückte Benjamin Zech nach hinten. Im Mittelfeld spielten Sebastian Schüle und etwas zurückgezogen Sascha Streicher. Damit war die offensive Ausrichtung vorgegeben.
Dennoch tat sich der Gastgeber schwer, ins Spiel zu kommen. Während Oberriexingen mit Fehlpässen auffiel, überbrückte Riet immer wieder mit dem wieselflinken Bernhard Braunbach über rechts schnell das Mittelfeld. Doch Zählbares wollte dabei nicht herausspringen. Ebenso wenig auf der Gegenseite, als Oberriexingen bei drei Freistößen hintereinander (19., 21. und 23. Minute) kein Glück hatte.
Das Spiel wurde besser. Dann zwei hochkarätige Chancen, doch der Rieter Braunbach scheiterte ebenso am Torwart (28.) wie auf der anderen Seite Bauer (29.). Dann das 1:0. Benjamin Zech spielt einen steilen Pass auf Dominik Bauer. Der lässt einen Rieter Verteidiger stehen und schiebt flach ins rechte Eck.
Nach dem Wechsel war Riet deutlich frischer und gefährlicher als der Gastgeber, doch Braunbach (47.), Frank Müller (49.) und Oliver Buck (52.) scheiterten entweder am guten Oberriexinger Torwart Markus Bayha oder am Unvermögen. In dieser Drangphase geriet der Gast wegen des Elfmeters mit 0:2 in Rückstand. Kai Thomas verwandelte sicher (55.). Riet bewies Moral und stürmte wütend nach vorn. Es gab beinahe im Minutentakt Chancen für den Gast. Braunbach (59.), Arena (63.) Stotz (64.), Buck (67. und 75.) hatten aber kein Glück. Oberriexingen kam in Hälfte zwei nur noch ein Mal gefährlich vors gegnerische Tor, doch der Schuss von Dominik Bauer ging am Kasten vorbei (76.). Sechs Minuten später war die Partie vorzeitig beendet.
TSV Oberriexingen: Markus Bayha – Schüle, Dennis Bayha . (50. Hüeber), Streicher, Thomas, Triantafillidis, Ribic, Ziesel (81. Geyenes), Zech, Dietz, Bauer.
SV Riet: Schöning – Minks, Müller (80. Bräuninger), Stotz, Buck, Braunbach, Kohr, Feeser, Janzen, Arena, Reck.
