Freitag, 25. Mai 2012

Pegasus-Gruppen dominieren die Meisterschaften




Voltigieren auf höchstem Niveau: Die S-Gruppe von Pegasus Mühlacker mit Denise Kiontke, Nina Giesecke und der Vaihingerin Antonia Schubert (von oben) hat die nordbadischen Meisterschaften in Mühlacker dominiert und gestern trotz Hitze eine gute Leistung gezeigt.	Foto: Küppers
Voltigieren auf höchstem Niveau: Die S-Gruppe von Pegasus Mühlacker mit Denise Kiontke, Nina Giesecke und der Vaihingerin Antonia Schubert (von oben) hat die nordbadischen Meisterschaften in Mühlacker dominiert und gestern trotz Hitze eine gute Leistung gezeigt. Foto: Küppers

Mühlacker (rkü). Pegasus Mühlacker hat seit vielen Jahren einen guten Namen, wenn es ums Voltigieren geht. Die Sportler aus der Senderstadt zeigen nicht nur selbst Spitzenleistung auf dem Pferd, sondern veranstalten auch jedes Jahr ein hochrangiges Turnier. Gestern gewannen sie die nordbadischen Meisterschaften.

Wenn in einem Verein der sportliche Erfolg da ist, dann wirkt das wie ein Magnet auf andere Sportler aus der Umgebung. Vor allem, wenn sich über Jahre hinweg zeigt, dass regelmäßig Höchstleistung gebracht wird. Das ist beim Fußball so, das ist in der Leichtathletik so – warum sollte es beim Voltigieren anders sein? Offenbar stimmt beim Pegasus Voltigier- und Reitverein der Mix aus guten Sportlern, fähigen Trainern und eben auch der Infrastruktur.

Den Beweis hierfür trat der Verein am Wochenende an. Obwohl die Fußball-Weltmeisterschaft mit dem Achtelfinale Deutschland gegen England einen echten Leckerbissen bot, versammelten sich sogar gestern Abend Voltigierer und rund 100 Zuschauer in der Halle. Pferde und Sportler wünschen bei ihrer Kür außer der passenden Musik grundsätzlich absolute Stille, um sich auf ihre sportliche Aufgabe konzentrieren zu können. Darum wartete der Hallensprecher mit dem Durchgeben der WM-Zwischenstände stets, bis ein Wechsel zur nächsten Gruppe anstand. Da war die frohe Kunde über deutsche Treffer meist schon bis zu den Besuchern durchgedrungen – weithin vernehmbare Böller und Vuvuzela-Klänge waren ein sicheres Zeichen hierfür.

Strahlende Gesichter waren allerdings trotz guter sportlicher Leistungen nicht garantiert, zumindest nicht bei allen jungen Damen und Mädchen, die ihre Turnvorführungen auf dem schaukelnden Rücken des Pferdes vorführten. Die Pegasus-Spitzengruppe beispielsweise zeigte eine Leistung, die Trainerin Karin Kiontke das Urteil „zufrieden“ entlockte. Klar gab es hier und da kleine Patzer, doch die Trainerin und Longenführerin für das Vereinspferd Captain Kirk sagte: „Beim eigenen Turnier machen unsere Sportler den Hallendienst, sie arbeiten als Läufer für die Richter, sie backen Waffeln, bauen auf – und das alle bei dieser Hitze!“

Ein besonders großes Lob hatte Kiontke für die Gruppe Pegasus III, die den zweiten Platz bei den nordbadischen Meisterschaften belegte. Normalerweise zeigen die Mädchen der zweiten Gruppe ihre Turnübungen auf dem Pferd Waron. Doch dieses musste übers Wochenende für das Junior-Team des Vereins herhalten, weil Ikarus, auf den die Gruppe an sich eingeübt ist, mit einer Sehnenverletzung ausfiel. Weil aber die Trainerin von Pegasus III, Kerstin Lehner, das Ersatzpferd Kajetan noch nie longiert hatte, übernahm Kiontke diese Aufgabe während des Wettkampfs. Und sie war mit der Leistung der Gruppe auf dem ungewohnten Pferd äußerst zufrieden.

Auch andere Vereine hatten übrigens Pech mit ihren vierbeinigen Turnkameraden. Die Gruppen aus Wurmberg-Neubärental und aus Heidelberg-Großsachsen mussten absagen, weil ihre Pferde an Koliken litten. Auch ein Start der Sersheimer M-Gruppe war durch den Ausfall von Pferd Ashley unmöglich. Einzelvoltigiererin Alina Keck (RV Sersheim) war von diesem Ausfall allerdings nicht betroffen. Sie hatte auf dem Pferd Enrico den vierten Platz der M- und S-Voltigierer mit einer Endnote von 5,186.

Zur Qualität der dargebotenen Leistungen sagte Pegasus-Cheftrainerin Kiontke: „Es wird immer sportlicher und athletischer.“ Höher hinaus können die Gruppen bei ihren akrobatischen Übungen kaum noch gelangen, weil laut Reglement immer zwei der Sportler direkten Kontakt mit dem Pferd halten müssen. „Aber man versucht, durch Dynamik immer noch einen draufzusetzen“, sagt Kontke. „Es wird immer schneller. Bis jetzt ist unseren Gruppen auch immer gelungen, den Anschluss an diesen Trend zu halten. Aber es ist ein völlig anderes Voltigieren als vor 25 Jahren, als ich selbst noch auf dem Pferd war.“




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