Aurich (ev). Alexander Stierl und Tobias Linder waren gestern Abend die Helden der Kleinglattbacher. Die Elf von Siegfried Blum gewann das Endspiel um den Vaihinger Fußball-Stadtpokal mit 1:0. Der TSV Kleinglattbach holte sich den Pott nach 1997 und 2002 nun zum dritten Mal.
„Wir haben heute fast ein Elfmeterschießen gesehen“, sagte Vaihingens Oberbürgermeister bei der Siegerehrung des Vaihinger-Stadtpokalturniers. „Allerdings schon während des Spiels.“ Der OB spielte damit auf die 32. Minute des Finales Roßwag gegen Kleinglattbach an. Zwei Kleinglattbacher nahmen FVR-Stürmer Michel Kowalski in die Zange und brachten ihn zu Fall. Schiedsrichter Matthias Anklam zeigte auf den Elfmeterpunkt. Torhüter Salvatore Rivarolo wagte sich und donnerte den Ball gegen die Latte, ehe Linder klärte. Es blieb gefährlich. Eckball. Manuel Gayer zog von der Strafraumgrenze ab. Biagio di Grigoli bekam seinen Arm nicht mehr schnell genug weg. Anklam zeigte wieder auf den Punkt. Eine harte Entscheidung, doch der Unparteiische war der Meinung, dass es eine unnatürliche Handbewegung gewesen sei. Dieses Mal trat Michel Kowalski an, aber nun kam der Auftritt von Tobias Linder. Er parierte den schlecht geschossen Elfmeter von Kowalski. „Das war ganz großer Sport“, lobte ihn sein Trainer Siegfried Blum nach dem Spiel und umarmte seinen Torhüter.
Doch nicht nur Linder wurde von ihm gelobt. „Im vergangenen Jahr hat niemand die Mannschaft beachtet und nun so was“, sagte Blum.
Tatsächlich war Kleinglattbach eines der besten Teams des Turniers, ebenso Roßwag. Beide Mannschaften hatten während der Vorrunde und in den Halbfinals nicht nur spielerisch geglänzt, sondern vor allem den Willen demonstriert, das Turnier gewinnen zu wollen. Das favorisierte Team im Finale war allerdings A-Ligist FV Roßwag. Die Mannschaft gewann schon in der Vorrunde 3:1 gegen Kleinglattbach.
Doch im Finale sorgte erst einmal der B-Ligist für Aufsehen. Kleinglattbach war quirliger und engagierter. Von Respekt keine Spur. Roßwag kam zwar immer besser ins Spiel, aber Blum hatte seine Mannschaft gut eingestellt. Das dürfte ihm auch nicht schwer gefallen sein. Noch vor einem Jahr trainierte er den FV Roßwag. Dort hat sich zwar ein klein wenig was verändert, die Handschrift von Blum ist bei den Lila-Weißen allerdings immer noch deutlich zu erkennen.
Roßwag wäre schon fast in Hälfte eins in Führung gegangen. Doch Andreas Haller köpfte die beste Chance knapp über das Tor.
Nach dem kurzen Elfmeterschießen in der 32. Minute entwickelte sich ein klasse Spiel. Zwar häuften sich bei Kleinglattbach zwischendurch die Fehlpässe, weil es an der Laufbereitschaft mangelte. Der Spannung schadete das allerdings nicht.
In der 41. Minute fiel das entscheidende Tor. Bei einem Getümmel im Roßwager Strafraum kam Alexander Stierl an den Ball und erzielte das 1:0. „Das war nicht unverdient“, meinte Blum.
Zwei Minuten später kam es zur einzigen unschönen Szene. Robin Gittinger blieb nach einem Zweikampf am Boden liegen. Er musste ausgewechselt werden und humpelte vom Platz. Sein Knie konnte er nicht mehr belasten.
Wegen der Verletzungspause gab es vier Minuten Nachspielzeit. Als dreieinhalb gespielt waren, piff Anklam. Allerdings beendete er nicht das Spiel, was die Kleinglattbacher dachten. Die Auswechselspieler liefen aufs Feld und Siegfried Blum bekam einen Kübel Wasser über den Kopf geleert. Zu früh gefreut. Das Spiel ging weiter. Noch einen Freistoß des FVR mussten die Kleinglattbacher abwarten, dann durften sie wirklich jubeln.
„Der Sieg war verdient. Vor allem läuferisch stimmte unsere Leistung nicht. Wenn wir wie im Halbfinale gespielt hätten, wäre es wahrscheinlich anders gekommen“, so das Fazit von Roßwags Abteilungsleiter Edgar Schmidt.
Siegfried Blum war einfach nur stolz. Für ihn war es der dritte Titel als Trainer (zwei holte er mit Roßwag) und auch für den TSV war es der dritte Titel. „Es ist einfach unglaublich“, meinte der Trainer.
FV Roßwag: Rivarolo – Gittinger (43. Seyb), Stork, Bochs, Gatzionis, Manuel Gayer, Kowalski, Menge, Pätzold (40. Stefan Gayer), Haller, Alexander Hoffmann
TSV Kleinglattbach: Linder – Josephy, Engelhard, Di Grigoli, Dragun, Gutjahr, Scialpi (50. Duldner), Tricarico, Zeltwanger (45. Egritas), Stierl (53. Siegmann), Hahn.
