Freitag, 25. Mai 2012

TVV-Team entlässt Blechschmidt




TVV-Team entlässt Blechschmidt
Karl Katz soll das Vaihinger Team interimsmäßig betreuen – Entscheidung fiel kurzfristig

Vaihingen (ev). Karl Katz heißt der Neue. Er lenkt nun die Geschicke der Faustballer des TV Vaihingen. Allerdings nur diesen Sommer. Werner Blechschmidt, der die Mannschaft in den vergangenen Jahren trainierte, wurde am Mittwoch offiziell entlassen.

Bei den Faustballern läuft einiges anders, als im Fußball oder anderen Sportarten. Beim TV Vaihingen zum Beispiel hat die Mannschaft das Recht, ihren Trainer selbst zu entlassen und einen neuen zu suchen. Die Beziehung zwischen Mannschaft und Trainer soll ja stimmen. Die erste Herrenmannschaft des TV Vaihingen hat ihre Macht nun dazu benutzt, Trainer Werner Blechschmidt zu entlassen. Abteilungsleiter Markus Knodel sagt dazu Folgendes: „Die erste Mannschaft ist in solchen Sachen egoistisch.“ Mit der Art wie Werner Blechschmidt entlassen wurde, ist er nicht einverstanden: „Das ist nicht der korrekte Weg.“

Knodel wurde nicht groß in die Entscheidung des TVV-Teams einbezogen. Auch für Trainer Werner Blechschmidt kam die Entscheidung überraschend. Ihm wurde am Montag kurz vor dem Training mitgeteilt, dass jemand anderes die Einheit leitet. Am Mittwoch wurde ihm dann offiziell gesagt, dass die Mannschaft ohne ihn zum Europapokal fährt. Das große Turnier der Vereinsmannschaften findet Anfang Juli statt. „Vor dem Europapokal musste etwas passieren“, sagt TVV-Spielführer Marco Lochmahr. „Es war einfach an der Zeit, diesen Schritt zu gehen“, ergänzt sein Mannschaftskamerad Michael Marx. Die Entscheidung wäre so schnell gefallen, dass alles Schlag auf Schlag gegangen und nicht die Zeit gewesen wäre, mit Blechschmidt in Ruhe zu sprechen. „Dabei haben wir ihm viel zu verdanken“, sagt Marx.

Unter Blechschmidt wurde der TVV zu einer europäischen Spitzenmannschaft. In der Halle wurde Vaihingen binnen eines Jahres Deutscher Meister, Deutscher Vizemeister und Europapokalsieger. Im Feld kam ebenfalls ein DM-Titel dazu. Doch Marx sagt auch: „Es passt einfach nicht mehr.“ Obwohl die Mannschaft Tabellenführer ist.
 Blechschmidt ist beruflich sehr eingespannt. Um den Trainer zu entlasten, übernahmen die Spieler Kolja Meyer und Marco Lochmahr das Training. Blechschmidt überwachte alles und betreute die Mannschaft an den Spieltagen. Keine ideale Lösung. Deshalb wollte Blechschmidt am Ende der Feldrunde sowieso seinen Trainer-Job abgeben oder mit der Mannschaft nach einer anderen Alternative schauen.

So lange wollte das Team aber nicht mehr warten. „Die Situation mit Werner Blechschmidt bringt die Mannschaft nicht weiter“, sagt Marx. Die Luft sei raus gewesen, meint Lochmahr und führt als Beispiel an, dass die Leistungen nicht mehr so überragend gewesen seien.

Beim Deutschen Turnfest kam Vaihingen nicht in die Endrunde, gewann dann aber die Trostrunde und wurde Fünfter. Außerdem hätte die Mannschaft, in der vier Nationalspieler stehen, gegen Öschelbronn 3:5 verloren und gegen Unterhaugstett nur mit 5:4 gewonnen. Die klaren Siege gegen Offenburg (5:0), Stammheim (5:1) und Veitsbronn (5:0) würden nicht zählen, wären es doch schwächere Teams.
Ob die Leistung mit dem Trainer zusammenhängt oder ob es nicht doch an den Spielern liegt, kann Marx nicht sagen, „aber man kann ja nicht acht Spieler austauschen“. Außerdem laufe es nach einem Trainerwechsel oft besser.

Der neue Trainer heißt Karl Katz und hat sich im Faustball bereits einen Namen gemacht. Allerdings hat er gerade eine Verpflichtung. Er trainiert Grafenau. Deshalb ist sein Engagement in Vaihingen zeitlich begrenzt und deshalb gibt es auch nun wieder eine Notlösung. Katz bereitet die Vaihinger nur auf den Europapokal und die deutsche Meisterschaft vor. Zwischendurch ist die Mannschaft wieder auf sich selbst gestellt. „Zwischendrin dürften wir das auch selbst hinbekommen“, sagt Marx.

Zweimal war Katz bereits in Vaihingen im Training. Die Spieler sind zufrieden. „Das war richtig heftig. Wir sind nicht richtig fit. Für die Liga reicht es, aber nicht für die Top-Mannschaften“, meint Marx. Gegen Stammheim soll Katz an der Seitenlinie stehen, sonst soll jemand anderes das Kommando von außen übernehmen. Zum Beispiel der verletzte Michael Krauß.

Wie es dann nach der Feldrunde weitergeht, steht noch nicht fest. Trotzdem stehen Marx und Lochmahr zu der Entscheidung. „Im Faustball drängt sich niemand vor“, sagt Lochmahr. „Wenn Werner Blechschmidt noch Trainer wäre, würde niemand anderes einspringen“, erklärt Marx.

Und wie geht es mit Werner Blechschmidt weiter? Er will dem TVV nicht den Rücken kehren. „Mein Sohn spielt dort“, sagt er. Außerdem ist er selbst bei den Männern 35 aktiv.

Die Türen zum TVV will er nicht zuschlagen.




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