Sersheim (ev). Großglattbach hat sich die Chance bewahrt, in die Fußball-Kreisliga A3 aufzusteigen. Gestern besiegte die Elf von Güngör Topal den TASV Hessigheim im Relegationsspiel mit 2:1. Souverän war der Erfolg allerdings nicht.
In den vergangenen Wochen wurde viel geredet. Großglattbach will nicht in die Fußball-Kreisliga A3 aufsteigen. Die Mannschaft tritt gegen den Zweiten der Kreisliga B6, den TASV Hessigheim, gar nicht an. Intern stimmt es nicht. Die Mannschaft spielt gegen den Trainer... Die Gerüchteküche brodelte fast über.
Trotz aller Gerüchte kämpfte sich Großglattbach gestern zum Sieg und in die zweite Runde der Relegation. Ein bisschen was war am Gerede allerdings dran. Ein Spieler – welcher, das wollte Trainer Güngör Topal nicht verraten – wäre unzufrieden gewesen und hätte Stimmung gegen ihn gemacht. „Ich habe danach das Gespräch mit der Vereinsführung gesucht, weil ich wissen wollte, ob die Verantwortlichen tatsächlich unzufrieden mit mir sind. Wenn das so gewesen wäre, hätte ich meine Konsequenzen daraus gezogen“, so Topal.
Gegen Hessigheim waren die Großglattbacher zu Anfang etwas unsicher, was
angesichts des schlechten Abschneidens in den vergangenen drei Spielen aber nicht verwunderte. Nach einer Viertelstunde führte der TASV mit 1:0. Keiner fühlte sich bei den Großglattbachern für die Hessigheimer zuständig. Erst vereitelte Torwart Heiko Schäfer den Führungstreffer, dann die Unterkante der Latte – beim dritten Versuch machte Fatos Bytygi alles klar.
Die Mannschaft von Trainer Gerhard Bierent spielte zunächst gefälliger, hatte auch die besseren Chancen. Das 2:0 lag in der Luft. Großglattbach war zwar nicht chancenlos, fand aber erst mit der Zeit ins Spiel. Das 1:1 in der 43. Minute war die logische und verdiente Konsequenz. Schiedsrichter Michael Stügelmaier (Leonberg) entschied nach einem Foul an Philipp Rank auf Elfmeter. Andreas Geiger, der bis zu seiner Auswechslung ein gutes Spiel ablieferte, nahm Maß und traf.
Nicht einmal eine Minute war in der zweiten Halbzeit gespielt, da kam es zum nächsten Höhepunkt, dem 2:1. Nach einem langen Pass von Uwe Prohaska, lief Güngör Topal alleine auf Torwart Daniel van der Haar zu und lupfte den Ball cool über ihn. „Die beiden Tore sind zu ganz ungünstigen Zeitpunkten gefallen“, sagte Hessigheims Abteilungsleiter Uwe Nägele hinterher. Trotzdem sprach er seiner Mannschaft ein Kompliment aus. „Sie hat gekämpft. Wegen unserer Leistung sind wir sicherlich nicht enttäuscht.“
Nach dem 2:1 gab allerdings erst einmal die Mannschaft aus dem Mühlacker Stadtteil den Ton an, bis die Kräfte schwanden. „Auch bei mir“, gab Topal zu. Großglattbach zog sich immer weiter zurück und verlagerte sich aufs Kontern. Auch die Zuordnung passte nicht mehr. Zwischen den Großglattbachern und ihren Gegenspielern entstanden große Lücken. Einige gute Möglichkeiten, darunter ein Lattentreffer, sprangen so für den TASV heraus. Doch auch Großglattbach blieb über schnelle Tempogegenstöße gefährlich. Güngör Topal und Steffen Kurfiß wechselten sich regelmäßig mit den Chancen ab, aber entweder vergaben sich kläglich, Torwart van der Haar hielt oder es war kein Mitspieler mitgelaufen.
2:1 – Großglattbach ist in der zweiten Runde der Relegation. Topal räumte hinterher freimütig ein, dass die glücklichere Mannschaft gewonnen hat. Unverdient war der Sieg aber nicht. „Außerdem haben wir ihn uns erkämpft“, so Topal. Es war die richtige Antwort auf die Gerüchte. „Wenn die Spieler nicht wollen würden, hätten sie nicht so gekämpft“, so Güngör Topal. Der Spieler, der für die schlechte Stimmung verantwortlich war, wird den Verein übrigens verlassen. Trainer Topal hat dagegen bereits vor einigen Wochen sein Engagement um ein Jahr verlängert.
TSV Großglattbach: Heiko Schäfer – Rank, Gläser, Gerhart (46. Schöttle), Migulla, Prohaska, Geiger (71.Nabrotzky), Dirk Schäfer, Topal, Ilhan, Dudt (50.Steffen Kurfiß).
TASV Hessigheim: Van der Haar – Leonhard, Müller (64. Baste), Guthke, Kander, Schaaf, Mugan (64.Zötsche), Alama, Bytygi, Riedl (82. Bellantoni), Kodal.
