Donnerstag, 24. Mai 2012

Iptinger Meister-Gala in Grün und Weiß




Iptinger Meister-Gala in Grün und Weiß
Iptinger Meister-Gala in Grün und Weiß

Iptingen (rkü). Fast 400 Zuschauer, davon Dutzende in grünen Meister-T-Shirts, haben gestern den Fußballern des SV Iptingen zugejubelt. Die Kicker standen als Meister der Kreisliga B5 und Direktaufsteiger schon fest, das Spitzenspiel gegen Verfolger Großglattbach hatte nur noch statistische Bedeutung.

„Wir sehen heute leider nur noch ein Freundschaftsspiel“, bedauerte Großglattbachs Spielleiter Werner Geiger vor dem Derby. Zweimal war der SV Iptingen in den vergangenen Jahren in der Relegation gescheitert, einmal wurde er Dritter. Dieses Jahr hatte er sich die Meisterschaft schon zwei Wochen vor dem direkten Vergleich mit Absteiger Großglattbach gesichert. Der TSV Großglattbach hat allerdings am 14. Juni die Chance, in der Relegation um den Wiederaufstieg in die Kreisliga A3 zu kämpfen. Die Iptinger drücken die Daumen: „Wir wollen Derbys“, hieß es gestern schon vor Spielbeginn. „Derbys gegen Wersche, gegen Nussdorf und gegen euch!“
Die Zuschauer wurden schon während des letzten Saisonspiels mit Freibier und Sekt verköstigt, die Fußballer mussten erst noch einmal Leistung zeigen. Mit der Meisterschaft im Rücken spielten die Iptinger gestern völlig befreit und zeigten ihren Anhängern eine Fußball-Gala. Nur der TSV Großglattbach spielte nicht ganz mit – die Gegenwehr war in vielen Fällen allzu dürftig. Eine Ausnahme von dieser Regel bildete Steffen Kurfiß, der vor dem Iptinger Tor ackerte, aber nicht für seine Mühen belohnt wurde.

Tore zu schießen, das schien für die Iptinger eine ihrer leichtesten Übungen zu sein. Julian Schreder gab schon nach vier Minuten eine erste Kostprobe seines Könnens – der Meister führte mit 1:0. Steffen Kurfiß wollte mit einem druckvollen Kopfball den Ausgleich erzielen, doch das Leder flog knapp am Tor vorbei. Die Gäste waren in dieser Phase sehr präsent im Iptinger Strafraum, doch Torwart Alexander Ulm hielt seinen Kasten sauber. Es war wieder Julian Schreder, der eine schöne Einzelleistung mit seinem zweiten Treffer abschloss. Eine Viertelstunde war gespielt, die Zuschauer feierten vor dem Vereinsheim die Meisterschaft. Auf dem Platz trug sich Eftal Cebeci in die Liste der Torschützen ein, als er in der 21. Minute das 3:0 erzielte. Schreder erhöhte eine Minute später auf 4:0. Cebeci traf mühelos auch zum 5:0, während Großglattbachs Steffen Kurfiß im Gegenzug über das Spielgerät rutschte, als er einen seiner vielen Angriffe abschloss. Einmal zappelte der Ball dann doch im Iptinger Netz, doch die Großglattbacher jubelten nicht. Der Schiedsrichter hatte längst abgepfiffen, weil mehrere Angreifer den Iptinger Torwart bedrängt hatten. Acht Minuten vor der Halbzeitpause erhöhte Benjamin Rapp auf 6:0.

Nach dem Seitenwechsel verlief das Spiel weniger spektakulär. Als elf Minuten gespielt waren, hechtete sich Cebeci nach einem Freistoß zu einem Flugkopfball in den Strafraum – das Leder flog nur knapp am Pfosten des Gästetors vorbei. Tore fielen erst wieder eine Viertelstunde vor Spielende. Steffen Glauner erhöhte mit einem Doppelpack auf 8:0. Von außerhalb des Spielfelds fielen bereits Sprüche wie „Schießbude Glabbich“ und „Einer geht noch“, doch es reichte. Ausgerechnet gegen den Verfolger, der sogar über Wochen hinweg die Tabelle angeführt hatte, gelang dem SV Iptingen ein Kantersieg.

Staffelleiter Bernd Stäcker überreichte direkt im Anschluss an das Spiel den Meisterwimpel. Seine Gratulation war kurz und knapp: „Herzlichen Glückwunsch – willkommen in der Kreisliga A3.“ Ob der SV Iptingen auch in der kommenden Saison wieder auf den TSV Großglattbach trifft, entscheidet sich am 14. und 21. Juni in der Relegation.
In Iptingen wird am Mittwoch noch einmal gefeiert, wenn die Meisterfeier der Mannschaften stattfindet. Der scheidende Trainer Wolfgang Schenkel wurde gestern bereits vor dem Spiel gewürdigt. „Du bist einer von uns und wirst einer von uns bleiben“, hieß es. Ihm zu Ehren war am Spielfeldrand eigens eine Coaching-Zone mit der Inschrift „Wolfe“ abgestreut worden. Allerdings hielt er sich mit seinem Co-Trainer Karl-Heinz Rapp lieber außerhalb dieser Zone auf – in direkter Nähe zur Eckfahne, an der gestern ebenfalls grüner Stoff im Wind flatterte. Grün und Weiß eben, so weit das Auge reichte.

SV Iptingen: Ulm – Glashauser, Gerhard, Heiko Knödl, Dertinger (53. Keller), Benjamin Rapp, Cebeci, Glauner, Schreder (50. Drexler), Michael Knödl, Nowotny (54. Rivoir).

TSV Großglattbach: Heiko Schäfer – Krauth, Gläser, Schöttle, Migulla (30. Nabrotzky, 75. Torsten Kurfiß), Prohaska, Rank, Gerhart, Steffen Kurfiß, Dirk Schäfer, Dudt (64. Kohler).




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