Donnerstag, 24. Mai 2012

Essen und Bett müssen gut sein




Essen und Bett müssen gut sein
Radsportler Alexander Krieger über seine Renn-Erfahrungen

Vaihingen (rkü). Schon als Kind hat Alexander Krieger das Radfahren geliebt. Seit 2001 fährt er Radrennen. Erfolge sammelte er gleichermaßen mit dem RSC Komet Ludwigsburg und der Nationalmannschaft. Jetzt träumt der 17-Jährige aus Vaihingen von einer Teilnahme an der WM in Moskau – und davon, sich dort für ein Profi-Team zu empfehlen.

Alexander Krieger stand als kleiner Bub bei einem Radrennen in Magstadt am Straßenrand. Das Geschehen faszinierte ihn so, dass er unbedingt mitfahren wollte. Doch der begeisterte Mountainbike-Fahrer war noch zu jung. Das ist viele Jahre her. Seit der Vaihinger im Jahr 2001 seine ersten Rennen bestritt, ist er in der Radsportszene bekannt. „In der Altersklasse U11 habe ich gleich gewonnen und im zweiten Jahr U13 bin ich Baden-Württembergischer Meister auf Bahn und Straße geworden“, erinnert sich der 17-Jährige.

Seitdem reihten sich die Erfolgserlebnisse aneinander. Auf Landes- und auch auf Bundesebene fährt Alexander Krieger in seiner Altersklasse ganz vorne mit. Dem Kader des Württembergischen Radsportverbands gehört er seit dem Jahr 2004 ununterbrochen an, obwohl seine Formkurve gleich nach der Berufung in den Kader einen deutlichen Knick in der Formkurve aufwies. Schuld war die Tatsache, dass er sich Schien- und Wadenbein gebrochen hat. „Beim Skifahren“, ärgert er sich.
Die besondere Spezialität von Alexander Krieger sind offenbar Straßenrennen und große Rundfahrten. Und er ist kein Einzelkämpfer, sondern ein Teamsportler. „Ich habe ein gutes Auge und kann mich gut im Feld bewegen. Darum komme ich immer ganz gut mit, auch wenn ich gerade nicht ganz so fit bin.“ Als Schüler hat er allerdings das Problem, dass sich Wettbewerbe und Trainingslager immer wieder mit der Schulzeit überschneiden. Bei der Leitung des Friedrich-Abel-Gymnasiums finde er großes Verständnis, sagt Krieger. Bei mehrtägigen Kaderveranstaltungen seien ohnehin Lehrkräfte dabei. „Wir müssen trotzdem sehr viel selbst erarbeiten, wenn es nur zwei Lehrer sind und 20 oder 30 Jugendliche zur gleichen Zeit frei haben, aber jeder im Unterricht einen anderen Stoff braucht.“

Für sein Durchhaltevermögen bei mehrtägigen Rundfahrten sind Alexander Krieger zwei Dinge ganz besonders wichtig: „Solange Essen und Bett gut sind, passt das.“ Sein Fahrrad fällt auf: „Ich bin der einzige, der mit einem Alu-Rahmen fährt.“ Mehr als 1000 Euro für einen Karbonrahmen hinzublättern, war ihm einfach zu teuer. Trotzdem ist sein Rad um die 4000 Euro wert. Als Spitzensportler wird er von der Sporthilfe gefördert. Bei guten Platzierungen fließt schon mal ein wenig Geld als Siegprämie – je nach Rennen beispielsweise 35 Euro für den Sieg der Bergwertung. Finanziell lohnt sich der Sport auf jeden Fall nicht. Bisher zumindest. Wenn es gut läuft, macht Alexander Krieger kommende Woche im Saarland beim wichtigsten Juniorenrennen auf sich aufmerksam. Oder kurz drauf bei den deutschen Meisterschaften – je nach den dort erzielten Ergebnissen auch Anfang August bei den Weltmeisterschaften. Welchen Traum hat der 17-Jährige für seine Zukunft? „Mich nach der Schule zwei Jahre auf den Radsport zu konzentrieren und den Sprung ins Profi-Lager zu schaffen.“




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