Donnerstag, 24. Mai 2012

Vaihingen holt den Pokal bereits zum elften Mal


Vaihingen holt den Stadtpokal.
Im Endspiel setzte sich der VfB Vaihingen gegen den FC Gündelbach (in gelb) durch. Hinterher gab’s von Oberbürgermeister Gerd Maisch den Wanderpokal.Fotos: Wirth

Gündelbach (ev) – Die Fußballer des VfB Vaihingen haben sich zum elften Mal die Krone des Vaihinger Fußballs aufgesetzt, indem sie den 34. Stadtpokal für sich entschieden haben. Somit bleibt auf den Gündelbachern der Fluch sitzen, beim Stadtpokal auf eigenem Boden den Titel einer anderen Mannschaft überlassen zu müssen.
Gündelbachs Torwart Thorsten Krumm saß seit Freitagabend am Spielfeldrand des 34. Vaihinger Stadtpokals – zum Zuschauen verdammt. Er hatte sich einen Wirbel angebrochen und musste pausieren. Für ihn übernahm Benjamin Hirschle den Posten im Gündelbacher Tor – mit Erfolg. Er und die Hintermannschaft um Libero Reiner Kussmaul kassierten während des ganzen Turniers keinen Gegentreffer, auch nicht im Endspiel.
Der VfB Vaihingen, der als Meister der Kreisliga A3 in die Bezirksliga aufgestiegen ist, begann die Endspielpartie offensiv, Gündelbach spielte dagegen abwartend. Nach zwei Torschüssen auf jeder Seite war’s das erst einmal mit Strafraumszenen, das Geschehen spielte sich fortan im Mittelfeld ab.
In der elften Minute hatte der FCG das erste Mal Glück. Hirschle konnte einen Freistoß, getreten von Robert Stanic, nicht festhalten, in letzter Sekunde schnappte sich der Torwart im Nachfassen das runde Leder. Nur zwei Minuten später parierte Hirschle einen Schuss von Flamur Gjinovci. Die Vaihinger hatten mehr vom Spiel, zu murren gab es trotzdem etwas. Schon vor dem Spiel beschwerte sich VfB-Trainer Goran Musura über den Platz. „Auf dem Spielplan stand, dass das Endspiel auf dem oberen, dem besseren Rasen stattfinden würde und nicht auf dem unteren“, sagte er und zeigte sich wenig erfreut.
Seine Spieler fanden aber auch auf dem ungeliebten Feld Wege, den FCG in Bedrängnis zu bringen. Immer wieder fand der VfB die Schnittstelle in der Gündelbacher Abwehr. Nach einer Viertelstunde sahen die Zuschauer zum Beispiel einen solch genialen Pass, doch den anschließenden Schuss von Giuseppe Carta klärte Carsten Posch zur Ecke. Gündelbach kam nur gelegentlich zu Entlastungsangriffen.
Zur Pause stand es 0:0. Nach dem Seitenwechsel das gleiche Spiel. Nur vier Minuten waren gespielt, als Hirschle einen Schuss von Carta parierte. Auch nach der Ecke hatte Gündelbach wieder das nötige Glück, dass der Ball nicht im eigenen Netz landete.
Die FCG-Spieler suchten immer wieder Andreas Bahmer, der während des Turniers schon einige Tore erzielt hatte. In der 36. Minute fanden sie ihn. Bahmer köpfte den Ball aber an die Latte. Kurz darauf waren es Bahmer und Kussmaul, die den Ball nicht ins Tor brachten. Nach der darauf folgenden Ecke verpasste Christoph Wild.
Somit stand es nach 50 Minuten immer noch 0:0. In den ersten fünf Minuten der Verlängerung passierte nicht viel – kein Foul, kein Torschuss, nichts Besonderes. In den zweiten fünf Minuten war Gündelbach einen Tick besser, aber Vaihingen konterte. Tore fielen allerdings nicht mehr.
Die Mannschaften traten zum Elfmeterschießen an. Zeit, einen Blick in die Statistik zu werfen. Zweimal standen sich Vaihingen und Gündelbach bislang in einem Stadtpokalfinale gegenüber. 2003 gewann der FCG mit 2:1, 2001 siegte ebenfalls Gündelbach – mit 7:6 im Elfmeterschießen.
Doch die Strafstoßbilanz in dieser Saison sprach nicht für die Gündelbacher. Im Halbfinale des Bezirkspokals unterlagen sie in diesem Jahr schon einmal im Elfmeterschießen.
Doch genug der Statistik. Während die Vaihinger auf dem Boden hockten, standen die Gündelbacher eng beieinander, legten ihre Arme um die Schultern des Nebenstehenden. Flamur Gjinovci (VfB), Andreas Bahmer (FCG) und Robert Stanic (VfB) verwandelten die ersten drei Strafstöße sicher. Dann war Philipp Aisenbrey an der Reihe. Torwart Christian Richter hielt. Paulo Sousa (VfB), Christoph Wild (FCG) und Ivica Coric (VfB) versenkten den Ball anschließend wieder in den Maschen – 4:2. Dann lief Othmar Zorn an. Die Gündelbacher hatten sich aus ihrer Umarmung mittlerweile gelöst, die Vaihinger standen und fingen schon vor dem Schuss zu jubeln an. Und tatsächlich: Richter parierte den Schuss von Othmar Zorn.
Vaihingen ist Stadtpokalsieger 2008 – verdient, aber glücklich. Gleich im Anschluss ans Endspiel gab’s von Oberbürgermeister Gerd Maisch den Wanderpokal überreicht. Der VfB schnappte sich die Trophäe schon zum elften Mal – so oft war keine andere Mannschaft bei diesem Turnier erfolgreich. Und der FC Gündelbach? Die Spieler waren zwar betrübt, feierten dann aber, dass sie im gesamten Turnier in der regulären Spielzeit kein Gegentor bekommen haben, auch das sei laut den Stadtpokal-Statistiker bisher einzigartig in der 34-jährigen Geschichte des Turniers.

FC Gündelbach: Hirschle – Kussmaul, Burger, Carsten Posch, Zorn, Wild, Brett, Markus Posch (58. Maier), Aisenbrey, Bahmer, Autenrieth.

VfB Vaihingen:
Richter – Müller, Sousa, Stanic, Gjinovci, Lichtl, Coric, Carta, Sampaio (34. Gatzionis), Elezaj, Laub.


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