Donnerstag, 24. Mai 2012

Randnotizen vom 34. Vaihinger Stadtpokal


34. Stadtpokal
Die Herren der Spiele: Volker Walz, Claus Bahnmeier und Eckhart Streckfuss (von links).

Gündelbach (ev/sv) – Der 34. Stadtpokal der Fußballer ist vorüber. Der Sieger steht fest. Während des viertägigen Turniers ging’s allerdings nicht nur auf dem Sportplatz rund, auch drum herum war einiges los.

Die Zuschauer sind beim Stadtpokal immer ein beliebtes Thema. Säumten vor Jahren noch Hunderte Fans das Sportgelände, so hat man sie in den vergangenen Jahren schmerzlich vermisst. Auch bei der 34. Auflage des Turniers staunten einige über die leere Kulisse während den Vorrundenpartien, obwohl es mehr zu sein schienen als im vergangenen Jahr. Erst als die K.o.-Runde begann, strömten auch die Zuschauer auf das FCG-Sportgelände und boten der Veranstaltung einen passenden Rahmen.

Viel mehr noch als über die Zuschauerränge diskutierten Trainer, Sportler und Zuschauer in diesem Jahr über den Zustand des Rasens. Die Organisatoren hatten beschlossen auf dem unteren Platz in Gündelbach spielen zu lassen. Der ist allerdings ein wenig holprig und wellig. „Schönen Fußball kann man da nicht spielen“, „Die Verantwortlichen sollten an die Attraktivität des Turniers denken“ und so weiter war zu hören. Der Austragungsort erntete viel Kopfschütteln. Der Grund, weshalb die Gündelbacher die Fußballer nicht auf ihrem neuen, schönen Rasen gelassen haben, ist die Logistik. „Unten ist das Zelt aufgebaut, unten wird bewirtet. Diese Möglichkeiten haben wir bei unserem oberen Rasen nicht“, erklärte Gündelbachs Spielleiter Volker Walz.

Gündelbach ist nicht nur unter dem Ortsnamen, sondern auch als Mettertalgemeinde bekannt. Doch ausgerechnet der Bach, der Gündelbach seinen Spitznamen gibt, sorgte beim Stadtpokal für Kopfzerbrechen bei den Veranstaltern. Denn einige Bälle fanden den Weg in die Metter. Gerettet werden konnten die Spielgeräte nur durch den unbändigen Einsatz der Turnierleitung, die am Ende sogar mehr Bälle als eigentlich vorhanden aus dem Fluss fischte. Den FCG-Offiziellen soll’s recht sein.

Die Metter, die parallel zum Sportgelände verläuft, verschluckte allerdings nicht nur Bälle. Sie sorgte an dem schwül-heißen Wochenende auch für Abkühlung. Manch ein Fußballer nutzte das kühle Nass allerdings nicht nur zur Erfrischung, ein Kleinglattbacher verletzte sich während des Spiels. Statt mit Eisspray und Kühlakkus kühlte er seinen verletzten Fuß in der Metter.

Nicht schlecht guckte manch ein Stadtpokal-Zuschauer als er sich am Sonntag eine Wurst holte. Seinen Bon gab er nämlich bei Vaihingens Oberbürgermeister Gerd Maisch persönlich ab. Der löste sein Versprechen vom OB-Wahlkampf ein, beim Stadtpokal zu grillen. An die Würste ließen ihn die Gündelbacher aber nicht. Das Stadtoberhaupt servierte den Kunden dafür die Wurst. „Zwei Stunden, also eine Schicht, arbeite ich mit“, sagte Maisch bei Arbeitsantritt. „Eine Schicht geht sechs Stunden“, klärte ihn ein FCG-Helfer auf. Maisch blieb dann zweieinhalb Stunden, ehe er wieder entschwand.

Normalerweise sollte beim Stadtpokal das Hauptaugenmerk auf den Turnierspielen liegen – immerhin geht es um die Krone des Vaihinger Fußballs. Dennoch beobachtete der interessierte Zuschauer einige Gündelbacher Jugendliche, die sich überwiegend auf das Geschehen zehn Meter rechts vom Spielfeld konzentrierten. Dort spielten sie nämlich – so schien es – ihren eigenen Stadtpokal aus. Wer gewonnen hat, ist allerdings ungeklärt.

Den einen Trainer nach seiner Mannschaftsaufstellung fragen, die Turnierleitung nach dem Spielplan, die Schiedsrichter nach den Gründen für die ausgesprochenen Platzverweise. VKZ-Reporter, die facettenreich vom Stadtpokal berichten wollen, sind ein Wochenende lang auf Achse. Kein Wunder, dass einige Zuschauer einem Mitarbeiter rieten, sich zum schnelleren Fortkommen Inline-Skates zu besorgen. Oder zumindest einen Packesel zu verpflichten.

Nicht nur jede Partie beim Stadtpokal braucht einen Anstoß – auch der Stein der Hoffnung muss angestoßen werden. Genau dies hat sich der Verein „Anstoß zur Hoffnung“ auf die Fahnen geschrieben, der in Gündelbach zu Gast war. Dort haben zwei Vereinsmitglieder ein Torwandschießen im Rahmenprogramm des Stadtpokals organisiert, an welchem alle Mannschaften teilnehmen durften. Das Problem: Mit Enzweihingen, Horrheim, Kleinglattbach, Roßwag und dem Verpflegungsteam hatten gleich fünf Mannschaften drei Schüsse verwandelt. Die kurzfristig angesetzte Entscheidungsrunde entschied schließlich Enzweihingen für sich. Der TSV jubelte über einen Pokal – viele Menschen in Mosambik jubeln über den Spendenerlös in Höhe von 225 Euro.

Beim Strafstoß trennen den Schützen elf Meter vom Torhüter, der ein 2,44 auf 7,32 Meter großes Tor zu hüten hat. Keine schwere Aufgabe für den Schützen, möchte man meinen. Anders beim Stadtpokal. Egal ob Gündelbach, Aurich oder Horrheim – vier Elfmeter hintereinander konnten nicht auf direktem Wege ins Tor befördert werden. Erst am Samstag um exakt 18.15 Uhr brach Philipp Aisenbrey den Elfmeterfluch und überwand den Kleinglattbacher Schlussmann Rainer Seidler.

In diesem Jahr stellte die Schiedsrichtergruppe Pforzheim die Unparteiischen. Heiko Panzhölzl, Michael Schild, Murat Özdemir, Tobias Müller, Pascal Kinzig, Rini Iljazi, und Patrick Walz waren von Freitag bis Sonntag eingeteilt, um auf dem Gündelbacher Sportplatz für Recht und Ordnung zu sorgen. Die Pforzheimer schickten damit ihre beste Garde. Alle Unparteiischen pfeifen mindestens Landesliga oder sind gerade in diese Liga aufgestiegen.

Erwähnt werden soll auch noch die Turnierleitung, die den VKZ-Reportern nicht nur mit Ergebnissen und Spielplänen aushalf, sondern auch Kaffee und kühles Apfelsaftschorle zur Verfügung stellten. Die Herren der Spiele waren: Gündelbachs Spielleiter Volker Walz, Claus Bahnmeier und Eckhart Streckfuss, Einteiler der Schiedsrichtergruppe Vaihingen.


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