Bönnigheim (elf) – Tragischer hätte es nicht ausgehen können: Mit 5:6 Toren nach Elfmeterschießen musste sich der SC Hohenhaslach am Samstag im Relegationsspiel gegen Hellas Bietigheim in Bönnigheim geschlagen geben. Damit steigen die Kicker aus dem Kirbachtal ab und müssen in der kommenden Saison in der Kreisliga B antreten.
Ein paar Sekunden lang durften sie am Sieg schnuppern, die Hohenhaslacher. Denn: Beim Stand von 2:2 nach der Verlängerung hatten sie die ersten drei Elfmeter durch Peter Schinella, Ralph Schindler und Stefan Hellwig sicher verwandelt. Die Griechen scheiterten dagegen an SCH-Goalie Anton Wangler (Michael Sagmann) und an der Latte (Filippo Rosselli). Beim Stand von 5:3 – Charalambos Ketikidis traf zwischendurch für Hellas – hätte Marino Majer mit seinem Elfer alles klar machen können für den SCH. Denkste! Er semmelte den Ball drüber. Nachdem Dominik Wolf für Hellas verwandelte, hatte Daniel Nissan die Chance, endlich den Matchball zu verwandeln. Doch er scheiterte an seinen Nerven und dem Hellas-Keeper Konstantinos Tepegiozis. Nun stand es 5:4. Wenn nun Paschalis Dulgeris verschießen sollte, hätte der Sieger immer noch Hohenhaslach gehalten, doch der Hellene traf sicher. Alles war wieder offen. Dann probierte es SC-Torwart Wangler, der aber an seinem Gegenüber scheiterte. Achilleas Koloros ließ ihm darauf keine Chance: 5:6 - Hellas Bietigheim auf- und Hohenhaslach abgestiegen.
„Man muss sich beim Elfmeterschießen eben besser konzentrieren“, sagte SC-Spielertrainer Dieter Kurz, der nun seine Laufbahn mit 55 Jahren beenden wird. „Wir waren so gut wie durch...“ Wegen Problemen am Laufapparat war es dem erfahrenen Mann nicht möglich, einen Elfer zu schießen. Außerdem konnte auch Phillip Gögel, nicht antreten, weil er sich Minuten zuvor mit Gelb-Rot vom Spiel verabschieden musste.
Schon vor dem Spiel waren die Vorzeichen nicht günstig. Stefan Hellwig hatte Probleme im Knie. So hieß die Marschrichtung folgendermaßen: Die ersten 20 bis 25 Minuten ohne Gegentor überstehen und dann sehen, was das Spiel bringt. Doch bereits nach zehn Minuten gingen die Hellenen nach einem schnellen Konter durch Apostolos Panagiotis in Führung. Nach einer feinen Einzelleistung von Tobias Schmid stand es allerdings bereits in der 16. Minute 1:1.
Hohenhaslach spielte in der Folge gefälliger und hatte mehr Spielanteile. Das nächste Tor machten allerdings die Griechen. Als alle mit einem Flankenball rechneten narrte Paschalis Dulgeris alle und verwandelte einen Freistoß direkt (29.). Bereits vier Minuten später der erneute Ausgleich: Der inzwischen für den verletzten Tobias Schmid eingewechselte Ralph Schindler bediente Martin Wirth, der mit einem trockenen Schuss das 2:2 markierte.
In der zweiten Hälfte war von Hohenhaslach nicht mehr viel zu sehen. Nach Schmid mussten auch noch Wirth und Tobias Hellwig verletzungsbedingt ausgewechselt werden.
Zwar konnte Hohenhaslach das Spiel über die reguläre Spielzeit retten, da Hellas Bietigheim nicht viel einfiel. Aber in der Verlängerung war den Kirbachtälern der Kräfteverschleiß deutlich anzumerken. Hellas dagegen wollte sich nicht aufs Elfmeterschießen verlassen und drängte. Zählbares wollte allerdings nicht mehr herausspringen. „Zu viele Angeschlagene im Vorfeld, einige Verletzte während des Spiels und dann noch zwei blöde Tore, die wir bekommen haben. Manchmal läuft es einfach nicht so, wie man will“, lautete am Ende das Fazit von Spielertrainer Dieter Kurz.
SC Hohenhaslach: Wangler – Tobias Hellwig (82. Perr), Zorn, Majer, Kurz, Schinella, Wirth (76. Best), Schmid (25. Schindler), Gögel, Nissan, Stefan Hellwig.
Hellas Bietigheim: Tepegiozis - Dadakos (89. Koloros), Galovic, Wolf, Sbonias, Dulgeris, Panagiotis (97.Rosselli), Sosa, Ketikidis, Abdullaho (56. Ferrucio), Sagmann.
