Donnerstag, 24. Mai 2012

Nachwuchs drängt in die Tenniscamps




Tenniscamp in Nussdorf: Die Jugendspieler waren drei Tage lang auf den Plätzen aktiv. Foto: Küppers
Tenniscamp in Nussdorf: Die Jugendspieler waren drei Tage lang auf den Plätzen aktiv. Foto: Küppers

Nussdorf/Oberriexingen (rkü). Der Tennisnachwuchs aus der Region hat sich von Donnerstag bis heute bei zwei Jugendcamps in Nussdorf und Oberriexingen intensiv mit seinem Lieblingssport beschäftigt. Mehr als 60 Kinder jagten bei allerlei Spielformen der kleinen, gelben Filzkugel hinterher.

Das Tenniscamp beim TSV Oberriexingen hat eine Besonderheit aufzuweisen: Es ist das älteste in der Umgebung. Bereits zum 21. Mal waren Kinder und Jugendliche unter der Anleitung von sechs Trainern auf den Plätzen, um Spaß zu haben und ihre Technik zu verbessern. 39 Kinder bevölkerten seit Donnerstag die Anlage. Fast alle kamen aus Oberriexingen, aber es gehörten (noch) nicht alle dem Sportverein an. Das war auch keine Bedingung – ist aber oft die Folge einer Teilnahme an dem Camp, wie die Erfahrungen aus der Vergangenheit zeigen.

Das Programm des Tenniscamps 2010 war ein wenig ungewöhnlich. Ganz spontan hat der TSV am ersten Tag umdisponiert. Schuld war das Wetter, das im Abstand von wenigen Stunden immer wieder kräftige Schauer auf die Tennisanlage niedergehen ließ. Die Organisatoren freuten sich umso mehr, dass sich die Stadtverwaltung sehr flexibel zeigte, als es darum ging, Abhilfe zu schaffen: „Ein Anruf bei Bürgermeister Werner Somlai hat gereicht, und wir durften für den ersten Tag in die Sporthalle ausweichen.“ Dort wurde zwar nicht Tennis gespielt, aber doch immerhin Hockey und Fußball. Außerdem bauten die Betreuer in aller Eile einen Hindernisparcours für die jungen Teilnehmer auf.
Auf den Tennisplätzen ging es gestern hoch her. Sascha Wennagel als erfahrener Trainer verteilte die Jungen und Mädchen auf die sechs Stationen, die er mit den Trainern ausgearbeitet hatte. Immer nach den Trainingseinheiten wurde durchgewechselt. Heute Mittag beim Abschlussfest zeigen die jungen Tennisspieler vor den Augen ihrer Eltern immer gruppenweise, was sie während des Camps gelernt haben. Wobei der Begriff Camp nicht bedeutet, dass auf der Tennisanlage auch übernachtet wird. „Wir wollen ja, dass die Kinder früh wieder fit sind fürs nächste Training“, sagt eine der Betreuerinnen und lacht. Dennoch stand auf der Anlage ein Müsli-Frühstück bereit, dazu gab es Obst und Rohkost. Fürs Mittagessen setzten die Veranstalter auf bewährte Angebote: Nudeln, Hot Dogs und Lasagne standen auf dem Speisezettel.

Auch in Nussdorf wurden die Teilnehmer direkt im Tennishäusle verköstigt. Ursula Strobel und Marion Bär, die bei den Tennisfreunden für die Jugendarbeit verantwortlich sind, standen in der Küche und kochten Maultaschen und Spaghetti. „Mag ich nicht“, verkündete ein Steppke. „Ich will lieber Schnitzel mit Pommes und Soße.“ Die Antwort ließ nicht lang auf sich warten: „Dann bräuchten wir hier einen Koch und außerdem eine Friteuse.“ Außerdem: Nachmittags stand eine große Auswahl an Kuchen bereit, an sich hatte niemand Grund, sich zu beklagen.
In Nussdorf waren es 23 Kinder, allesamt Mitglieder der Tennisfreunde. „Mehr als drei Gruppen können wir auf unserer Anlage kaum bilden“, erklärten Strobel und Bär. „Darum brauchen wir das Camp gar nicht öffentlich auszuschreiben, es wird sowieso voll.“ Am Donnerstag musste wegen eines heftigen Regenschauers kurzfristig umdisponiert werden. Nach einer Stunde Tennistraining im Freien drängte die ganze Meute ins Vereinsheim. Gestern gab es dafür umso mehr Gelegenheit, Schläger und Bälle zum Einsatz zu bringen. Larissa Bär hatte die Jüngsten unter ihre Fittiche genommen. Bei einer kleinen Spielform sollte der Ball hin und her gespielt werden. „Ihr dürft das Doppelfeld mitbenutzen“, sagte die Trainerin. Bloß was war das Doppelfeld? Einige Teilnehmer schauten etwas ratlos drein, bis sie die Erklärung bekamen – und zeigten sich beim Spiel dann umso eifriger. Es entbrannten heiße Diskussionen, ob ein Ball jetzt im Feld oder im Aus war, dabei war ja an sich alles noch Training. „Ein Abschlussturnier gibt es dieses Jahr nicht“, erklärten die Organisatorinnen. „Der Leistungsunterschied ist zu groß. Die Teilnehmer sind zwischen sechs und 16 Jahre alt.“ Dafür stand gestern Kanufahren auf der Enz auf dem Programm. Danach trafen sich alle zum Grillabend, machten eine Nachtwanderung und übernachteten schließlich im Tennishäusle.
Für das Trainingsprogramm war Vereinstrainer Simon Janischewski verantwortlich, der ebenso wie Rolf Pflüger und Larissa Bär eine Gruppe leitete. „Am ersten Tag sollten die Teilnehmer erst einmal den Rhythmus finden. Zu Beginn haben wir lange Schläge von der Grundlinie geübt“, erklärt der Trainer. „Später gab es dann Grundschlag- und Volleytraining, am dritten Tag haben wir das Erlernte bei Spielformen angewendet.“




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